SPEEDTRAP: Powerdose

SPEEDTRAP: Powerdose

Das finnische Speed-Metal-Quartett SPEEDTRAP veröffentlicht mit „Powerdose“ ein Debütalbum, das so aufhört, wie es anfängt. Mit einem Knall(er). Legt der eigentliche Opener „Redemption Of Might“ schon eine flotte Sohle aufs Parkett, packen die Jungs beim nahtlos anschließenden Brett „Take Their Lives“ nochmal eine Schippe drauf. Spätestens jetzt ist klar, dass die in den von Blitzen gesäumten Himmel gestreckte Faust gehörig Durchschlagskraft besitzt und es sich bei den um den zugehörigen Unterarm geschlungenen MG-Patronen, nicht um Platzpatronen handelt. Auch im weiteren Verlauf werden SPEEDTRAP nicht müde, ihrem Namen gerecht zu werden. Mit Ausnahme des stampfenden Rockers „Out Of Time, Out Of Line“ und seines vehement nach vorne schiebenden Kollegen „Battle Cry“, sucht das Gaspedal durchgehend die Nähe zum Bodenblech.

Dabei ist der formidable Titelsong „Powerdose“ zugleich Highlight und Herzstück der Scheibe. Hier stimmt einfach alles – Highspeed Rock´n´Roll vom feinsten mit allen Zutaten, die SPEEDTRAP ausmachen. Mitreißende Gitarren, ein pumpender Bass, treibende Drums, leidenschaftlicher Gesang und ein cooles Outro, in dem Gitarrero Ville Valavuo mit Twin-Leads (gibt´s nur hier) und übereinandergelegten Soli nochmal richtig vom Amp zieht – der Mann bekommt von mir für seine gekonnt(e) (/) platzierte, stets mit einem roten Faden versehene Soloarbeit eh einen Extraapplaus.

Während der gesamten Spieldauer halten die rasenden Finnen zu keiner Sekunde mit ihrer Verehrung für MOTÖRHEAD hinterm Berg – Lemmy und seinen Rock´n´Roll-Schergen wird auf „Powerdose“ ausgiebig Tribut gezollt. Bei dieser Kombination verwundert es daher nicht, dass einem unweigerlich METALLICAs „Kill ´Em All “ in den Sinn kommt, auf dem neben diversen anderen Einflüssen, eben auch eine gewisse Vorliebe für die englische Rock´n´Roll-Maschine nicht zu überhören ist (siehe auch: „Motörheadache 1995“).

Im Gegensatz zur größten Metalband der Welt gelingt es SPEEDTRAP auf ihrem ersten Longplayer natürlich nicht, die Musikwelt zu erschüttern. Aber was sind das auch für Vergleiche? Schließlich sind die 80er schon lange vorbei und Jahrhundert-Debüts wie eben „Kill ´Em All“ nicht umsonst so einmalig. Zumal SPEEDTRAP laut Presseinfo auch gar nicht darauf aus sind, das Rad neu zu erfinden. Sehr sympathisch, gerade wenn man bedenkt, dass hier regelmäßig von „das haste nicht gehört“ zu lesen ist.

Was wirklich zählt, ist, dass bei „Powerdose“ alle acht, ausschließlich analog aufgenommen, Nummern auf den Punkt kommen und innerhalb der Spielzeit von nur einer knappen halben Stunde ausschließlich wohlklingende, freudige Hingabe ohne Füllmaterial zu hören ist. So bleibt das durch die Bank solide Songmaterial trotz einer gewissen Eintönigkeit auch nach mehrmaligen Hören frisch und knackig. Nicht zuletzt ein Verdienst der angenehmen Produktion von Tapio Lepistö und Saku Tamminen. Das wissen auch SPEEDTRAP, die ihre Dankesliste mit dem genannten Produzententeam eröffnen, an deren Ende passenderweise die „Analog Audio Technology“ genannt wird.

Alles in allem ist SPEEDTRAP mit „Powerdose“ ein richtig guter Erstling gelungen, der selbst nach dem x-ten Durchlauf gehörig Laune macht und sich alleine schon deshalb aus der Veröffentlichungsflut hervorhebt. Wer sich als Zielgruppe angesprochen fühlt, sollte den Finnen auf jeden Fall eine Chance geben.

Veröffentlichungstermin: 23.08.2013

Spielzeit: 29:29 Min.

Line-Up:
Line-Up:
Jori Sara-aho – Vocals
Ville Valavuo – Guitar
Markus Hietamis – Bass
Mika Keränen – Drums

Produziert von Tapio Lepistö und Saku Tamminen
Label: Svart Records / Cargo

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/speedtrapmetal

Tracklist:
1. Redemption Of Might
2. Take Their Lives
3. Ready To Strike
4. Out Of Time, Out Of Line
5. Powerdose
6. Battlecry
7. Reckless Endangerment
8. No Sympathy

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