SOILWORK: The Feverish Trinity [Digital-Singles]

Es scheint auf den ersten Blick fast so, als hätten SOILWORK die Religion für sich entdeckt. Mit „The Feverish Trinity“, drei inhaltlich miteinander verbundene Standalone-Singles, wollen die Schweden „das Andersweltliche beschreiben.“ Etwas, dessen Existenz man spüre und mit dem man Kontakt aufnehmen möchte, um Zugehörigkeit zu verspüren. So weit, so kryptisch.

Antworten bieten die drei Songs laut eigener Aussage nicht, aber sie stellen die zentralen Fragen, verpackt in den typischen SOILWORK-Sound, der sich stetig weiterentwickelt und tatsächlich immer kreativer und progressiver zu werden scheint. Klingen die Keyboards zu Beginn von „Feverish“ noch beängstigend nach Björn „Speed“ Strid und David Anderssons Zweitprojekt THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA, bricht schon wenig später der klassische Bandsound durch, wie wir ihn anno 2019 auf „Verkligheten“ genießen durften.

“The Feverish Trinity” führt die musikalische Entwicklung konsequent fort

Nur scheinen die Extreme noch pointierter: Drummer Bastian Thusgaard ist um ausladende Blast Beats alles andere als verlegen, während ein groovendes Riff ein gesundes Maß Rock’n’Roll einstreut. Frontmann Speed wechselt munter zwischen harschen Vocals und souveränem Klargesang, dass es eine Freude ist. Das altbekannte Melodeath-Rezept funktioniert auch bei „Desperado“ bestens, obgleich der geradlinige Brecher trotz gefälliger Riffs und Gesangslinien keine wirklichen Überraschungen bereithält.

Die haben sich SOILWORK für das fantastische „Death Diviner“ aufgespart, wo Björn Strid zwar weitgehend auf Growls verzichtet, seine Kollegen an den Sechssaitern dafür aber ein herrlich verschachteltes TOOL-Riff aus dem Ärmel zaubern. Der progressive Anstrich steht den Skandinaviern tatsächlich ungemein gut, nicht zuletzt, weil der Abschluss der Trilogie dadurch zum Finale neue Perspektiven öffnet.

SOILWORK hat die Muse geküsst

Wohin es SOILWORK musikalisch verschlagen wird, können wir natürlich nicht mit Sicherheit beantworten. „The Feverish Trinity“ ist jedoch für den Anfang ein guter Fingerzeig, der das musikalische Fundament, auf dem „Verkligheten“ (2019) fußt, auf natürliche Weise weiterentwickelt. Ob die Band also mit ihren bedeutungsschwangeren Aussagen tatsächlich zur Religion gefunden hat? Wer weiß das schon, vielleicht hat sie auch einfach nur die Muse geküsst.

Veröffentlichungstermin: 25.10.2019 / 13.3.2020 / 29.5.2020

Spielzeit: 14:55

Line-Up:

Björn „Speed“ Strid – Vocals
Sylvain Coudret – Gitarre
David Andersson – Gitarre, Bass, Piano
Sven Karlsson – Keyboards
Bastian Thusgaard – Drums

Produziert von SOILWORK

Label: Nuclear Blast

Homepage: https://www.soilwork.org/
Facebook: https://www.facebook.com/soilwork/

SOILWORK “The Feverish Trinity” Tracklist

01. Feverish (Video bei YouTube)
02. Desperado (Video bei YouTube)
03. Death Diviner (Video bei YouTube)