PLUTONIUM ORANGE: Volume

Von wegen dauertraurig: Kick-Ass-Stoner-Rock mit Schwächen aus dem SWALLOW THE SUN-Umfeld.

SWALLOW THE SUN laben sich seit vielen Jahren so ausdauernd an düsterstem Doom-Death Metal, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis ein oder zwei Musiker dieser Trauertruppe eine kleine Nebenbeschäftigung brauchen. Oder muss diese Theorie verworfen werden, da PLUTONIUM ORANGE ungefähr zur selben Zeit wie SWALLOW THE SUN gegründet wurden? Aber eigentlich ist das ziemlich egal, denn jetzt muss erstmal die Pornobrille wieder herhalten, die Haare müssen im Wind wehen und der Staub der Wüste wird aufgewirbelt – jawohl Sir, PLUTONIUM ORANGE spielen Stoner Rock. Obwohl, so richtig strotzen Juha Raivio und seine drei Mitstreiter auch nicht vor Coolness. Zunächst die Habenseite: Das Debütalbum des Quartetts ist schon recht locker und easy und hat ein paar ziemlich gute Songs an Bord. Hier geht es melodisch und Flott zur Sache, wie eine recht metallische Verbindung aus MONSTER MAGNET, ZEKE und DANKO JONES, die in den besten Momenten zu kleinen Hits wie Killer By The Road, Wet Trails und Bring Out Your Dead wird. Hier gibt es massive Riffs, fetzige Grooves, bluesige Basslinien, die eine oder andere unterstützende Keyboard-Einlage und Gesang, der zwischen Melodie und trockenem Rock and Roll pendelt. Zweifellos, Samuli Liekkinen hat eine gut klingende, ungewöhnliche Stimme. Das hat durchaus seinen Charme, aber einige Songs sind einfach zu nett, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Hier nun kommen wir zur Krux: Volume ist eine Scheibe, der man anhört, dass PLUTONIUM ORANGE schon zehn Jahre lang unterwegs ist und bisher nur Demos veröffentlicht hat. Ansonsten hätte sich kein fades Stück wie The Glow eingeschlichen, das bei SENTENCED besser aufgehoben wäre, und dafür sorgt, dass kein geschlossener Gesamteindruck entstehen kann. Davon abgesehen gibt es gut geschriebene Nummern, die Spaß und Sinn machen, eine ordentliche Produktion und wirklich gute Leistungen der einzelnen Bandmitglieder, die auch als Gruppe gut funktionieren. Allerdings findet sich auf dem Debütalbum von PLUTONIUM ORANGE nichts, das wirklich unter die Haut geht und von den Socken haut. Vielleicht begeistern PLUTONIUM ORANGE nicht, aber vor allem sind sie nicht schlecht oder langweilig – Stoner Rock mit experimentellem Charakter ist was anderes, hier geht es eher um den Rock and Roll. Volume ist kein Album, das unbedingt in die Plattensammlung muss und gegen den übermächtigen Bruder SWALLOW THE SUN, auch wenn es eine ganz andere Baustelle ist, nur ein laues Lüftchen darstellt. Reinhören schadet aber auch nicht.

Veröffentlichungstermin: 16. November 2009

Spielzeit: 38:43 Min.

Line-Up:
Samuli Liekkinen – Guitar, Vocals
Juha Raivio – Guitar, Backing Vocals
Antti Sjöblom – Bass
Pasi Pasanen – Drums

Produziert von PLUTONIUM ORANGE
Label: Firebox Records
MySpace: http://www.myspace.com/plutoniumorange

Tracklist:
1. One Of Us
2. Killer By The Road
3. Bend
4. Glow
5. Waiting For The Gun
6. Wet Trails
7. Bring Out Your Dead
8. 13 Minutes Of Agony
9. Unstable / Unreal