PLENTY OF NAILS: Aus Schatten Gerissen

Schleppend-berührender Death Metal in deutscher Sprache.

Es ist immer wieder eine willkommene Abwechslung, deutschsprachigem Death Metal zu lauschen. Die Härte der Sprache gepaart mit dem automatischen Hörverständnis gibt dem Ganzen eine besondere Note. So haben auch PLENTY OF NAILS aus dem Norden Deutschlands ihre Muttersprache als verbales Transportmittel für ihre Lyrics gewählt. Und die Botschaften kommen an: Nicht zuletzt, weil Sänger Simon Wannick seine Growls überraschend verständlich formuliert, so dass man den großteils Genre treuen Texten akustisch gut folgen kann.

Musikalisch bewegen sich PLENTY OF NAILS – ähnlich der Debüt-EP Schicksal – im schleppenden Death Metal-Metier, wobei allerdings vor allem der Opener Der Gleisschlitzer durch sein höheres Tempo und seinen coolen Drive überzeugt und den Hörer dank Riffing und Rhythmik sofort in das Album hineinzieht. Die weiteren Songs drosseln eher das Tempo und versuchen so eine düstere und bedrohlichere Atmosphäre zu erzeugen. Das gelingt der Band zwar nicht immer, aber insbesondere in Parts, wo sich ein gewisser Psycho Doom-Effekt (ARBOR IRA) einschleicht – wie etwa in Memorandum, wo sich auch schon einmal die Stimme von Simon Wannick vor lauter Leidenschaft und Betroffenheit überschlägt.

Die Rohheit und Authentizität sind somit auch klar als Stärken von Aus Schatten Gerissen zu erwähnen, während man auf der anderen Seite ein Stück weit Raffinesse beim Songwriting oder auch bei den Instrumenten vermisst. Eine kleine Aufmerksamkeit da oder dort sowie das eine oder andere verspielte Detail hätten dem Abwechslungsreichtum des Albums – gerade ab der Mitte des Longplayers – gut getan. Auch die Produktion hat noch Luft nach oben, aber das sollte dem positiven Eindruck, den PLENTY OF NAILS hinterlassen, keinen Abbruch tun. Denn dass sie mitreißende, aber auch verstörend-berührende Songs schreiben und inszenieren können, hat das Quartett bewiesen.

Veröffentlichungstermin: 25.07.2014

Spielzeit: 38:00 Min.

Line-Up:
Simon Wannick – Bass & Gesang
Hauke Faettig – Gitarre
Mathias Möller – Gitarre
Andreas Rohde – Schlagzeug

Produziert von Alex Henke @ Monchrom Studio, Hamburg
Label: Monochrom Media

Homepage: http://www.plentyofnails.de

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/Plentyofnails

Tracklist:
1. Der Gleisschlitzer
2. Tiefer
3. Memorandum
4. Der Irrsinn
5. Lust
6. Rache
7. Sieben
8. Fluch der Zeit