OPHIS: Stream of Misery

Ein lupenreines Death Doom Album, das das Genre perfekt verkörpert.

Bei OPHIS ließe sich wieder eine herrliche Schubladen-Diskussion führen. Oftmals wird die Band in die Funeral Doom-Ecke geschoben. Mir persönlich fehlt hierzu aber das elegische Moment, das Wehklagende. OPHIS sind bösartiger, kämpferischer und bissiger und deshalb für mich persönlich eindeutig Death Doom. Schweres, kraftvolles Riffing, ein nach vorne treibendes Drumming und das Wechselspiel aus fiesen Grunts und grimmigem Gekreische, das sind die Stilmittel, die den Sound der Hamburger Formation prägen. Besonders auffällig dabei auch die perfekt eingesetzten Double-Bass-Parts, die zwar immer sehr berechenbar, aber dafür umso effektiver eingesetzt werden. Sie gehören zu den kleinen aber feinen Widerhaken, durch die die Songs hängen bleiben und die sich mit Freude auch mal unter der Haut bohren. Und gerade das Thema Double-Bass lässt sich hervorragend als Beispiel heranziehen, weshalb man OPHIS aufgrund des berechenbaren Einsatzes nicht zu den Meistern des Genres zählen kann, die aber verdeutlichen, dass die Band auf einem sehr hohen Niveau agiert. Wenig innovativ, aber sehr intensiv.
Direkte Einflüsse zu benennen fällt schwer. Namen wie WINTER oder MY DYING BRIDE sind unvermeidbar, genauso lassen sich in vielen Momenten durch das Zusammenspiel von Bass, Schlagzeug und Leadgitarre aber auch Vergleiche zu MIRROR OF DECEPTION ziehen. Black Wish bringt sogar einen gewissen Viking-Einschlag mit und ich bin mir sicher, dass ich den Anfangsteil fast 1:1 von einer anderen Band kenne. PRIMORDIAL? BATHORY? SOLSTICE? Ich komm einfach nicht drauf – es macht mich ganz kirre, denn ich weiß, dass es was Bekanntes ist…

Wie dem auch sei. Das hier ist ein lupenreines Death Doom Album, das das Genre perfekt verkörpert. Und deshalb macht keiner was falsch, der bei Stream of Misery zuschlägt.

Veröffentlichungstermin: 05.10.07

Spielzeit: 59:21 Min.

Line-Up:

Phil – Gesang, Gitarre

Jan – Gitarre

Nils -Schlagzeug

Olli – Bass

Label: Imperium Productions

Homepage: http://www.ophis.net

Tracklist:
1. Godforsaken
2. Beneath Sardonic Skies
3. Dead Inside
4. Pazuzu
5. Dolor Nil Finis
6.
Black Wish
7. Thy Flesh Consumed