OPHIS: Abhorrence In Opulence

Klassischer und empfehlenswerter Death / Doom Metal aus Hamburg.

Mit ihrem dritten Album, Abhorrence In Opulence, bleiben OPHIS in den morastigen Gewässern des Death / Doom-Genres. Die Norddeutschen stellen hier einmal mehr unter Beweis, dass sie die Gestaltung von Verbindungen zwischen sentimentalen Melodien mit bösartiger Aggressivität und schleppender Depression beherrschen. Dabei schimmern – wie auch schon bei den Vorgängeralben – Vergleiche zu (ehemaligen) Genregrößen wie WINTER oder MY DYING BRIDE (insbesondere aufgrund der wehklagenden Gitarren-Leads) durch.

Schon mit dem Opener Disquisition of the Burning fahren OPHIS ihre schweren Geschütze auf, um ihre Kombinationsfähigkeit unter Beweis zu stellen: hier werden die leidenden Momente der anklagenden Gitarren von flotteren Aggressionsschüben abgelöst, ehe klare Gitarren-Passagen das Tempo für die darauf folgende schleppende Verzweiflung herausnehmen. Auch die anderen überlangen Songs bieten aufgrund ihrer Spielzeit und auch aufgrund des Songwritings Abwechslung und verschiedene Elemente. So schickt das ebenfalls gelungene Among the Falling Stones ein Streicher-Arrangement ins Finale, das mit neun Minuten vergleichsweise kurze A Waltz Perverse punktet mit seiner straighteren Gangart, Somnolent Despondency zeigt Funeral Doom-Tendenzen, die von (vor allem gesanglichen) Black Metal-Attacken durchbrochen werden, und das mit klassischem Doom-Riffing und unterschiedlichen Vocals (Growls, Screams, gesprochene Passagen) ausgestattete Resurrectum krönt das Album mit einer weiteren, ordentlichen Portion Melancholie.

In puncto Produktion gibt es wenig zu bemängeln – insbesondere der Sound der Snare unterstützt das klare Statement, das OPHIS mit ihrer Musik setzen wollen. Leider sind die Becken nicht mit einem derart klaren Sound ausgestattet. Die Gitarren hingegen, die den Großteil der Stimmung erzeugen, sind bestens ins Licht gerückt worden, ebenso der Gesang, der großteils mit Hall-Effekten versehen wurde.

Abhorrence In Opulence ist keine Scheibe, die man einfach nur einmal auf die Schnelle einschiebt. Das Album fordert seine Zeit und Aufmerksamkeit ein. Dafür liefert es im Gegenzug Tiefgang und Emotion – und alleine deswegen sollte man sich durchaus eine gute Stunde Zeit nehmen können.

Veröffentlichungstermin: 05.09.2014

Spielzeit: 62:00 Min.

Line-Up:
Philipp Kruppa – Gesang & Gitarre
Nils Groth – Schlagzeug
Oliver Kröplin – Bass
Martin Reibold – Gitarre

Produziert von Oliver Carell @ Blastbeat Productions Studios, Kiel
Label: Cyclone Empire

Homepage: http://www.ophisdoom.de

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/pages/Ophis/113159458768736

Tracklist:
1. Disquisition of the Burning     
2. Among the Falling Stones  
3. A Waltz Perverse
4. Somnolent Despondency
5. Resurrectum