NEX: Nex

NEX: Nex

Ursprünglich schon im Jahr 2007 erschienen, findet das Debütalbum der Engländer von NEX mit einiger Verspätung auch den Weg zu uns. Der Vorteil: Als Bonus bietet die hiesige Auflage ganze acht Akustiktracks als kostenlose Dreingabe. Aber immer eins nach dem anderen.

Die vier Briten musikalisch mit einem Wort treffend zu umschreiben gestaltet sich gar nicht so einfach. Denn auch wenn man mit dem ohnehin schon breit gefächerten Begriff Crossover sicherlich nicht falsch liegt, unterscheidet sich die Band doch deutlich von Formationen wie SYSTEM OF A DOWN oder LOONATARAXIS. Obwohl NEX durchaus metallische Einflüsse wie Screams oder vergleichsweise harte Riffs erkennen lassen, findet sich beim Quartett aus Huddersfield stets ein großer Hang zur Melodie und zu poppigen Songstrukturen wieder.

NEX rocken modern und frisch

Meistens dominieren Klargesang und eingängige Refrains; Experimente wie bei „Tick“, wo mit Sprechgesang gearbeitet wird, sind eher Ausnahme als Regel. Aber nur weil Songs wie „Schadenfreude“ oder „Masterplan“ gut ins Ohr gehen, ist das selbstbetitelte Debüt von NEX noch lange nicht schlecht. Im Gegenteil, die Platte macht sogar richtig Spaß und ist der ideale Kandidat, wenn es einfach mal modern und frisch rocken soll, ohne inhaltlich zu seicht zu werden. Dafür sprechen die sozialkritischen Texte über Themen wie die Rolle Andersartiger in unserer Gesellschaft („Tick“) oder den Einsatz junger Soldaten an der Front („The End“). Abgerundet wird Nex von einer professionellen und gut abgemischten Produktion, die für meinen Geschmack höchstens ein wenig mehr Dreck hätte vertragen können. Auf den Gesamteindruck hat dieses Detail jedoch keine Auswirkungen.

Die Akustiksongs sind mehr Dreingabe als Kaufgrund

Ach ja, da war doch noch die Sache mit den Bonustracks. Die live aufgenommenen Akustikinterpretationen von Stücken wie „Fading“ und „The Worm“ sind nett umgesetzt und eine schöne Dreingabe, aber kein extra Kaufgrund. Aufgeschlossene Geister sollten NEX aber definitiv eine Chance geben. Hier bedeutet Crossover zwar nicht allzu ausgefallenes Experimentieren, dafür jedoch gut gemachter Rock/Metal, der sich nicht um irgendwelche Genregrenzen schert, sondern einfach das macht, worauf er Lust hat. Und das gelingt auf „Nex“ wirklich hervorragend.

Veröffentlichungstermin: 28.09.2008

Spielzeit: 69:31 Min.

Line-Up:
Ed Dickinson: Vocals, Guitar
Chris Kiernan: Guitar, Vocals
The Professional: Bass
Mike Garlick: Drums

Produziert von Mark Daghorn
Label: Rising Records

NEX „Nex“ Tracklist

01. Schadenfreude
02. Fading
03. The Worm
04. Paper Moon
05. Friday 13th
06. Uncle S.A.M.
07. Boneyard
08. Scissor Suicide
09. Omg
10. Master Plan
11. Tick
12. The Hand That Feeds
13. The End
14. Can’t Change Me (Acoustic)
15. Fading (Acoustic)
16. Friday 13th (Acoustic)
17. The Hand That Feeds (Acoustic)
18. Paper Moon (Acoustic)
19. The End (Acoustic)
20. Tick (Acoustic)
21. The Worm (Acoustic)

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.