NEVERMORE: Dreaming Neon Black

NEVERMORE: Dreaming Neon Black

Endlich ist es soweit! Endlich darf ich wieder den Philosophien Warrel Danes lauschen, die so schwer zu durchdringen sind, in der jeweiligen Lebenssituation jedoch auf den Punkt genau passen. Dass dies in einem großartigen musikalischen Gewand einhergehen kann, haben NEVERMORE bereits mit zwei Alben und einer EP bewiesen (von den SANCTUARY-Meisterwerken mal ganz abgesehen). Und so reiht sich auch ‚Dreaming Neon Black‘ in die Serie genialer Veröffentlichungen ein, wobei ich einfach nicht in der Lage bin, eine Rangfolge festzulegen. Ich tendiere jedoch dazu, ‚Dreaming Neon Black‘ als den bisher schlechtesten Release zu deklarieren, was ich in erster Linie mit der Rifflastigkeit des Albums begründe.

Es benötigt wieder einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Album, bis man beginnt, in groben Zügen zu erfassen, was da überhaupt alles abgeht. Dies betrifft sowohl die musikalische, als auch die lyrische Seite.
NEVERMORE stoßen den Hörer in ein Meer von Gefühlen und Klängen.

NEVERMORE lassen uns oft lange im Sturm alleine

Immer wieder droht man, im Meer der Riffs und Sounds zu ertrinken und immer wieder, wenn man die Hoffnung bereits aufgeben will, kommt die rettende Melodie, die einen wieder an die Oberfläche zieht und einem das höchste Gefühl der Glückseligkeit vermittelt, bevor man sich schon wieder im Sturm der harten Gitarren befindet. Zu Schade, dass einen NEVERMORE auf ‚Dreaming Neon Black‘ oft zu lange im Sturm alleine lassen, so dass man doch immer wieder ein paar Schluck Salzwasser abbekommt.

Gleiches gilt auch für die emotionale Seite des Albums. Der Hörer befindet sich in einem Sturm an Gefühlen, in der er klirrender Kälte genauso ausgesetzt ist, wie der Geborgenheit des Liebenden.

„Dreaming Neon Black“ integriert neue Einflüsse in den Sound

Jedes Bandmitglied hat auf ‚Dreaming Neon Black‘ sein Bestes getan, um das Album zu einer interessanten, anspruchsvollen und intelligenten Angelegenheit werden zu lassen. So strotzt das Album vor Detailverliebtheit, die erst entdeckt werden muss. Soundmäßig ist ‚Dreaming Neon Black‘ dem Vorgänger ‚Politics of Ecstasy‘ vergleichbar.
NEVERMORE sind mit ihrem progressiven Power Metal trotz der modernen Einflüsse eine Macht und beweisen auf ‚Dreaming Neon Black‘, dass sie durchaus auch weitere Einflüsse in ihren Sound integrieren können, ohne die bandeigenen Trademarks zu verlieren. Diese sind mit unkonventionellen Songstrukturen wieder genauso vorhanden, wie auch mit dem einzigartigen Gesang Warrel Danes.

Dieser hat sich auf ‚Dreaming Neon Black‘ jedoch dazu entschieden, den steinigen Weg zu gehen und so dominieren die anstrengenden, kreischigen Vocals. Umso intensiver werden dadurch aber die Momente, in denen er sich auch in tiefere Gefilde wagt oder in denen er seine engelsgleichen Melodien zum Besten gibt.

NEVERMORE tragen dick auf

Wie? Alles etwas dick aufgetragen? Sicher…aber eine Band wie NEVERMORE verdient nicht weniger und mit dem Titeltrack hat die Band mal wieder ein Meisterwerk von einer Halbballade geschaffen, die ihresgleichen sucht.

Etwas mehr Melodie wie im Song ‚No more Will‘ hätte ‚Dreaming Neon Black‘ in andere Sphären gelenkt, das gebotene Material reicht jedoch aus, dass sich der Rest der Veröffentlichungen des noch jungen Jahres an diesem Album messen müssen…wenn nicht aus subjektiven Aspekten, so doch auf jeden Fall aus musikalischen und den Anspruch betreffenden.

Line-Up

Warrel Dane – Vocals
Jim Sheppard – Bass
Jeff Loomis: Lead & Rythm Guitar
Tim Calvert – Lead & Rythm Guitar
Van Williams – Drums

Produziert von Neil Kernon
Erschienen bei Century Media

NEVERMORE „Dreaming Neon Black“ Tracklist

1. Ophidian
2. Beyond Within
3. The Death of Passion
4. I am the Dog
5. Dreaming Neon Black
6. Deconstruction
7. The Fault of the Flesh
8. The Lotus Eaters
9. Poison Godmachine
10. All play Dead
11. Cenotaph
12. No more Will
13. Forever

Fierce
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