NEKROVAULT: Totenzug: Festering Peregrination

NEKROVAULT: Totenzug: Festering Peregrination

Das erste Mal auf NEKROVAULT aufmerksam geworden bin ich kurz nach Weihnachten 2018 beim gemeinsamen Konzert mit SULPHUR AEON und CHAPEL OF DISEASE in Köln. Was für ein Abend! Alle drei Bands hatten kürzlich neues Material veröffentlicht – bei NEKROVAULT war es die „Cursed by Ascended Darkness“ 7″ – und boten an diesem Abend die Death Metal-Vollbedienung. Auch wenn NEKROVAULT für mich im übermächtigen Schatten der beiden anderen Bands an diesem Abend noch etwas untergingen, nahm ich die besagte 7″-Single mal mit und mein Interesse war geweckt. 2016 wurde die Band gegründet, 2018 folgte mit der „Obscure“ EP die erste Veröffentlichung, Ende 2018 beziehungsweise offiziell wohl erst im Januar 2019 folgte die Single, nun also das Debütalbum, erneut bei Van Records.

NEKROVAULT zelebrieren alles verschlingende Finsternis

Auf diesem zelebriert die Band aus Memmingen finsteren, modrigen Death Metal der ganz alten Schule. Kein technisches Gefrickel, keine epischen Passagen, ausschließlich dunkle Todessehnsucht und schleppende, alles verschlingende Verdammnis. Langsame, schlurfende Schritte, das Rasseln von Ketten künden von der Ankunft des Totenzugs. Dumpfe Trommeln und Gitarrendröhnen öffnen langsam den Schlund zur Unterwelt. Krächzend und grollend verschaffen die Toten sich Gehör, eine unheimliche Melodie ertönt und ganz plötzlich bricht die Hölle los.

Vor allem wenn NEKROVAULT den Fuß vom Gas nehmen, walzen sie alles platt

Wuchtig walzt der Totenzug weiter, immer wieder gibt es Tempo-Ausbrüche in denen das stoische Drumming von V den Song vorantreibt. Doch besonders effektiv sind NEKROVAULT, wenn sie langsam aber tonnenschwer alles niederwalzen. Und über allem steht diese finstere Atmosphäre, diese Düsternis, die noch lange nicht jede Death oder Black Metal-Band so auf die Kette kriegt. Und das zieht sich durch alle Songs, sei es das schleppende „Sepulkrator“ oder das mal rasende, mal höllisch groovende „Psychomanteum – Luminous Flames“.

 „Totenzug: Festering Peregrination“ ist ein finsterer Monolith

Im letzten Song „Eremitorium“ entdecken NEKROVAULT mittendrin die innere Rocksau und lassen diese in Form eines lässigen Gitarrensolos heraus. Eigentlich sollte das nach all der bedrückenden Dunkelheit irgendwie fehl am Platz wirken, tut es aber nicht. Mit ihrem ersten full length Album haben NEKROVAULT gleich einen massiven, pechschwarzen Monolithen geschaffen. Irgendwo zwischen ASPHYX, BOLT THROWER und MORBID ANGEL entfesseln die Memminger einen finsteren Strudel, in den man sich nur zu gerne fallen lässt.

Veröffentlichungsdatum: 27.03.2020

Spielzeit: 43:20

Line Up:
P. – bass & vox.
S. – guitar
SS. – lead guitar & vox.
V. – drums

Label: Van Records

Facebook: https://www.facebook.com/Nekrovault
Bandcamp: https://nekrovault.bandcamp.com

NEKROVAULT „Totenzug: Festering Peregrination“ Tracklist

1. Totenzug – Funereal Hillscapes (6:18)
2. Sepulkrator (8:02)
3. Psychomanteum – Luminous Flames (7:58)
4. Pallid Eyes (5:17)
5. Serpentrance (2:05)
6. Basilisk Fumes (4:39)
7. Eremitorium (9:01)

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.