NECROPHAGIA: Goblins Be Thine

Enjoy half an hour that makes life worth leaving…

Eine weitere Band, die mir unverständlicherweise so erfolgreich unterwegs ist, denn bis auf ihr Image war nichts Besonderes an ihnen zu entdecken, und so konnte ich mir nie eine Scheibe von ihnen öfter als einmal anhören. Bis mich dann auf einmal Goblins Be Thine erreichte. Dies ist nämlich kein typisches NECROPHAGIA-Release, hierbei handelt es sich um eine Verschmelzung aus dem typischen NECROPHAGIA-Sound und einem Horrorfilmsoundtrack, erdacht von sechs Leuten: Der Band und dem japanischen Soundbastler Mirai.

Es war zu erwarten, dass Killjoy und seinen Mannen eines Tages so etwas einfallen würde, schließlich quellen deren Heime vor Horror- und Splatterfilmen über, doch ist die Art, wie dieser Pseudo-Soundtrack erschaffen wurde etwas Neues. Immerhin wurde der ruppige Death Metal der Kulttruppe mit Synthis ersetzt, die sich einerseits sehr gut ins Gesamtbild einfügen, andererseits auch die Soundtrackatmospähre sehr gut rüber kommen lassen. Ist der Opener Sadako´s Curse noch eine relativ typische NECROPHAGIA-Nummer, wird der Eindruck vom folgenden To Sleep with the Dead gleich zerschlagen. Der frivole Song klingt krank, sexuell, sehr anzüglich und morbide, beinhaltet keine Gitarren. Allein Samples und krankhafter Sprechgesang verschaffen Gänsehaut.

Beim folgenden, zwölfminütigen Young Burial steigert sich dies noch einmal, in Sachen Abwechslungs- und Ideenreichtum ist der Song nicht zu schlagen, die Trademarks der ersten beiden Songs werden miteinander verschmolzen und erzeugen so eine dichte, wahrlich filmreife Atmosphäre. The Fog ist ein kaltherziges, widerliches Stück, das sich ekelhaft vor sich hin schleppt und durch den verzerrten und bösen Gesang unendlich böse wirkt. Der Titeltrack bietet wiederum hauptsächlich Synthis und Samples, kann aber nicht so überzeugen wie der Rest der Scheibe. Der abschließende Hidden Track hingegen ist mit seinen eingestreuten Filmsequenzen und hektisch eingefügten Songfragmenten wieder ein Beweis für das große Ideenreichtum auf Goblins Be Thine.

Der überraschenderweise glasklare Klang der Scheibe, die geniale Aufmachung des Digis und die tolle Idee, die dieser Veröffentlichung zu Grunde liegt macht die Scheibe essentiell für alle Gore- und NECROPHAGIA-Fans und für alle Horrorfilmfreaks. Eine absolut gelungene Überraschung, mit der ich nicht gerechnet hätte.

Veröffentlichungstermin: 15. März 2004

Spielzeit: 31:52 Min.

Line-Up:
Killjoy – Blackblood Vomiting and Corpse Shrieks

Fug – Necromantic Six String Suicide

Frediablo – Morgue Fiend, Masturbator of Hellstrings

Iscariah – Desecrator of Goatsblood and Cloven Hoofs

Titta – Tombstones and Witchfyre

Mirai – Grand Inquisitor of Pain Torture and Hauntings

Produziert von NECROPHAGIA
Label: Red Stream

Homepage: http://www.necrophagia.com

Tracklist:
1. Sadako´s Curse

2. To Sleep with the Dead

3. Young Burial

4. The Fog

5. Goblins Be Thine