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NECRODEATH: Black As Pitch

Der Albumtitel verschweigt, daß neben zappendusterem Black Metal auch rasender Thrash Metal und einige Death-Elemente die Hauptrolle auf der mittlerweile vierten Scheibe der Italiener mit dem doppelt gemoppelten Bandnamen spielen.

Der Albumtitel verschweigt, daß neben zappendusterem Black Metal auch rasender Thrash Metal und einige Death-Elemente die Hauptrolle auf der mittlerweile vierten Scheibe der Italiener mit dem doppelt gemoppelten Bandnamen spielen. Vorangepeitscht vom aggressiven Kreischgesang des Schreihalses rasen die Jungs um den ehemaligen SADIST-Drummer Peso durch die elf Songs auf Black As Pitch, daß es eine helle, äh, finstere Freude ist. Brecher wie Red As Blood und Mortal Consequence besitzen die Freundlichkeit eines äußerst angepißten und hungrigen Rottweilers beim Anblick eines Briefträgers, während in Burn And Deny, Anatagon sowie der Hymne Church´s Black Book eine geschickt eingeflochtene Akustikgitarre für eine Verschnaufspause und zugleich auch für eine Steigerung der düsteren Atmosphäre auf dem Album sorgt. Nicht zuletzt wegen der grellen Stimme wirkt Black As Pitch wie ein Album, das SADUS hätten aufnehmen können, wenn sie sich nicht immer wieder in technischen Spielereien und umständlichen Arrangements verrannt hätten. NECRODEATH gehen lieber den direkten Weg, oder besser gesagt: Sie walzen einfach alles platt, was sich ihnen entgegenstellt. Dabei variieren sie geschickt das Tempo, büßen zugleich aber auch bei einem gedrosselten Song wie Process Of Violation nichts an Heaviness und Brachialität ein. Bei diesen Altmeistern (mit Unterbrechungen seit 1984 aktiv) könnte so manch eine Black Metal-Band Nachhilfe in Sachen Kompromißlosigkeit und Brutalität nehmen! Daß Black As Pitch einem akustischen Tritt in die Magengegend sehr nahe kommt, verdankt die Platte zudem dem klaren, fetten Sound, der einen ein ums andere Mal unsichere Blicke über die Schulter werfen läßt, ob die Band ihre Marshalls und ihr Drumkit nicht sogar direkt hinter einem in der heimischen Bude aufgebaut hat. Um dieses Gefühl nachvollziehen zu können, solltet ihr schleunigst mit erhobener Teufelsfaust in den Plattenladen stürmen und euch ein Exemplar von NECRODEATHs Lehrstunde in Sachen Thrash/Black Metal sichern…Einziger Schwachpunkt der Scheibe: die eher knappe Spielzeit von etwas mehr als einer halben Stunde, das Outro von Church´s Black Book nicht mitgerechnet, wo minutenlang mittelalterliche Greueltaten im Namen der Kirche aufgezählt werden – etwas, das angesichts von Kreuzzugsrhetorik und Aufrufen zum Heiligen Krieg in diesen Tagen eine ganz eigene, unbeabsichtigte Aktualität bekommt.

Spielzeit: 39:00 Min.

Produziert von Pelle Saether
Label: Scarlet

Tracklist:
Red As Blood

Riot Of Stars

Burn And Deny

Mortal Consequence

Sacrifice 2K1

Process Of Violation

Anagaton

Killing Time

Saviors Of Hate

Join The Pain

Church´s Black Book

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