NAZARETH: Homecoming

Mit „Homecoming“ liegt nun also ein Livemitschnitt von NAZARETH vor – der erste offizielle seit dem legendären „Snaz“-Album aus dem Jahre 1981. Um allen Fans/Alben gerecht zu werden, hätte man wohl eine Doppel-CD veröffentlichen müssen, so daß sich Herren ansonsten hier auf einen mehr oder weniger „Nummer Sicher“-Set beschränken, dessen Schwerpunkt auf den Jahren 1973 – 1975 liegt.

Eine Band, die ich schon seit meiner frühesten Jugend mag, ist NAZARETH aus Schottland. Zwar war es in den letzten Jahren plattentechnisch recht still um die Band, doch live sind die Schotten nachwievor sehr lebendig. Mit „Homecoming“ liegt nun ein (auch auf DVD/VHS erhältlicher) Livemitschnitt vor – der erste offizielle seit dem (immer noch) legendären „Snaz“-Album aus dem Jahre 1981. Natürlich ist das Line-up nicht mehr dasselbe wie zu Zeiten den Debütalbums „Nazareth“ aus dem Jahre 1971. Die Anfänge der Band reichen sogar (unter dem Namen THE SHADETTES) bis 1961 zurück. Mann, da gab’s die BEATLES, Hendrix, Joplin und Morrison lebten noch und von BLACK SABBATH, DEEP PURPLE und LED ZEPPELIN redete noch kein Mensch. 1968 benannte man sich in NAZARETH um und veröffentlichte im Laufe der folgenden Jahre bzw. Jahrzehnte etliche Platten (hab’ ich richtig gezählt, sind wir bei mittlerweile zwanzig Studioscheiben) und landete viele Hits. Heutzutage gehören von den alten Recken nur noch Sänger Dan McCafferty (kaum ein Sänger hat den Begriff „Rock-Röhre“ mehr verdient, als der mittlerweile 55-jährige Schotte) und Basser Pete Agnew zum Line-up, das von Keyboarder Ronnie Leahy (seit 1995 in der Band), Gitarrist Jimmy Murrsion (seit fast acht Jahren dabei) und Lee Agnew (dem 31-jährigen Sohn des Bassers, der 1999 den verstorbenen Ur-Drummer Darrell Sweet ersetzte) komplettiert wird. Auf „Homecoming“ gibt’s sechszehn (in Glasgow mitgeschnittene) Songs (72:02 Min.) zu hören und natürlich sind viele der zahlreichen Hits vertreten („Razamanaz“, „Dream on“, „Bad Bad Boy“, „Love Hurts“, „My White Bicycle“ oder „Broken Down Angel“) – doch genauso natürlich sind viele der zahlreichen Hits NICHT zu hören (wo sind Klassiker wie „Shanhai’d in Shanghai“, „Turn on your Receiver“, „Holy Roller“ oder, oder, oder…). Um allen Fans/Alben gerecht zu werden, hätte man wohl eine Doppel-CD veröffentlichen müssen, so daß sich Herren ansonsten hier auf einen mehr oder weniger „Nummer Sicher“-Set beschränken, dessen Schwerpunkt auf den Jahren 1973 – 1975 (bzw. den Alben „Razamanaz“, „Loud’n’Proud“ und „Hair of the Dog“) liegt. Die Achtziger werden mit nur drei Songs gestreift („Holiday“, „Dream On“, „Heart’s grown cold“), die Neunziger mit Ausnahme von „When the Light comes down“ vom 98er „Boogaloo“-Album, dem bisher letzten Studioalbum (fast) gar nicht beachtet – und mit „Walk by Yourself“ hat sich – glaube ich zumindest – sogar ein neuer Song aufs Album geschmuggelt. Zu meckern gibt es so gut wie nix, auch wenn es die Herren zeitweise etwas gemäßigter angehen lassen. Unter’m Strich gibt’s erdigen, zeitlosen Rock’n’Roll, der zwar etwas unmodern klingen mag, aber alles andere als verstaubt oder angerostet wirkt. Was will man mehr? Höchstens noch die wiederveröffentlichten zwanzig „digitally remastered“ catalogue albums mit Bonussongs, neuen Fotos und Liner-Notes… (

Spielzeit: 72:02 Min.

Line-Up:
Dan McCafferty (Vocals)

Jimmy Murrison (Gitarre)

Pete Agnew (Bass)

Ronnie Leahy (Keyboards)

Lee Agnew (Drums)

Produziert von Dan Priest
Label: Eagle Records

Homepage: http://www.naz-net.com

Tracklist:
When the Lights come down

Razamanaz

Miss Misery

Holiday

Dream on

Simple Solution

My White Bicycle

Walk by Yourself

Bad Bad Boy

Hearts grown cold

Broken down Angel

Whiskey Drinkin Woman

Hair of the Dog

This Flight Tonight

Beggar´s Day

Love Hurts