MOON’DOC: Realm of Legends

Starker powervoller Melodic Metal der alten Schule. MOON´DOC klingen nicht besonders eigenständig und machen auch nichts großartig Neues, das machen sie aber auf einem sehr hohen Niveau und mit einer ordentlichen Power!

MOON’DOC, die Dritte! Erneut bietet die Band um Ex-VICTORY-Gitarrist Herman Frank gehobenen powervollen Melodic Metal. Legen wir also erneut die Fierce’sche Bewertungschablone an und was müssen wir feststellen? Es ist nicht leicht für mich, zu erklären, warum mir “Realm of Legends” so gut gefällt. Da gibt es einige Punkte, wegen derer bei mir schon viele Bands durchgefallen sind, die mich bei MOON’DOC aber irgendwie nicht stören. Zum einen wäre da mal die Sache mit der Eigenständigkeit. Auch bei MOON’DOC hätte ich so meine Schwierigkeiten, wenn ich einen Song der Band irgendwo hören würde, gleich draufzukommen, dass es sich hier jetzt um diese Band handelt. Ich könnte jetzt nicht sagen, was ganz typisch MOON’DOC ist, denn selbst die großartige Stimme von Jürgen Wulfes kann nicht gerade als unvergleichlich bezeichnet werden. Da gibt es einige dutzend Melodic Metal Sänger, die ähnlich klingen.

Und auch was die Musik betrifft, so bieten MOON’DOC nichts wirklich Neues. Warum sollte ich jetzt also diese Band hochloben, wenn ich andere aus diesen Gründen niedermache? Vielleicht liegt es an der starken Power Metal-Schlagseite, die die Musik auf “Realm of Legends” bestimmt. Die Songs sind sehr druckvoll eingespielt und treten ordentlich Arsch. Oder liegt es an den ziemlich guten Melodien, die MOON’DOC auf dieser CD verewigt haben? Oder eben daran, dass Jürgen Wulfes einfach noch ein bisschen mehr Gefühl und Emotionalität in die Melodielinien legt, als es bei manchem Kollegen der Fall ist? Oder an dem starken textlichen Konzept, das den Songs zugrunde liegt? Ich kann es wirklich nicht eindeutig beantworten.

MOON’DOC zeigen, dass man auch heute noch traditionelle Melodic Metal spielen kann, ohne zu langweilen

Fakt ist jedoch, dass all das oben Genannte dazu beiträgt, dass ich mich für “Realm of Legends” wirklich begeistern kann. Zwar gibt’s beim Hören des kompletten Albums auch mal den ein oder anderen Durchhänger, bei dem man mit den Gedanken etwas abschweift, dafür wird man mit Songs wie “(In the Name of) the Lord” oder “Fallin’ Angels” (ist der Refrain nun von KREYSON geklaut oder ist die Ähnlichkeit Zufall?) aber schnell wieder zurückgeholt, die etwas eingängiger und vielleicht sogar poppiger ausgefallen sind als der Rest des Albums, dafür aber Abwechslung in die Geschichte bringen.

Doch, das gefällt mir wirklich gut und ich bin mal wieder davon überzeugt, dass man auch heute noch traditionellen Melodic Metal spielen kann, ohne langweilig zu klingen.

Veröffentlichungstermin: 25.05.2000

Spielzeit: 51:59 Min.

Line-Up:

Herman Frank – guitars
Jürgen Wulfes – vocals
Frank Haase – bass
Fritz Randow – drums
Ossy Pfeiffer – keyboards

Produziert von Gerhard Wölfle
Label: CMM

MON’DOC “Realm Of Legends” Tracklist

1. Intro
2. Welcome to the Show
3. Cry to the Moon
4. Sun King
5. Iron Tears
6. (In the Name of) the Lord
7. Watching your Way
8. Fallin’ Angels
9. Burn down
10. Point of no Return
11. Pour Ayleen