MONUMENTS: Gnosis

MONUMENTS: Gnosis

Und da sind wir wieder beim Thema Mode. Der distinktive Gitarrensound, der MESHUGGAH spätestens seit „Destroy, Erase, Improve“ vom versammelten Rest abhebte, erlebt aktuell einen späten Frühling. Das nennt sich nun seltsamerweise Djent und ist in der modernen Subszene offenkundig der letzte Schrei. Dabei hinkt der Vergleich mit MESHUGGAH vielerorts, denn auch MONUMENTS sind auf „Gnosis“ den aktuellen Trendvorreitern PERIPHERY wesentlich näher als den Schweden, die in den Neunzigern indirekt ein Subgenre mitbegründeten, ohne zu wissen, dass es jemals existieren würde.

„Gnosis“ funktioniert im Prinzip nach einem einfach-komplexen Masterplan. Der markante Gitarrensound verknotet komplizierte, wendungsreiche Riffs mit harschen Shouts und melodiefixierten Passagen, in denen Fronter Matt Rose glatten Klargesang auspackt. Auf dem Papier wird also das Gehirn genauso gefordert wie die einfach gestrickte Seele gestreichelt – sofern man das bei einem Metal-Album aus dem Extrembereich überhaupt so nennen darf. Auf diesem Schema baut sämtliches Material der Platte auf, was es auf den zweiten Blick zu seinem eigenen Fluch werden lässt.

MONUMENTS schreiben mit dem Finger in den Sand

So ordentlich MONUMENTS ihr Handwerk umsetzen, so wenig bleibt in letzter Konsequenz hängen. Die Briten ritzen ihren Namen nicht in Stein, sie schreiben mit dem Finger in den Sand – das Niedergebrachte ist schnell wieder überspült. Ob die Nachricht nun „Admit Defeat“ oder „Empty Vessels Make The Most Noise“ hieß, verwischt angesichts der Homogenität des Materials innerhalb von Minuten. Darunter leidet „Gnosis“ spürbar, obwohl „The Uncollective“, „97% Static“ und „Doxa“ durchaus gute Songs sind. Dafür gefällt die trocken und steril gehaltene Produktion in jeder Hinsicht: Das Debüt der Londoner ist nicht überdimensional aufgeblasen, sondern erweckt manchmal den Eindruck, durch einen Transmitter gefiltert worden zu sein. Passend und unverbraucht.

Zwischen progressiven, technischen Instrumentallabyrinthen und eingängigen Parts, die sicher den Weg durch die Gänge weisen, wildern MONUMENTS im selben Revier wie PERIPHERY oder TESSERACT. Das gelingt zwar mit solidem Erfolg, weist auf songschreiberischer Ebene allerdings kaum Dynamik auf, sobald man den Blick auf das Gesamtwerk richtet. Ein Defizit, das bei musikalischen Trends keine Seltenheit ist und deutlich untermauert, weshalb der qualitative Unterschied zwischen Speerspitze und Gefolge teils eklatant groß erscheint. Interessant ist dieses Debütalbum deshalb ausschließlich für treue Fans der Djent-Bewegung.

Veröffentlichungstermin: 24.08.2012

Spielzeit: 41:13 Min.

Line-Up:
Matt Rose – Vocals
John Browne – Guitar
Olly Steele – Guitar
Adam Swan – Bass
Mike Malyan – Drums

Produziert von John Browne und Dan Weller (Vocals)
Label: Century Media

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/thisismonuments

MONUMENTS „Gnosis“ Tracklist

1. Admit Defeat
2. Degenerate (Audio bei YouTube)
3. Doxa (Audio bei YouTube)
4. The Uncollective
5. Blue Sky Thinking
6. 97% Static (Video bei YouTube)
7. Empty Vessels Make The Most Noise
8. Regenerate (Video bei YouTube)
9. Denial

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.