MONOLITHE: Monolithe II

MONOLITHE: Monolithe II

Wir befinden uns in der Urzeit. Ein Monolith fällt auf die Erde nieder. Das ist der Beginn von 2001 – A Space Odyssey des großen Stanley Kubrick. 2001 ist auch das Gründungsjahr von MONOLITHE, einer außergewöhnlichen Doom Metal-Band um den ANTHEMON-Gitarristen Sylvain Bégot, die sich bei der Wahl des Bandnamens von diesem Meilenstein der Filmgeschichte hat inspirieren lassen. Doch diese Inspiration scheint weit über den Bandnamen hinaus zu gehen: Auf ihrem ersten Album erkundeten die Franzosen die Wurzeln der Menscheit und griffen damit eines der Kernthemen des Filmes auf.

Mit Monolithe II haben die Musiker nun erneut ein etwa fünfzigminütiges Mammutwerk geschaffen, die perfekte Vertonung einer Reise durch die Weiten des Alls. Der extrem düstere Death-Doom kriecht förmlich dahin. Schier endlos wiederholen sich zähflüssige, langgezogene Gitarrenriffs und sphärische, majestätische Synthesizer-Klänge, nur sporadisch von ebenso monotonen Growls, aber auch mal von einem Akkordeon ergänzt, dafür umso öfter von Gitarrenleads, welche das Epos Monolithe II vorantreiben.

2001 – A Space Odyssey erzählt die Geschichte der Evolution. Die Entwicklung der Musik auf diesem Album geschieht ebenso schleichend wie die des Menschen. Plötzliche Veränderungen gibt es keine. Nur langsam, ganz langsam werden musikalische Themen zaghaft variiert und weiterentwickelt. Nein, es passiert wirklich nicht viel in Monolithe II, eine weitere Parallele zu Kubricks Meisterwerk. Und ähnlich wie beim Film versteht man auch Monolithe II nicht sofort, sondern benötigt einige Durchgänge. Viel hängen bleibt von dem, was man gehört hat, nämlich zunächst nicht. Zurück bleibt vielmehr ein Hörer, der von der Intensität des Monolithen überwältigt ist, von der beklemmenden, unheimlichen Atmosphäre, von den Bildern, die die Musik hervorruft.

Gängige Regeln der Popularmusik haben bei MONOLITHE keine Gültigkeit. Für Hooklines und gängige Schemata ist kein Platz. Das mag vielen langweilig erscheinen – lässt man sich aber darauf ein, so ist die Wirkung gewaltig. Monolithe II ist auf seine Art ein Kunstwerk wie 2001 – A Space Odyssey, ohne den es dieses Album so niemals gegeben hätte. Ob den Musikern aber jemals die Anerkennung zuteil werden wird wie Stanley Kubrick, darf bezweifelt werden.

Veröffentlichungstermin: 25.04.2005

Spielzeit: 50:27 Min.

Line-Up:
Richard Loudin – vocals

Sylvain Bégot – guitars & devices

Kristofer Lorent – bass

Benoît Blin – guitars

Manu Mechling – accordion
Label: Appease Me/Candlelight Records

Hompage: http://www.monolithe.free.fr

Tracklist:
1. Monolithe II