MERCYFUL FATE: 9

MERCYFUL FATE: 9

Oh, wie geil! MERCYFUL FATE haben sich wieder erholt! Nach dem recht schwachen Vorgänger ‚Dead Again‘ ist ‚9‘ wirklich ein echter Hammer geworden. Dabei hat sich musikalisch bei MERCYFUL FATE nicht so viel getan, die Band ist immer noch unter Tausenden herauszuhören und ihrem eigenständigen Stil absolut treu geblieben. Wichtigster Unterschied zum Material der letzten Zeit ist, dass die Band endlich wieder Ideen hat. Das kreative Loch scheint überwunden und 1999 hat es die Band absolut nicht mehr nötig, mit billigen Effekten wie beim Song ‚Fifteen Men‘ (auf ‚Into the Unknown‘) Ideenreichtum vorzuspielen. MERCYFUL FATE überzeugen auf ‚9‘ mit musikalischen Einfällen, die sich sowohl im Songwriting, als auch in der Art des Gitarrenspiels niederschlagen.

MERCYFUL FATE sind wieder experimentierfreudiger geworden

Schon beim Opener ‚Last Rites‘ wird einem von erster Sekunde an bewusst, dass die Band wieder um einiges experimentierfreudiger geworden ist, und nur so sind meiner Meinung nach Klassiker wie ‚Melissah‘ oder ‚Don’t break the Oath‘ entstanden.

Dass die Band dabei nicht soweit geht, dass sie sich komplett von ihren Wurzeln wegbewegt, dürfte jedem, der die Musiker kennt, klar sein, ganz im Gegenteil, die Musik ist absolut typisch. Genauso die Texte und Vocals vom King, der genau das bietet, was jeder von ihm erwartet. Vor allem beweist er mal wieder in seinen kleinen Horrorstorys, dass man Satanismus auch auf intelligente Weise an den Mann bringen kann. Und passend zu den Texten kommt auf ‚9‘ auch wieder diese besondere okkulte Atmosphäre zum Zug, wie z.B. bei ‚Church of Saint Anne‘ oder zu Beginn von ‚Kiss the Demon‘.

„9“ hält, was das Cover-Artwork verspricht

Was mich teilweise jedoch etwas befremdet, ist die Tatsache, dass sich die Musik von MERCYFUL FATE und KING DIAMOND nun doch immer mehr anzunähern scheint, so hätte ‚House on the Hill‘ unterlegt mit Keyboards meiner Meinung nach genauso auf einem ‚Soloalbum‘ des King stehen können.

Weitere Besonderheit von ‚9‘ ist noch der Song ‚Insane‘, der wohl der schnellste in der Karriere von MERCYFUL FATE darstellen dürfte, jedenfalls fällt mir momentan kein schnellerer ein. Über die Produktion muss man sich beim Perfektionisten King Diamond ja eh nicht auslassen und so bleibt mir zum Schluss nur noch anzumerken, dass das großartig geile Cover genau das verspricht, was musikalisch auch auf der CD zu hören ist.
Hoffentlich erholt sich der King bei seiner zweiten Band ebenfalls wieder aus dem Kreativtief, in dem er bei ‚Voodoo‘ zu stecken schien.

Veröffentlichungstermin: 25.05.98

Spielzeit: 41:51 min.

Line-Up

King Diamond – Vocals
Hank Shermann – Guitars
Mike Wead – Guitar
Sharlee D’Angelo – Bass
Bjarne T Holm – Drums

Produziert von Kol Marshall & Mercyful Fate
Erschienen bei Metal Blade

MERCYFUL FATE „9“ Tracklist

1. Last Rites
2. Church of Saint Anne
3. Sold my Soul
4. House on the Hill
5. Burn in Hell
6. The Grave
7. Insane
8. Kiss the Demon
9. Buried Alive
10. 9

Fierce
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