LORDI: Killection

LORDI: Killection

Schön, dass mich LORDI nach all den Jahren noch immer belustigen können! „Killection“ ist ein fiktives Compilation-Album. Die finnischen Gruselrocker LORDI haben auf ihrem aktuellen Werk elf Songs gesammelt, welche ihre Hits in den 25 Jahren vor der Gründung 1992 gewesen wären, hätten LORDI schon existiert. Um dem Sound so nahe wie möglich zu kommen, haben LORDI die Songs aus den verschiedenen musikalischen Jahrzehnten in unterschiedlichen Studios aufgenommen. Sie wurden mit unterschiedlichen Instrumenten und Vorgehensweisen, so wie man das in der jeweiligen Zeit eben aufgenommen hätte, eingespielt.

Mr. Lordi berichtet: „Wir haben uns authentische Instrumente und Amps aus den jeweiligen Jahrzehnten ausgeliehen, um die Nummern auch tatsächlich mit Orignal-Equipment aus der Zeit einspielen zu können. Die Songs aus den 70ern haben wir analog auf einem 24-Spuren-Tape eingespielt, wie es damals üblich war. Und wir haben eine echte Hammond-Orgel benutzt, um die Keyboard-Sounds der damaligen Zeit nachzuempfinden. Die Recordings haben irre Spaß gemacht, weil wir uns ja alle gleichzeitig im Studio einfinden mussten, um auch wirklich analog aufnehmen zu können. Das war unglaublich herausfordernd und zugleich unfassbar reich an Erfahrungen und Eindrücken. Wenn einer von uns einen Fehler gemacht hat, dann ist der eins zu eins so auf dem Track gelandet. Die Technik hat damals wenig Trickserei zugelassen.“

„Killection“ rockt ungewohnt abwechslungsreich!

Eingebettet sind die Tracks in eine ebenfalls fiktive Rock-Radioshow von „Radio SCG 10“, die das ganze witzig auflockert. Das Intro, die erste Radioshow „Radio SCG 10“ reißt verschiedene Rock Stile an und bereitet so den Hörer auf die abwechslungsreiche Show vor. Anschließend rocken LORDI „Horror For Hire“ synthetisch und mit Eröffnungsscream los. Unverkennbar LORDI mit den bösen rauhen Vocals Mr. Lordis und eingängigem Refrain. „Shake The Baby Silent“ hingegen nervt etwas mit zuviel Durcheinander. Babygeschrei, eingebettet in endlose Wiederholungen des Refrains und quengeliger Melodie dazwischen.

LORDI können auch schnulzig!

Absolut gelungen hingegen finde ich das darauf folgende „Like A Bee To The Honey“. Okay, der Track präsentiert sich fast etwas schnulzig, lässt aber die sonst gerne so böse Stimme des Frontmanns mal überraschend sanft erklingen. Und genauso abwechslungsreich geht es weiter. „Blow My Fuse“ erfreut mit uraltem Sound und verzerrtem Gitarrengeschredder. Hier dringen die alten Instrumente und Aufnahmetechniken wirklich ans Ohr. Ob man das mag, sei dahingestellt, aber auf jeden Fall wären das die LORDI der frühen 80er gewesen. Und wenn man die Gruselfinnen noch ein weiteres Jahrzehnt zurückbeamt, wären sie in den 70ern mit „Zombimbo“ sogar discofähig gewesen. Gegen Ende der Scheibe werden LORDI härter, legen Schnulzigkeit und alles was irgendwie eingängig rockt ab, und erfreuen mich mit “Cutterfly“ und dem teilthrashigen „Evil“. Abschließend beendet die Radioshow „SCG 10 I Am Here“ LORDIs „Killection“.

Fazit: LORDIs Compilation-Album ist eine gelungene Fiktion. „Killection“ ist so abwechslungsreich, wie LORDI noch nie waren und eine absolut witzige Idee. Trotzdem freue ich mich auf den Nachfolger der Neuzeit. „Monstereophonic“ und „Sexorcism“ brauchen schließlich einen würdigen Nachfolger. Kann nicht so lange dauern, die Finnen sind ja sehr fleißig.

Veröffentlichung: 31.01.2020

Spielzeit: 52:32 min.

Line-Up:
Mr. Lordi: Vocals
Mr. Amen: Guitars
Mr. Hiisi: Bass
Mr. Mana: Drums
Ms. Hella: Keyboards

Label: AFM Records/ Soulfood Music

Band-Homepage: https://www.lordi.fi/

Mehr im Netz: https://de-de.facebook.com/LordiOfficial/
https://lordi2.bandcamp.com/

Tracklist LORDI „Killection“:

01. Radio SCG 10
02. Horror For Hire
03. Shake The Baby Silent (Lyric-Video bei YouTube)
04. Like A Bee To The Honey (Lyric-Video bei YouTube)
05. Apollyon
06. SCG10 The Last Hour
07. Blow My Fuse
08. I Dug A Hole In The Yard For You (Video bei YouTube)
09. Zombimbo
10. Up To No Good
11. SCG10 Demonic Semitones
12. Cutterfly
13. Evil
14. Scream Demon
15. SCG10 I Am Here
Anke Braun
Anke ist seit 2016 bei vampster, kümmert sich um Reviews und zieht mit Charme und Kamera bewaffnet durch Metalkonzerte. Lieblingsbands: PRONG, HELLYEAH, DEATH ANGEL, SODOM. Genres: Heavy Metal, Speed/Thrash Metal.