LORD BELIAL: Nocturnal Beast

Ein professionell gespieltes, melodisches Black Metal-Album, songwriterisch im oberen Mittelfeld und mit Defiziten in der Produktion.

Nicht viel Neues im Hause LORD BELIAL: Auch Album Nummer sechs wurde unter der Regie von Andy LaRocque eingezimmert. Ist man von diesem eigentlich eine konstant hohe Qualität gewohnt, so bleibt die Produktion von Nocturnal Beast leider hinter den Erwartungen zurück, fehlt es doch dem Schlagzeug, besonders der Snare-Drum, an Durchschlagskraft.

Auch musikalisch halten sich die Veränderungen gegenüber dem Vorgänger in Grenzen: Eingerahmt in ein kurzes, wenig aussagekräftiges und damit überflüssiges Intro und ein stimmungsvolles, schon eher vertretbares Outro, setzen die Schweden kompositorisch die Linie von The Seal Of Belial konsequent fort. Weiterhin stehen LORD BELIAL für melodischen, atmosphärischen Black Metal mit Death Metal-Einflüssen, wobei letztere allerdings wieder ein wenig zurückgefahren wurden. Immer noch reichert die Band ihre Musik mit versiert gespielten, aber nicht wirklich virtuosen Gitarrensoli an, welche in diesem Genre eher selten anzutreffen sind, und immer noch versucht man, mithilfe reichlich eingesetzter cleaner Gitarren, die zeitgleich zu den verzerrten Schrammel-Riffs ertönen, für Atmosphäre zu sorgen. Besonders gelungen ist dies der Band beim düsteren Nocturnus.

Was die Schweden leider ebenfalls von ihren bisherigen Werken übernommen haben, ist die Tatsache, dass ihre Songs immer noch fast alle nach einem ähnlichen Rezept aufgebaut sind, was die Musik entsprechend vorhersehbar macht. Besonders die rhythmische Gleichförmigkeit, aus der man nur in den von rasend schnellem Drumming geprägten Succubi Infernal und Demonic Possession ausbricht, macht sich schnell negativ bemerkbar. Konnte man auf dem letzten Album aber dieses Manko noch mit einigen atmosphärisch dichten und durch hochklassige Melodien mitreißenden kompositorischen Glanzleistungen ausgleichen, so zeigt sich auf Nocturnal Beast eine beängstigende Ideenlosigkeit. Handwerklich ist nach wie vor alles im grünen Bereich, allein den Songs fehlt es in jeder Hinsicht an Abwechslung und interessanten Ideen.

Was bleibt, ist ein professionell gespieltes, melodisches Black Metal-Album, songwriterisch im oberen Mittelfeld und mit Defiziten in der Produktion.

Veröffentlichungstermin: 23.11.2005

Spielzeit: 43:38 Min.

Line-Up:
Thomas Backelin – Gitarren und Gesang

Hjalmar Nielsen – Leadgitarren

Anders Backelin – Bass

Micke Backelin – Drums

Produziert von Andy LaRocque
Label: Regain Records

Homepage: http://www.lordbelial.com

Tracklist:
1. Invocation Of The 68th Demon (intro)

2. Succubi Infernal

3. Demonic Possession

4. Desolate Passage

5. Nocturnus

6. Insufferable Rituals

7. Monarchy of Death

8. Fleshbound

9. Spiritual Damnation

10. Indoctrination of Human Sorrow

11. DeathMarch (outro)