LOCK UP: Pleasures Pave Sewers

Auch bei Napalm Death scheint man den guten alten Zeiten nachzutrauern, und deshalb beschlossen Jesse Pintado und Shane Embury von Napalm Death unter dem Namen Lock Up ein Album herauszubringen, das sich auf alte Tugenden besinnt. "Pleasure Paves Sewers" donnert gewaltig und kompakt aus den Boxen, neben klassischen Death-Metal Riffing sorgen Grind-Core Attacken für Abwechslung…

Auch bei NAPALM DEATH scheint man den guten alten Zeiten nachzutrauern, und deshalb beschlossen Jesse Pintado und Shane Embury von NAPALM DEATH unter dem Namen LOCK UP ein Album herauszubringen, das sich auf alte Tugenden besinnt.

Zur Unterstützung holten sie sich Peter Tägtgren (HYPOCRISY) und Nick Barker (DIMMU BORGIR, Ex-CRADLE OF FILTH). Gemeinsam haben die Herren zwölf brutale Death Metal-Kracher eingeprügelt.

Auf “Pleasures Pave Sewers” gibt es kein stumpfes Geprügel, sondern eine geballte Ladung Aggression

“Pleasures Pave Sewers” donnert gewaltig und kompakt aus den Boxen, neben klassischem Death Metal-Riffing sorgen Grindcore-Attacken für Abwechslung. LOCK UP bieten kein stumpfes Geprügel, sondern eine geballte Ladung Aggression. Dass die Herren ihr Handwerk verstehen, dürfte außer Zweifel stehen, besonders Nick Barkers Drumming ist es wert, genau hinzuhören. Mich persönlich stört zwar der ziemlich helle Klang der Doublebass-Rasereien etwas, doch das ist Geschmackssache. Ansonsten sind sein exaktes Timing und seine ganz eigene Art zu spielen einfach bewundernswert, jeder Schlag sitzt. Wie macht er das, ohne sich die Arme zu verknoten?

Tägtgrens Vocals sind zwar ein klein wenig zu weit in den Hintergrund gemischt, dennoch zeigt der Schreihals beeindruckend, wie aggressive Growls zu klingen haben – ohne durch monotones Durchbrüllen zu nerven. Die griffigen Riffs setzen sich zwar nicht sofort im Hirn des Hörers fest, doch nach ein paar Durchgängen wird deutlich, dass sich in den recht komplexen Songs das ein oder andere Killerriff versteckt.

LOCK UP spielen aus dem Bauch heraus

Der große Pluspunkt dieses Albums ist die Spontaneität, mit der die vier zur Sachen gehen. Die Songs klingen wie aus einem Guss, ohne Firlefanz und ohne Langeweile. Neu erfinden kann man diese Musik nicht, aber die Band zeigt vielen anderen, wie Death Metal klingt, wenn man es richtig macht. LOCK UP balancieren zwischen reiner Gewalt und technischem Können, ohne nach einer Seite umzukippen. Im Gegensatz zu “B.i.b.l.e.” von MEATHOOK SEED, dem Side-Project von Mitch Harris (auch NAPALM DEATH), das reichlich gekünstelt und gewollt klingt, spielen LOCK UP aus dem Bauch heraus und genau das macht die Qualität dieses Albums aus.

Zwei Dinge gibt’s dann doch noch zu bemängeln: Das bunte Cover wirkt ziemlich billig und knapp 28 Minuten Spielzeit sind auch nicht gerade viel Gegenwert für 30 Mark – auch wenn man jetzt natürlich gegenhalten könnte, dass “Reign in Blood” auch nicht länger ist. Doch welches Album kann man schon mit SLAYERs Meisterwerk vergleichen?

Für Freunde gepflegter Prügeleien ist “Pleasure Paves Sewers” sicher eine Empfehlung wert, wer mit Death Metal noch nie viel anfangen konnte, wird “Pleasures Pave Sewers” nicht interessieren.

Anspieltipp: Delirium; Afterlife in Purgatory

Line-Up:

Peter Tägtgren – Vocals
Jesse Pintado – Gitarre
Shane Embury – Bass
Nick Barker – Drums

Spielzeit: 27: 16