LANFEAR: The Art Effect

Es sieht tatsächlich so aus, als wäre "The Art Effect", das nunmehr dritte Album der süddeutschen LANFEAR der große Durchbruch für die Band, den man mit der Veröffentlichung des letzten Werkes "Zero Poems" so sicher nicht erwartet hätte. Ein melodisches Powermetal-Album, das die Konkurrenz hinter sich lässt.

Es sieht tatsächlich so aus, als wäre The Art Effect, das nunmehr dritte Album der süddeutschen LANFEAR der große Durchbruch für die Band, den man mit der Veröffentlichung des letzten Werkes Zero Poems so sicher nicht erwartet hätte. Auch wenn er bereits zum damaligen Zeitpunkt wohlverdient gewesen wäre, da man sich schon damals auf einem extreme hohen musikalischen Level befand und mit viel Herzblut an die Sache ran ging.

Manch einer, de die Entwicklung von LANFEAR recht oberflächlich beobachtet hat, mag nun schnell dabei sein, den sich anbahnenden jetzigen Erfolg der Band damit in Verbindung zu bringen, dass der Sound im Jahre 2003 weitaus geradliniger ausgefallen ist, als in den früheren Tagen und man auch sonst eher angepasster klingt. Doch wer sich etwas genauer mit LANFEAR auseinandergesetzt hat, dem dürfte klar sein, dass sich an der ehrlichen Einstellung zur Musik und der extremen Begeisterung am Metal nichts geändert hat und die Jungs nach wie vor ihr Ding durchziehen. Insgesamt ist man in dieser Veränderung aber leider auch etwas berechenbarer geworden, was ich persönlich einfach ein bisschen schade finde.

Meinen Kritikpunkt am letzten Werk, dass das Album etwas zu zerfahren wirkt, hat man somit zwar aus der Welt geschaffen – The Art Effect klingt in sich geschlossen und sehr durchdacht –, ein Stück Eigenständigkeit dafür aber über Bord geworfen.

Zumal auch der neue Mann am Mikro Tobias Althammer eher der typische Metalsänger ist, mit langgezogenen, hohen Vocals, umso mehr erkennt man dadurch aber auch seinen Vielfältigkeit, wenn er z.B. in Fortune lies within eher unkonventionlle Bereiche erkundet und dabei für meinen Geschmack mehr brilliert, als wenn er sich auf heimischen Boden befindet.

Und trotz des neuen Sängers und der leichten Kurskorrektur haben LANFEAR nicht alle alten Trademarks über Bord geworfen, sondern die wichtigsten Elemente beibehalten.

Das wäre zum einen Mal das treffsichere Gespür für große Melodien, die sich nach einigen Durchläufen so richtig festsetzen und dennoch auch auf Dauer keine Abnutzungserscheinungen aufkommen lassen. Und trotz all der Geradlinigkeit hat man auf ausufernde Melodiearrrangements nicht verzichtet – The Artefact ist da ein hervorragendes Beispiel, wenngleich LANFEAR dies nicht mehr ganz so weit treiben, wie beim Vorgänger.

Ebenso bildet weiterhin das grandiose Gitarrenspiel von Markus Ullrich die wichtigste Basis für den Gesamtsound der Band. Markus gehört dabei zu der Sorte von Gitarrist, die locker auf einen zweiten Gitarristen verzichten können und gerade aus der Tatsache, dass er dadurch gewisse Lücken schließen muss eine unglaubliche Power aus seinem Instrument holt, die dem Sound erst die richtige Durchschlagskraft gibt. Und dabei spürt man deutlich, dass er Inspirationen nicht nur aus dem (US-)Power-Metal holt, sondern eben aus sehr vielfältigen Bereichen, die genauso Death wie auch Poprock sein können.

Und natürlich ist dann auch noch die Sache zu sehen, dass LANFEAR nach wie vor sehr viel Arbeit in die Arrangements der Songs stecken und es dabei verstehen, viele Feinheiten in die Stücke einzubauen, ohne dabei den Fluss zu stören. Und das ist eben das, was den Unterschied ausmacht.

Warum The Art Effect für mich nun dennoch nicht das große Überalbum geworden ist? Weil ich mir einfach etwas mehr Überraschungsmomente gewünscht hätte und weil ich weiß, dass LANFEAR viel mehr Eigenständigkeit besitzen, als wie es The Art Effect aufzeigt.

Veröffentlichungstermin: 24.02.03

Spielzeit: 48:49 Min.

Line-Up:
Tobias Althammer – Vocals

Markus Ullrich – Guitars

Kai Schindelar – Bass

Richie Seibel – Keyboards

Jürgen Schrank – Drums

Produziert von Jan Vacik
Label: Massacre Records

Hompage: http://www.thelanfear.com

Tracklist:
1. Heresy

2. Stigmatized

3. Traces of Infinity

4. The Artefact

5. Conscience Inc.

6. Deeper

7. Benaeth it all

8. Fortune lies within

9. V.o.a.t.

10. The Spell

11. Regression