KREATOR: Violent Revolution

KREATOR: Violent Revolution

Ein Blick auf das Artwork ließ mein Herz höher schlagen: Sollte sich etwas wirklich bestätigen, was man so gehört hatte? Gehen KREATOR wirklich wieder ein Stück zurück? Das Cover von Andi Marschall, der auch das Artwork zu „Coma Of Souls“ gestaltete, ließ berechtigte Hoffnungen aufkommen. Der Opener „Reconquering The Throne“ liest sich ebenfalls vielversprechend und nach knapp vier Minuten sollte jeder KREATOR Fan Freudentränen in den Augen haben. YEEEESSSSS, KREATOR STRIKES BACK !!!! „Violent Revolution“ ist dennoch alles andere als ein schaler Aufguss von Göttergaben wie „Terrible Certainty“, „Extreme Aggression“ oder „Coma Of Souls“. Mit ihren neuen Album schaffen KREATOR, was nur wenigen Bands gelingt: Eine gelungene Zusammenfassung einer Karriere, ohne dabei in die beiden möglichen Extreme zu verfallen. „Violent Revolution“ ist weder angestaubt altmodisch noch verkrampft modern, sondern ein zeitgemäßer Thrash Metal Hammer!

Einzelne Songs herauszupicken ist unmöglich, denn eines ist den 11 Songs (The Patriarch ist eigentlich kein Song, sondern eher eine Art Intro) gemein: Die mittlerweile perfektionierte Verbindung von Aggression, Wut und Atmosphäre. Großen Anteil an der intensiven Stimmung das Albums hat „Neuzugang“ Sami Yli-Sirinö an der Gitarre, der zusammen mit Mille mit wenigen, aber umso eindringlicheren zweistimmigen Gitarrenleads ab und an das Tempo aus den Songs nimmt, um in die wüsten Thrashgewitter kleine Melodie-Lichter aufblitzen zu lassen. Das kennt man zwar schon von „Outcast“, doch nie waren diese zarten Melodiebögen eindruckvoller in die wutentbrannten Songs integriert.

Mit dem Intro zu „Replicas Of Life“ bauen KREATOR in einen Song sogar Erinnerungen an das letzte Album „Endorama“ ein, der Songs „Slave Machinery“ erinnert in seiner sterilen Kälte an „Cause For Conflict“, doch die meisten Songs haben die unbändige Power von Alben wie „Coma Of Souls“ und „Extreme Aggression“ – und zünden sofort. Eine gewisse „Eingängigkeit“ neben aller Aggression war KREATOR nie abzusprechen, doch auf Killer-Songs wie „Reconquering The Throne“, „Replicas Of Life“ oder „Bitter Sweet Revenge“ hätte ich nie und nimmer zu hoffen gewagt. Die jahrelange Erfahrung dieser Band und der Mut, sich im Verlauf der Bandgeschichte in andere Richtungen zu orientieren, zahlen sich aus: Mittlerweile scheinen KREATOR ihre Stärken sehr genau zu kennen. Und, was noch viel schöner ist, sie sind in der Lage, aus all ihren Erfahrungen das Beste herauszusuchen und zu einem fantastischen Album zu kombinieren! Wer diese Band nach den letzten Alben abgeschrieben hatte, kann aufatmen und muss einfach in dieses Album reinhören. Wenngleich der Titel „Reconquering The Throne“ eigentlich eher im übertragenen Sinne zu verstehen ist, behaupte ich, dass man mit einem solchen Album das Recht auf den Thron hat!!!

Tracklist:

Reconquering The Throne

The Patriarch

Violent Revolution

All Of The Same Blood (Unity)

Servant In Heaven/King In Hell

Second Awakening

Ghetto war

Replicas Of Life

Slave Machinery

Bitter Sweet Revenge

Mind On Fire

System Decay

Spielzeit: 56:45

Besetzung:

Mille – Vocals, Gesang

Sami Yli-Sirniö – Gitarre

Christian Giesler – Bass

Jürgen Reil – Schlagzeug

Veröffentlichungstermin: 24.09.2001
Label: SPV

Hompage: http://www.kreator-terrorzone.de

andrea
Kümmere mich seit 1999 um Reviews, Interviews und den größten Teil der *Verwaltung*, Telefon-Dienst, Beschwerdestelle, Versandabteilung, Ansprechpartner für alles, Redaktionskonferenz-Köchin...