KING DIAMOND: Voodoo

KING DIAMOND: Voodoo

Mit der neuen KING DIAMOND geht es mir eigentlich ähnlich wie mit dem letzten SKYCLAD-Album…nach einer Vorgängerscheibe, die ein Höhepunkt in der jeweiligen Bandgeschichte darstellt und an Ideenreichtum kaum zu überbieten war, veröffentlichen beide Bands ein Album, das zwar ein solides Werk der Band darstellt, aber im Gegensatz zum Vorgänger eher enttäuscht.

Dies heißt bei keiner der beiden Bands, daß es sich beim aktuellen Album um ein schlechtes handelt, ‚Voodoo‘ übertrifft locker den Großteil der Veröffentlichungen, die so Monat für Monat den Leuten zum Fraß vorgeworfen werden.

So bietet das neue Album alles, was King Diamond – Fans an ihrem Lieblingssatanisten so sehr lieben: verschachtelte Songstrukturen, großarig gespielten Heavy Metal mit barocken Anleihen, kranke Diamond-Vocals, bei denen er immer wieder in die verschiedenen Rollen der Horrorstory schlüpft, und natürlich die romantische Horroratmosphäre, die das Flair eines King Diamonds ausmacht.

‚Voodoo‘ ist wieder ein vollständiges Konzeptalbum geworden, das uns diesmal nach Louisiana im Jahre 1932 verschlägt, wo mal wieder ein toter Geist nicht so richtig Ruhen will und ein junges Ehepaar heimsucht, das sich dummerweise im ‚LOA‘-Haus niedergelassen hat, wo Voodoo-Mächte die Atmosphäre etwas ungemütlicher gestalten. Hierbei spielt der King wieder geschickt mit alten Themen der Horrorliteratur und weiß auch wieder genug Klischees zu verbraten.

Musikalisch ist die Band wie immer über jede Kritik erhaben, die Songs stehen wie eine eins, aber nach wie vor bleibt meine Kritik, daß das Album einfach zu King-typisch ist. Echte Überraschungen gibt es einfach nicht und neue Einflüsse sind lediglich durch ab und zu einsetzende Voodoo-Drums zu entdecken.

Aber da muß schon mehr kommen, um mir den Spaß an einem King Diamond-Album zu nehmen und so läuft mir doch an mancher Stelle ein kleiner Schauer über den Rücken beim Hören des Albums, bei dem man, wie immer im Falle King Diamond, Musik und Lyrics einfach nicht trennen kann und auch der Stil des Kings bleibt weiterhin einzigartig.

Für KING DIAMOND-Fans ein Muß, allen, die den King mal antesten wollen, empfehle ich jedoch lieber mal in die älteren Werke wie ‚Abigail‘, ‚Them‘, ‚The Eye‘, oder eben den Vorgänger ‚The Graveyard‘ reinzuhören.

Für alle, die sich in der Vergangenheit bereits die ein oder andere Scheibe dadurch ruiniert haben, daß sie unbedingt hören wollten, was die rückwärtsgesprochenen Worte auf dem Tonträger vorwärts bedeuten, hat der King netterweise den Song ‚Unclean Spirits‘ als Bonus zum Schluß der CD gleich rückwärts nochmal aufgenommen. Satanisten können so nett sein… 🙂

Fierce

Spielzeit:
61.59 min. (effektiv 54.53 min. da nach dem letzen Song noch 7.06 min. Leerlauf bis zum Bonustrack sind)

King Diamond
Vocals, Harpichord, Organ & Keyboards

Andy La Rocque
Electric & Acoustic Guitars, Keyboards

Chris Estes
Bass Guitar, Acoustic Guitar & Keyboards

John Luke Hérbert
Drums

Herb Simonsen
Electric Guitars

Produziert von
King Diamond, Andy La Rocque, Sterling Winfield

Erschienen bei
Massacre Records

Tracklist:

1.
Louisiana Darkness

2.
‚LOA‘ House

3.
Life after Death

4.
Voodoo

5.
A Secret

6.
Salem

7.
One Down two to go

8.
Sending of Dead

9.
Sarah´s Night

10.
The Exorcist

11.
Unclean Spirits

12.
Cross of Baron Samedi

13.
If they only knew

14.
Aftermath

Fierce
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