IN BATTLE: Welcome To The Battlefield

IN BATTLE: Welcome To The Battlefield

Willkommen auf dem Schlachtfeld! Mit dieser Kampfansage übt die Death-/Black-Metal Truppe IN BATTLE ihren bislang dritten Anschlag auf die Metaller-Zivilisation aus, nachdem man sich mit den ersten musikalischen Vormärschen In Battle (1997) und The Rage Of The Northmen (1998) zumindest bedingten Respekt verschaffen konnte. Immerhin haben die Norweger im letzten Jahr eine Allianz mit dem Major-Label Metal Blade bilden können und durch personelle Aufrüstung nun eine beachtliche Streitmacht aufgestellt, die sich bisher jedoch mit ihrem Kriegsbeitritt noch etwas Zeit gelassen hat und sich lediglich durch Propaganda-Feldzüge und Pressekampagnen einen Namen machen konnte.

Nun kommt das Viergestirn mit Welcome To The Battlefield zurück aus der Kaserne und zieht mit veränderter Strategie wieder in die Schlacht: IN BATTLE haben ihren taktischen Spielraum anno 2004 deutlich erweitert und ihre bisher urtypische Schwarzmetall-Rüstung größtenteils abgelegt – mittlerweile ballert man nämlich vornehmlich mit Todesblei, was sich schon bei der letzten Kampfhandlung, der MCD Soul Metamorphosis angedeutet hat. Und hier wird definitiv ohne Schalldämpfer geschossen: Mit schierer Erbarmungslosigkeit holzt das Eröffnungsfeuer Shunned By Life nur so drauf los – das furchteinflößende Soundgewitter macht hier definitv keine Gefangenen, zumal eine Überlebensgarantie für Letztere im unbändigen Kreuzfeuer aus gnadenlosen Blastbeats und kongenialen Schlagzeugfills ohnehin vollkommen ausgeschlossen wäre. Trotz der zunächst kugelsicher erscheinenden Rolle von IN BATTLE wirkt deren Vorgehensweise nach einigen Minuten ziemlich unkoordiniert. Ohne ein nachvollziehbares System richten die vier Einzelkämpfer ihr brachiales Dauerfeuer in alle Himmlsrichtungen, so dass diese sich dabei fast schon selbst ins Bein zu schießen scheinen. Zugegeben, für sich genommen kann jeder der Beteiligten mit seinem Geschütz hervorragend umgehen, jedoch gelingt es jenen einfach nicht, daraus ein übermächtiges Konzept zu stricken. Auch die mal auf Höhe der Luftwaffe keifenden, mal grabestief grunzenden Parolen des Sängers Odhinn Sandin sind gewöhnungsbedürftig ausgefallen – textlich wird hier nicht gerade eine Literatur-Epoche begründet, die banalen Zeilen über Mord und Totschlag hat man mittlerweile häufig schon (wortwörtlich) bei zig anderen (und besseren) Bands hören können.

Auch wenn man im Laufe der Schlacht mit dem starken Soul Metamorphosis, dem moderat beginnenden Eld Jättar und Despoter (hier wird sogar tatsächlich auch mal gesungen!) noch einmal vereinzelte Siegesgewissheit vermitteln kann, müssen IN BATTLE trotz der guten Ansätze aufgrund der mangelhaften und über weite Strecken schlichtweg zu monotonen Strategie nach einer knappen Dreiviertelstunde die weiße Fahne hissen. Dennoch glaube ich nicht, dass sich die Truppe nach dieser Niederlage bereits geschlagen geben wird, schließlich stehen der Combo mit dem fetten Plattenvertrag nach wie vor alle Türen offen. Vielleicht kann sich ja das Blatt schon bei der nächsten Kampfhandlung wieder wenden – genug Potenzial ist meiner Meinung nach allemal vorhanden, man sollte sich nur vorzugsweise einen ganzen Tacken nachvollziehbarer und flexibler präsentieren. Welcome To The Battlefield ist jedenfalls letztlich nichts als ein akustischer Moralapostel: Im Krieg gibt es bekanntlich nur Verlierer!

Veröffentlichungstermin: 20.09.2004

Spielzeit: 42:27 Min.

Line-Up:
Odhinn Sandin – vocals

Hasse Carlsson – guitar

John Frölén – bass

Nils Fjellström – drums

Produziert von Shawn Othani / Erik Rutan
Label: Metal Blade Records

Homepage: http://www.in-battle.com

Tracklist:
1. Shunned By Life

2. Madness

3. Eldjättar

4. Scorched World

5. Soul Metamorphosis

6. Despoter

7. Serpents

8. Blood Divine

9. Stonefaced Mountains

10. King God

11. Mass Produced Hybrid Humans