HOLYCIDE: Fist To Face

HOLYCIDE: Fist To Face

HOLYCIDE wurden bereits 2004 von AVULSED-Sänger Dave Rotten gegründet. Die ersten zehn Jahre hat man aber nicht wirklich was auf die Kette bekommen, außer diverse Musiker in die Band zu holen, die dann irgendwann wieder weg waren. 2017 wurde das Debütalbum “Annihilate… then ask” veröffentlicht, welches nun kürzlich mit “Fist To Face” eine Nachfolger bekam. So weit, so unspannend.

Das Label schreibt in seiner Promo Mail gleich von “wahrscheinlich einem der besten Thrash Metal-Alben des Jahres”. Ist aber auch kein Wunder, wenn der Labelboss gleichzeitig der Sänger und Bandgründer ist. Schauen wir mal, ob HOLYCIDE diesen Vorschusslorbeeren gerecht werden können.

HOLYCIDE beziehen in bester Thrash-Tradition deutlich Stellung

Musikalisch orientieren sich die Spanier am klassischen Bay Area-Sound. Sowohl die typischen Gangshouts als auch so manches Riff sind ganz klar von TESTAMENT, EXODUS und Konsorten geprägt worden. Dazu gesellt sich noch ein wenig Death Metal, was bei der musikalischen Vita von Dave Rotten ja niemanden verwundern wird. Nach dem Intro, welches aus diversen Aufnahmen von Donald Trump besteht, gehen HOLYCIDE umgehend mit Vollgas an die Arbeit und machen mit dem Text, passend zum Albumcover, auch gleich klar, wo sie politisch stehen.

Lies for sale
Capitalist breakdown
Fake solutions
Workers‘ mutilation

Filth and greed
Suited and tied
Rancid ideology
Neofascist swines!

So mag ich meinen Thrash Metal, mit klarer politischer Botschaft. Auch musikalisch können HOLYCIDE bei mir punkten. Dave Rottens räudiger Gesang geht klar, könnte aber etwas mehr Druck vertragen. Absolute Oberklasse ist in jedem Fall das Gitarrengespann Miguel Bárez und Salva Esteban, die nicht nur das 1×1 der Bay Area-Thrashriffs beherrschen, sondern auch in Sachen Leadgitarre ausgezeichnete Arbeit abliefern.

“Fist To Face” paart Anspruch mit Aggression

“Fist To Face” könnte als Albumtitel kaum passender gewählt sein. HOLYCIDE ballern sich auf höchstem Aggro-Level durch die vierzig Minuten ihres Zweitwerks und legen in der zweiten Albumhälfte sogar noch mal nach. Das RECIPIENTS OF DEATH-Cover “The Aftermath” ist ein einziges High Speed-Gemetzel, da bleibt kein Stein mehr auf dem anderen. Das Abschlussdoppel “Innocent Hate” und “Fake Liberatrian” steht da kaum nach. So giftig klingen die alten Bay Are-Helden heutzutage nur noch selten.

Ob “Fist To Face” nun am Jahresende zu den besten Thrash-Alben des Jahres zählen wird, kann ich noch nicht sagen. Ein hervorragendes Album ist den Spanieren hier definitiv gelungen. Zu meckern gibt es eigentlich gar nichts. HOLYCIDE kombinieren auf “Fist To Face” hohen musikalischen Anspruch mit unbändiger Aggression. Mehr braucht eine sehr gute Thrash-Scheibe nicht.

Veröffentlichungsdatum: 14.02.2020

Spielzeit: 40:32

Line Up:
Dave Rotten – vocals
Miguel Bárez – guitar
Salva Esteban – guitar
Dani Fernández – bass
Jorge Utrera – drums

Label: Xtreem Music / MDD Records

Facebook: https://www.facebook.com/holycide
Bandcamp: https://holycide.bandcamp.com/

HOLYCIDE „Fist to Face“ Tracklist

01. Intrump
02. Fist to Face (Audio bei YouTube)
03. Empty Cyber Life (Video bei YouTube)
04. Vultures
05. Nuclear Fallout
06. Trapped by the Crappy Trap (Lyric-Video bei YouTube)
07. Mentality Packs
08. The Aftermath (RECIPIENTS OF DEATH-Cover)
09. Napalm Sweet Napalm
10. Innocent Hate
11. Fake Libertarian

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.