HELSTAR: The king of hell

HELSTAR: The king of hell

HELSTAR gehörten zusammen mit OMEN ewig zu meinen US-Metal-Faves. Dementsprechend vorsichtig war ich bei den neuen Lebenszeichen der alten Helden. Bei dem, was einem heute oft so als Reunion vorgesetzt wird… Aber die neuen Songs auf der Sins of the past, und vor allem der starke Gig auf dem KIT X konnten mich da sehr beruhigen und für das angekündigte neue Album heiß machen.

Und The king of hell lässt keine Fragen offen, als Fan ist hysterisches Bangen angesagt. Nach einem bedrohlichen Intro sägen die Texaner den Titelsong herunter, als hätte es nie eine Bandpause gegeben. Statt müdem Reuniongerumpel gehen HELSTAR erfreulich energievoll und technisch zu Werke. Oft wird mächtig auf die Tube gedrückt, genauso schiebt man die messerscharfen Riffs im grooveorientierten Midtempo aus den Boxen. Dabei gelingt eine gute Verbindung aus den progressiveren Songs der letzten Studioalben Nosferatu und Multiples of black zu den alten Klassikern. Endlich mal wieder eine Scheibe, die echten Heavy Metal durch die Adern fließen lässt. Ohne jede Annäherung an den Zeitgeist bewegt sich der Höllenkönig exakt in dem Sound, den man sich von HELSTAR wünscht. Die Band spielt erschreckend präzise, als wäre man nie getrennte Wege gegangen, egal ob man nun dem starken Gitarrenspiel, Abarca´s Bass oder dem passenden Drumming zuhört. Trotzdem sind natürlich alle Ohren speziell auf Herrn Rivera gerichtet, der sich wie gehabt als echter Gesangsgott präsentiert. Auch nicht mehr ganz jung, beeindruckt er mit einer klasse Gesangsleistung und starken Melodien. Wie oft wünscht man die alten Helden doch eher in den Ruhestand, James Rivera (DESTINY´S END, VICIOUS RUMORS, SEVEN WITCHES, NEW EDEN) ist noch weit davon entfernt. Ok, achtet man auf die ausfadenden Vocals des langen Rausschmeißers Garden of temptation, dann wackelt die Stimme doch mal etwas. Aber wenn man, statt die Power von The king of hell zu genießen, unter dem Kopfhörer auf Fehlersuche geht, dann ist man selber Schuld.

Noch nicht ganz einig bin ich mir, ob sich das neue Album nur bequem zwischen den Klassikern einreihen wird, oder ob es nach einiger Reifezeit ähnlich wächst wie das anfangs etwas unterbewertete Nosferatu. Zu meckern gibt es beim King of hell rein gar nichts, für US/Power-Metaller ist das Album ein Pflichtkauf. Das Schlimmste, was passieren kann, ist eine Langzeitentwicklung, welche die neue HELSTAR-Scheibe wahrscheinlich in meine Jahres-Top-10 schiebt. Und das nimmt man gerne so hin. Die Erstauflage wird drei weitere Songs enthalten.

Veröffentlichungstermin: 26.09.2008

Spielzeit: 50:07 Min.

Line-Up:
James River: Vocals
Larry Barraga: Guitars
Rob Trevino: Guitars
Jerry Abarca: Bass
Russel DeLeon: Drums

Produziert von Bill Metoyer und Helstar
Label: AFM Records

Homepage: http://www.helstar.com

MySpace: http://www.myspace.com/helstar

Tracklist:
1. The king of hell
2. The plague called man
3. Tormentor
4. Pain
5. Wicked disposition
6. Caress of the dead
7. When empires fall
8. In my darkness
9. Garden of temptation

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.