ETERNAL DEFORMITY: Frozen Circus

ETERNAL DEFORMITY: Frozen Circus

Wieder einmal enthüllt das italienische Label code666 eine hierzulande bislang wenig bekannte Band, die es aber verdienen würde, viel mehr Aufsehen zu erlangen. Dabei wäre ETERNAL DEFORMITY nicht einmal weit weg vom Schuss, stammt die 1993 gegründete Band doch aus Polen und veröffentliche bereits vier Alben. Früher noch eher im Doom Metal-Bereich angesiedelt erweiterte das Fünfer-Gespann sein Spektrum um Gothic, Death und Progressive Metal, um in einer grotesken Manege den Circus Metal auszurufen.

Demzufolge wird Frozen Circus auch mit einem Zirkus-Intro eröffnet. In weiterer Folge ereifern sich die Musiker in ihren Disziplinen, zeigen kompositorische Kunststücke und stacheln mit ihrer Musik den Hörer zum Applaudieren an. Wie aus einem Guss gehen melodisch und sachte Klänge in extremere Härtegrade über, wird das Tempo behutsam variiert und mit den Stilschubladen jongliert. Trotz dieser Attraktionen hat man nie das Gefühl, dass ETERNAL DEFORMITY irgendwelche Drahtseilakte vollziehen, denn Frozen Circus lebt von einer Homogenität, die man bei diesem Siltmischmasch nicht vermutet hätte.

Mit Sänger Announcer haben die Polen dann auch einen Mann am Mikro, der es vortrefflich versteht, seine Stimme den jeweiligen Attraktionen anzupassen. Weichgespült entfaltet er ein gefühlvolles Timbre (etwa im DEPECHE MODE-Cover Little 15), kann aber ebenso von einem aufs andere Mal sämtliche Weichmacher absorbieren und aus seiner Kehle die Härte sprudeln lassen (wie etwa im rasenden Thor´s Message).

Aber auch instrumental haben ETERNAL DEFORMITY, die mich trotz differenzierter und fordernderer Ausrichtung an LITTLE DEAD BERTHA erinnern, einiges auf dem Trapez. Ob groovende Gitarren, aggressives Schlagzeug oder massiver Bass. Alle Instrumente finden gebührend Platz in dieser spannenden Soundcollage, die zu keinem Zeitpunkt wie gelangweilt hingepinselt erscheint. Und mit kleineren Interludes wie der Zirkus-Menage in Crime legt man dem eigenen Sound noch ein Schippchen Individualität drauf.

Kurz gesagt: ein starkes Album mit großem Wiedererkennungswert und einer damit einhergehenden Motivation, immer wieder diesen pittoresken Zirkus zu betreten.

Veröffentlichungstermin: 29. Februar 2008

Spielzeit: 42:43 Min.

Line-Up:

Announcer – Gesang & Bass
Illusionist – Keyboards
Lion Tamer – Gitarre
Juggler – Schlagzeug
Knife Thrower – Gitarre

Label: code666 / Aural Music

Homepage: http://www.eternal-deformity.com

Tracklist:
1. Retrospection
2. The Force Of Your Heart
3. Unholy Divine
4. Little 15 (DEPECHE MODE-Cover)
5. Crime
6. So Silent
7. Thor´s Message
8. Endless Night
9. Lovelorn

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.