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EQUILIBRIUM: Rekreatur

EQUILIBRIUM: Rekreatur

Die Neugeburt nach dem doppelten Line-Up Wechsel ist ein Motiv, das sich nicht nur im Albumtitel Rekreatur widerspiegelt. Die Neuentdeckung des eigenen Schaffens, die Aufschlüsselung des Traditionellen sind wichtige Bestandteile des dritten Albums von EQUILIBRIUM, die sich in abstrakter Weise auch durch das eigenwillige Cover-Artwork ziehen. Ist man großzügig, dann kann man das sogar der Produktion attestieren. Die ist wegen der zahllosen Keyboard-Spuren ganz schön überladen, kann sich dafür gleichzeitig bei aller Modernität einen halbwegs organischen Charakter bewahren, von dem vor allem das Schlagzeug profitiert.

Davon abgesehen frönt Rekreatur dem klassischen Konzept, dem sich die meisten Folk Metal-Bands verschrieben haben und auf dem die gegenwärtige Popularität EQUILIBRIUMs fußt. Zumeist schnelle, eingängige Kompositionen mit großflächigem Doublebass-Fundament werden mithilfe von melodischen Gitarren und bombastischen wie ausladenden Keyboardteppichen zu dem geformt, was die Zielgruppe erwartet: Leichtfüßige und partytaugliche Metalhits, die sich zum Ziel gesetzt haben, jedes noch so betrübte Gemüt zu erheitern. Das kann zwar auch mal ganz arg daneben gehen, wie Der Ewige Sieg mit seiner Kindergartenmelodie zeigt, in der Regel geht dieses Vorhaben allerdings auf. Pompöse Fanfaren und Bläserarrangements aus der Dose begleiten den ordentlichen Opener In Heiligen Hallen und finden auch im stampfenden Verbrannte Erde Verwendung. Letzteres ruft mit seinem Marschrhythmus übrigens die unerbitterlichen Orklegionen aus Tolkiens Der Herr der Ringe ins Gedächtnis. Hier zeigt auch Frontmann Robert Dahn, dass er nicht nur Screams beherrscht, sondern ebenso formidabel in den untersten Tonregionen growlen kann. Der Albumhit ist jedoch zweifelsohne das von Callipsoklängen durchzogene Die Affeninsel – geradlinig, melodisch und mit jeder Menge Ohrwurmpotenzial. Gelungen sind fernerhin der simple Sechsminüter Der Wassermann sowie die rockigen Keyboard / Gitarren-Duelle in Fahrtwind. Der Rest bewegt sich hingegen im soliden Mittelmaß, ist nicht wirklich misslungen und nicht sonderlich spektakulär – kurz, nicht der Rede wert. Erwähnenswert ist vielleicht noch das ausladende Abschlussinstrumental Kurzes Epos, bei dem der Bombast-Kitsch-Faktor kurzerhand so in die Höhe getrieben wurde, dass es fast schon wieder kultig ist. Ob das Stück tatsächlich 13 Minuten lang sein musste, sei mal dahingestellt, dass in diesen keine Langeweile aufkommt, muss man EQUILIBRIUM trotzdem zugute halten. Und ganz ehrlich gesagt: Ich hätte nicht gedacht, dass die Bayern so ein Monstrum in derart respektabler Weise auf die Reihe kriegen.

Bisherige Fans des Quintetts werden folglich auch mit den neu formierten EQUILIBRIUM ihren Spaß haben. Zwischen TURISAS und AKREA hält Rekreatur ein paar Hits parat, genauso wie eine Handvoll typischer Kompositionen aus dem Folk Metal-Baukasten. Für die seichte Unterhaltung auf der nächsten Metalparty genau das Richtige, sucht man Tiefgang und Mut hingegen nach wie vor woanders.

Veröffentlichungstermin: 18.06.2010

Spielzeit: 62:05 Min.

Line-Up:

Robert Dahn – Vocals
René Berthiaume – Guitars, Keyboard
Andreas Völkl – Guitars, Keyboard
Sandra Völkl – Bass
Tuval Rafaeli – Drums

Produziert von EQUILIBRIUM und Helion Studios
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.equilibrium-metal.de
MySpace-Seite: http://www.myspace.com/equilibrium

Tracklist:

01. In Heiligen Hallen
02. Der Ewige Sieg
03. Verbrannte Erde
04. Die Affeninsel
05. Der Wassermann
06. Aus Ferner Zeit
07. Fahrtwind
08. Wenn Erdreich Bricht
09. Kurzes Epos

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal