EPICA: Omega

Trotz Neuerfindung liefern EPICA auf ihrem neuen Album “Omega” gewohnte Symphonic Metal Qualität auf höchster Ebene ab.

So klingt es also, wenn sich EPICA neu erfinden. Denn in der für EPICA-Verhältnisse langen Zeitspanne zwischen “The Holographic Principle” (2016) und dem neuen und neunten Album “Omega” beschäftigten sich die Niederländer nicht nur mit ausgiebigen Tourneen und reihenweise kleineren und alternativen Releases, sondern gönnten sich eine gewisse Schaffenspause – Zeit zum Durschnaufen und um sich selbst neu zu erfinden, wie die Band im Vorfeld des neuen Albums meinte. Doch so viel ist auf “Omega” nicht neu und das Album liefert fraglos das ab, was man sich von einem neuen EPICA Album erwarten darf: Qualität auf höchster Ebene.

EPICA binden kleinere Neuerungen im detailreich konstruierten Gesamtwerk ein

Dennoch, kleinere Neuerungen haben EPICA vorgenommen: So setzen die Niederländer zeitweise einen Kinderchor ein wie im ruhigeren und düsteren “The Skeleton Key” und binden orientalische Passagen wie in “Seal of Soloman” ein. Beides Elemente, die von anderen Symphonic Metal-Kapellen bereits erfolgreich erprobt wurden. Aber sind dies nur kleine Bausteine im sehr gut und detailreich konstruierten Gesamtwerk.

Eingeleitet von einem cineastisch anmutenden Intro, das zwar weniger mit Dramatik, aber dafür mit sehr bilderreichem Ausdruck arbeitet und mich daher an MECHANICAL POET erinnert, geht “Omega” mit “Abyss of Time – Countdown to Singularity” dann gleich in die Vollen: ein typischer EPICA-Song, bei dem alles seinen Platz findet: Melodie, Eingängigkeit, Growls und ein progressiveres Element mit härteren Gitarren im letzten Drittel. Solche Kompositionen beherrschen die Symphonic Metal-Routiniers aus dem Effeff. Ähnlich stark präsentiert sich “Synergize – Manic Manifest”, wo generell sehr viel zu passieren scheint und auch Blast Beats erlaubt sind.

Aber auch auf der ruhigeren und langsameren Seite erledigen EPICA ihre Aufgaben recht gut: So ist “Code of Life” eine richtig gute und kraftvolle Power-Ballade und auch die klassische Ballade darf in Form von “Rivers” nicht fehlen. Diese lebt hauptsächlich von Sängerin Simone Simons, die über das gesamte Album hinweg eine erwartbar gelungene Performance abliefert, mir aber in “Seal of Solomon” beinahe am besten gefällt, weil die Frontfrau hier etwas emotionaler zu Werke geht.

In den 70 Minuten von “Omega” kommt keine Langeweile auf

Grundsätzlich wird das Niveau auf “Omega” durchgehend hoch gehalten. Zwar gibt es durchaus (längere) Songpassagen, die gehaltvoller hätten sein dürfen (“Gaia”, “Kingdom Of Heaven, Part 3 – The Antediluvian Universe”, “Twilight Reverie – The Hypnagogic State”), aber man bekommt im Verlauf der stolzen 70 Minuten nie das Gefühl, gelangweilt zu sein. Denn EPICA gelingt es immer wieder, den Hörer mit unterschiedlichen Elementen nicht zwingend zu überraschen, jedoch aufhorchen zu lassen. Und das konnte die Band schon früher recht gut – und jetzt nach ihrer Neuerfindung bringen sie es wieder zu Wege.

Veröffentlichungstermin: 26.02.2021

Spielzeit: 70:16 Min.

Line-Up:
Simone Simons – Gesang
Isaac Delahaye – Gitarre & Gesang
Mark Jansen – Gitarre, Orchestration & Gesang
Coen Janssen – Keyboard, Klavier & Orchestration
Ariën van Weesenbeek – Schlagzeug & Gesang
Rob van der Loo – Bass

Gast-Musiker:
Zaher Zorgati (MYRATH) – Gesang (“Code of Life”)
Vicky Psarakis (THE AGONIST) – Gesang (“Twilight Reverie – The Hypnagogic State”)

Produziert von Joost van den Broek (STAR ONE, Ex-AFTER FOREVER) @ Sandlane Recording Facilities, Rijen (NL)

Label: Nuclear Blast Records

Homepage: http://www.epica.nl

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/epica

EPICA “Omega” Tracklist

  1. Alpha – Anteludium
  2. Abyss Of Time – Countdown To Singularity (Video bei YouTube)
  3. The Skeleton Key (Video bei YouTube)
  4. Seal Of Solomon
  5. Gaia
  6. Code Of Life
  7. Freedom – The Wolves Within (Video bei YouTube)
  8. Kingdom Of Heaven, Part 3 – The Antediluvian Universe
  9. Rivers (Video bei YouTube)
  10. Synergize – Manic Manifest
  11. Twilight Reverie – The Hypnagogic State
  12. Omega – Sovereign Of The Sun Spheres