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ELDRITCH: Livequake

Ein ansprechendes Live-Zeugnis, das ELDRITCH in Topform zeigt, allerdings mit Außergewöhnlichkeiten geizt.

ELDRITCH nutzten ihrem Auftritt am 22. März 2008 in Pisa für eine Reise durch ihre Bandgeschichte, die man nun zu Hause mittels Doppel-CD miterleben kann. Dass die Italiener Progressive Metal der härteren Sorte spielen, dürfte kein Geheimnis sein. Trotz – oder gerade wegen – der Live-Situation fährt die Band auf Livequake ihre bislang mächtigsten Gitarrenwände auf. Die Rhythmusgruppe lässt nichts anbrennen, so dass Sänger Terence Holler bei den aggressiven Shouts bisweilen das Nachsehen hat. Der Mann ist aber zum Glück ein vielseitiges Gesangstalent, das viele Facetten beherrscht. Sobald die derbsten Riffgewitter sich verzogen haben, kann sich seine Stimme bestens entfalten.

Alle Beteiligten überzeugen von Anfang bis Ende mit einer arschtighten Performance auf konstant hohem Niveau. Da sich Höhepunkte wie Save Me, Silent Flame, Heretic Beholder und Lord Of An Empty Place nun alle auf einem Album befinden, ist die Hitdichte noch größer als auf den Studioalben. Neueinsteigern sei Reinschnuppern hiermit empfohlen. Für Kenner gibt es dagegen wenig Neues zu hören. Es ist sicherlich interessant, die unterschiedlichen Schaffensphasen von ELDRITCH am Stück zu erleben und festzustellen, dass alles fast wie aus einem Guss klingt. Selbst das Mitwirken von Keyboarder Oleg Smirnoff auf der zweiten CD macht da keinen großen Unterschied. Durch die zweite Gitarre wirken die älteren Stücke genauso heavy wie die neuen Sachen. Allerdings wird hier noch mehr Wert auf den jeweiligen Spannungsaufbau gelegt, während Songs wie Reverse eher auf Konfrontationskurs gehen.

Dass das dritte Album El Nino gleich mit sieben Liedern vertreten ist, überrascht. Es spricht sicherlich für die Band, dass das Material noch erstaunlich zeitgemäß klingt. Da kann der Seeds Of Rage-Vertreter Incurably Ill nicht ganz mithalten. Zum Stilbruch kommt es natürlich nicht. Nur die Prog-Elemente kommen deutlicher zum Vorschein als beim restlichen Material. Das Publikum wurde mal wieder ziemlich leise abgemischt und ist meistens nur zwischen den Stücken im Hintergrund zu hören.

Unterm Strich ist Livequake ein ansprechendes Live-Zeugnis, das ELDRITCH in Topform zeigt, allerdings mit Außergewöhnlichkeiten geizt. Immerhin erscheint das Album auch als limitierte Auflage mit zusätzlicher DVD, auf der das Konzert mitsamt Bonusmaterial enthalten ist.

Veröffentlichungstermin: 14.11.2008

Spielzeit: 117:14 Min.

Line-Up:
Terence Holler: Gesang
Eugene Simone: Gitarre
Rob Pek Proietti: Gitarre
John Crystal: Bass
Raffahell Dridge: Schlagzeug
Oleg Smirnoff: Keyboard

Produziert von Marco Ribecai and Eugene Simone
Label: Limb Music Products

Homepage: http://www.eldritchweb.com

Tracklist:
CD1:
1. In The House, In The Heartbeat (Intro)
2. Why
3. The Deep Sleep
4. Save Me
5. The Blackened Day
6. The World Apart
7. Reverse
8. Standing Still
9. Bless Me Now
10. The Child That Never Sleeps
11. More Than Marylin
12. This Everlasting Mind Disease
13. Silent Flame
14. Toil Of Mine

CD2:
1. Fall From Grace
2. No Direction Home
3. Heretic Beholder
4. Scar
5. Bleed Mask Bleed
6. From Dusk Til Dawn
7. Nebula Surface
8. Ghoulish Gift
9. Lord Of An Empty Place
10. Incurably Ill

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