DREAMAKER: Enclosed

DREAMAKER: Enclosed

Die spanische Power Metal-Band rund um Frontfrau Elisa C. Martin müht sich auch auf dem zweiten Longplayer ab, eine eigene Stilrichtung zu finden. Dabei scheint die musikalische Schere zwischen der Basisband DARKMOOR und der neuformierten Gruppe DREAMAKER, der drei ehemalige DARKMOOR-Musiker angehören, immer weiter auseinander zu gehen, indem Enclosed wieder ein Stück aggressiver als das Vorgängeralbum Human Device aus den Boxen schallt.

Doch Aggressivität ist nicht unbedingt das primäre Charakteristikum DREAMAKERs. Viel mehr ist es die musikgewordene Suche nach dem besonderen, einzigartigen Output, der sich die Spanier verschrieben haben. Dieser waghalsige Versuch erzielt ein Ergebnis, das dem Hörer beim ersten Durchhören einen bitteren Beigeschmack von Kakophonie-trunkenen Passagen in den Gaumen legt, doch durch an Genialität grenzende Parts und innovative Hooklines zum erneuten Lauschen animiert. Das verhilft dem Silberling zur Chance, öfter im CD-Player zu rotieren und immer mehr zu gefallen. Demnach wirken viele Songs erst nach dem dritten oder vierten Versuch, wie der furiose Track Innocent Blood vor allem in der zweiten Hälfte beweist. Manche Lieder hingegen bleiben allerdings auch nach einem Dutzend von Chancen auf fragwürdigem Niveau und hängen einfach losgelöst in der Luft – etwa das langweilige Take Me Higher.

Das Besondere an Enclosed ist der Abwechslungsreichtum des Liedguts. Nicht nur, dass sich jeder einzelne Song von den anderen abgrenzt, auch der einzelne Song an sich spart nicht mit Rhythmus- und Stilwechsel. Dies ist in einigen Fällen meisterhaft gelöst, in den übrigen jedoch schwer zu verdauen. Dazu gesellt sich das ominöse Wechselspiel von Passagen, an denen man sich nicht satthören kann, mit Teilen, die für Kopfschütteln sorgen.

DREAMAKER in eine Genre-Schublade zu stecken, fällt somit ebenso schwer. Auf Enclosed finden sich Ausschnitte aus Power, Melodic, Nu und Black Metal ebenso, wie Elisas Stimme in rauer und sanfter Manier, die am besten im balladesk verträumten The End Of Your Suicide zur Geltung kommt, cleane männliche Vocals (Face To Face) oder schwarzmetallisches Gekreische (Perfect Soul). Auch der Einsatz vom Keyboard reicht von melodietragend bis nicht existent, während die Gitarren an manchen Stellen mit den Vocals um die Vormachtstellung rittern, was zum Beispiel in Over The Edge erst nach einiger Anlaufzeit zu überzeugen weiß, und aufgrund ihrer Verspieltheit kaum zur Ruhe kommen. Langweilig wird dem Hörer somit bestimmt nicht, jedoch ist eine konkrete Zielgruppe auch nicht leicht ausfindig zu machen.

Veröffentlichungstermin: 11.03.2005

Spielzeit: 47:09 Min.

Line-Up:
Elisa C. Martin – Vocals

Albert Maroto – Guitar

Jorge Saez – Drums

Matias Sosa – Guitar

Carlos Pena – Bass

Nino Ruiz – Kyboards

Produziert von Big Simon & Albert Maroto
Label: Arise Records

Homepage: http://www.dreamaker.net

Email: webdreamaker@hotmail.com

Tracklist:
1. I Live My Own Life

2. Reverse Universe

3. Over The Edge

4. Living In Fear

5. The End Of Your Suicide

6. Innocent Blood

7. W.W.666

8. Face To Face

9. Enclosed

10. Perfect Soul

11. Take Me Higher

12. Promised Heaven

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.