DARKSIDE: Cognitive Dissonance

Insgesamt balancieren DARKSIDE geschickt zwischen Death Metal und schwarzmetallischer Raserei. Dabei vollbringen sie das kleine Kunststück, Songs mit einer eigenen Note zu schaffen und haben den Mut, nicht auf Nummer sicher zu gehen sondern mit Eigenständigkeit zu überraschen.

DARKSIDE fallen mit ihrem mittlerweile vierten Album vor allem durch eines auf: Eigenständigkeit. Das ist erfreulich, da sich die Band somit den einfachen Kategorisierungsmechanismen entzieht. „Cognitive Dissonance“ lässt sich nicht so einfach mit anderen Alben vergleichen, einzig NOCTURNUS` Meisterwerk „The Key“ kann als Referenz herangezogen werden: Beide Bands sind im Death Metal verwurzelt, schaffen eine intensiv-beklemmende Atmosphäre und besonderes die Rolle, die das Keyboard in den Songs einnimmt, kann verglichen werden. Statt mit einfachen Earcatcher-Medoliebögen den Songs einen gewissen Widererkennungswert zu geben, benutzt Sänger/Keyboarder Wolfgang Süssenbeck sein Instrument, um die Songs in eine weitere Dimension zu transportieren. Neben einer aggressiven Grundstimmung, bedingt durch Growls und massiven Gitarrenwände, überzeugt „Cognitive Dissonance“ durch eine ganz eigene, unheimlich-düstere Atmosphäre. In den meisten Fällen gelingt es den Österreichern, den Bogen zwischen Theatralik und Aggressivität nicht zu überspannen, lediglich „The Fallen“ fällt im Vergleich zu den anderen Songs etwas ab – hier wurde einfach zuviel auf Spannung und Dynamik gesetzt, so dass der Song im Endeffekt gerade durch die Keyboards recht schnell nervt. Diese Kritik können DARKSIDE jedoch mit interessanter Gitarrenarbeit ausgleichen, neben MORBID ANGEL-Schredder-Riffs sind in den Songs diese leicht schiefen und gerade deshalb so reizvollen Gitarrensoli, wie man sie von NOCTURNUS oder ATHEIST kennt, integriert.

Insgesamt balancieren DARKSIDE geschickt zwischen Death Metal und schwarzmetallischer Raserei. Dabei vollbringen sie das kleine Kunststück, Songs mit einer eigenen Note zu schaffen und haben den Mut, nicht auf Nummer sicher zu gehen und überraschen auch mit einem ungewöhnlichen Stück wie „Hymn To The Sleeping Gog“, einem getragenen Stück, in dem auch Chöre zum Einsatz kommen, die sich nahtlos in die ohnehin schon komplexe Songstruktur einreihen. „Cognitive Dissonace“ erschließt sich nicht bei den ersten Durchgängen, sondern braucht Zeit und Aufmerksamkeit. Wer beides aufbringt, wird mit einem wirklich guten Album weitab ausgetrampelter Pfand belohnt.

Tracklist:

Intro

Legend of the Gods

Hear Evil, Do Evil, Speak Evil

Cognitive Dissonance

The Fallen

Fifth

Hymn To The Chosen Ones

Mechanical Landscape

Caress Of The Sleeping Giant

Bloodbound

S.W.I.H.

Pontifex 666

Besetzung:

Peter Böhm – Bass, backing Vocals

Radek Hajda – Gitarre

Vladimir koritar – Gitarre

Bernd Pichlbauer – Schlagzeug

Wolfgang Süssenbeck – Vocals, Keyboards

Spielzeit: 48:09

Label: Season Of Mist

Veröffentlichungstermin: 19.11.2001