DANTE: The Inner Circle [Eigenproduktion]

DANTE: The Inner Circle [Eigenproduktion]

Wow! Ich habe selten eine Eigenpressung in die Hände bekommen, die von der Aufmachung dermaßen wertig ausgefallen ist! Die süddeutschen Prog Rocker von DANTE haben dahingehend keine Kosten und Mühen gescheut, präsentieren ein stilvolles Coverartwork und ein perfekt gelayoutetes Booklet mit so dickem Papier, dass man tatsächlich Mühe hat, das Ding wieder dahin zu verstauen wo es hingehört. Nachdem ich die CD daraufhin in den Player geschoben hatte war ich zunächst etwas ernüchtert, da der Sound da nicht ganz mithalten kann und schon noch den typischen Charakter einer Eigenproduktion aufweist, trotzdem aber alles andere als schlecht ist, zumal zwar etwas Druck fehlt, der Mix aber schön ausgewogen klingt.
Vom songwriterischen Aspekt machen DANTE dann auch keine Gefangenen, für ein Debüt ist das wirklich mehr als beachtlich. Bereits der Opener „Faded“ wurde äußerst liebevoll arrangiert und trotz der Länge von gut zehn Minuten wird ein konstanter Spannungsbogen aufrecht erhalten und der simpel geniale Chorus hat mich auch sofort in seinen Bann gezogen. Was noch auffällt ist, dass die Bayern extrem viel Wert darauf legen, sich von anderen Bands abzugrenzen, wozu zunächst einmal die sehr abwechslungsreiche Instrumentierung beiträgt, aber auch die Songaufbauten, die alles andere als massenkonform sind, aber die nötige Eingängigkeit trotzdem nicht missen lassen.
Vergleiche lassen sich nur schwer anbringen, der Gesang erinnert mich in den tieferen Lagen teilweise an den Fronter von ADRAMELCH, man möge mich hier aber bitte nicht festnageln. Von der stimmlichen Bandbreite wirkt Alexander Göhs teilweise etwas limitiert, aber das tut dem Hörgenuß eigentlich kaum Abbruch, zumal er einfach weiß, wie er seine Stimme am besten einsetzt um den bestmöglichen Effekt zu erzielen.
Im weiteren Verlauf von „The Inner Circle“ spielen DANTE ihre Stärken konstant aus und trotz des oft eher ruhigen und atmosphärischen Grundcharakters der einzelnen Stücke, halten die Augsburger den Hörer stets bei der Stange, zumal gerade im Keyboardbereich sehr detailverliebt zu Werke gegangen wird. Ein Stück wie das mit Abstand kürzeste „For I Am“ hat mit seinen dreieinhalb Minuten eigentlich eher Introcharakter, trotzdem passiert auch hier genug, damit die Grenze zum Kitsch nicht überschritten wird.
„Not Like Myself“ ist eigentlich der einzige Song der mir persönlich nicht so reinläuft, zumal die Instrumentierung hier eher konventionell ausgefallen ist und die Gesangslinien etwas uninspiriert wirken, dafür entschädigt aber „More Or Less A Man“ mit seinem fast schon soundtrackartigen Beginn, der allgemein düsteren Stimmung, verträumten Instrumentalpassagen und einem griffigen Refrain.
Gegen Ende werden in den zusammengehörenden Tracks „The Giving“ und „The Taking“ nochmals die ruhigeren Facetten des DANTE-Sounds ausgespielt, ein gelungener wenn auch fast schon verstörender Abschluß eines starken Einstands.
Zu den ganz großen zählen DANTE mit „The Inner Circle“ noch nicht, aber sie setzen ein deutliches Ausrufezeichen in der deutschen Prog Rock-Szene und ich bin mir sicher, dass die Jungs mit dem nächsten Album sogar noch eine Schippe drauflegen werden.

Veröffentlichungstermin: 20.01.2008

Spielzeit: 64:06 Min.

Line-Up:
Alexander Göhs – vocals
Markus Berger – guitars & bass
Markus Maichel – piano & keys
Christian Eichlinger – drums

Produziert von Markus Berger
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.dantemusic.de

Tracklist:
01. Faded
02. Ghost From The Past
03. For I Am
04. Not Like Myself
05. More Or Less A Man
06. The Giving
07. The Taking

Ulle