COOGANS BLUFF: CB Funk

COOGANS BLUFF: CB Funk

Um im Zeitalter der Skip-Taste eine CD mit einem fast 12 (!) Minuten langen, sphärischen Instrumental namens CB Funk beginnen zu lassen, muss man schon sehr selbstbewußt sein. Oder total zugedröhnt. Die Musik von COOGANS BLUFF klingt ungefähr so wie eine Mischung aus beidem, untermalt von in der Geschwindigkeit modulierendem, buntem Stroboskop-Licht. Besagter Opener erinnert mich an Bands des britischen Creation-Labels, die in den frühen Neunzigern die Melancholie im einzelnen Ton und unter Tonnen von Hall gefunden haben, vor allem an SLOWDIVE und deren Traurigkeits-Sound-Collagen. Hier hat der einzelne Ton ein langes Leben in unendlicher Einsamkeit, bis aus dem Hintergrund ein leises Dröhnen zur Gesellschaft herannaht, sich aber doch anders entscheidet und der Ton sein einsames Leben ein zweites Mal beginnen muss, sein Schicksal diesmal vorausahnend und darüber melancholisch klagend. Wenn man sich darauf einlässt, hat das aber durchaus seinen Reiz an einem trüben Herbsttag. Diese Stimmung wird uns auf dieser Platte noch mehrfach einholen…
Aber erst fängt unvermittelt die Sonne an zu brennen…
Denn der nächste Song Fatman bietet ziemlich coolen, wilden Stoner-Rock, mit 70er Einschlag inkl. Schweineorgel und dauert knapp 2 Minuten. Also ein 6tel der Länge des Openers. Genauso wie Suck my Balls. Bei Poison Juice ist dann ein etwas stärkerer KYUSS-Einschlag in den Riffs zu hören, was aber schließlich kein Verbrechen ist. Das Jam-und-Traurig-Sein-Prinzip des Openers begegnet uns im Song Mountains erneut und hier zeigt sich, dass sich die Band der in den Instrumentals zelebrierten Melancholie von der jammenden Stoner-Rock-Seite genähert hat und bei demselben Ergebnis gelandet ist, wie die oben erwähnten britischen Bands, die eher von der Wave/Post-Punk-Seite kamen. Emotionen gehen eben seltsame Wege und die Musik folgt ihnen überall hin.
Aber zurück zur Platte. Die rockt sich herrlich knarzend und knorrend durch Wah-Wah-Soli und Daddel-Riffs in bester Stoner-Qualität, eine sehr erdige Produktion unterstützt die raue Qualität der Musik und macht diese Platte zu einem echten Vergnügen. Wirklich außergewöhnlich macht diese Platte aber das Zusammenspiel der ruhigen, sphärischen Instrumentals mit dem lauten Herzschlag der Stoner-Song. Zum Schluß ufern die Jam-Sessions dann zwar ein wenig aus, insgesamt kann man jedoch sagen: Eine gewagte Mischung, aber es funktioniert.

Veröffentlichungstermin: 2007

Spielzeit: 55.55 Min.

Line-Up:
Thilo Streubel – Vox
Willi Pascher – Gitarre
Clemens Marasus – Bass
Charlie Paschen – Schlagzeug

Label: Dritte Wahl recordings

Homepage: http://www.coogansbluff.de/

MySpace: http://www.myspace.com/coogansbluff

Tracklist:
1. CB Funk
2. Fatman
3. Suck my Balls
4. Poison Juice
5. Running Wild
6. Mountains
7. Teach me Tiger
8. 360
9. Just like me
10.Clean Machine