CHARRED WALLS OF THE DAMNED: Charred Walls Of The Damned

CHARRED WALLS OF THE DAMNED: Charred Walls Of The Damned

Dass Tim „Ripper“ Owens rein technisch gesehen ein Weltklassesänger ist wird niemand bestreiten, dass er es teilweise mit seiner Technik übertreibt und die Emotion missen lässt wird manche stören, manche nicht. Die Rechnung geiles Organ ergibt geiles Songwriting geht leider nicht auf, das konnte man beim unfassbar schwachen BEYOND FEAR-Debüt bestens erkennen und das 2009er Solodebüt bot auch wenig bis gar nichts Aufregendes. Gibt man dem Screamgott aber seine Melodien vor und sagt ihm was zu tun ist, dann erledigt er als Auftragskiller einen prima Job, der Beweis liegt in Form dieses Debüts vor.
CHARRED WALLS OF THE DAMNED ist das Baby von Drummer Richard Christy (u.a. DEATH, ICED EARTH, CONTROL DENIED) und der Mann kann nicht nur hervorragend sein Kit vermöbeln, sondern eben auch Songs schreiben. Denn merke: Nicht jeder, der ein Instrument beherrscht oder gut singen kann, schreibt gleichzeitig gute Stücke. Ist nicht schlimm, man muss es eben nur für sich akzeptieren können.
Auf diesem vorliegenden Debüt, für welches übrigens auch Basstier Steve DiGiorgio gewonnen werden konnte, gibt es jedenfalls absolut nichts zu bemängeln. Kurze, knackige Stücke, irgendwo in der Schnittmenge zwischen Uptempo Power Metal und Thrash-Schlagseite mit herausragenden technischen Leistungen, schönen Riffs und eingängigen, aber nicht platten Melodielinien. Einige Parts hätten so übrigens durchaus auch auf dem fantastischen CONTROL DENIED-Debüt stehen können und es ist doch immer wieder schön zu hören, dass Chuck Schuldiner auch über seinen Tod hinaus noch allgegenwärtig ist.
Durchatmen gilt hier übrigens nicht und es gibt wirklich ordentlich auf die Glocke, ein schleppenderer Song wie „In A World So Cruel“ bietet hier aber genau die richtige Abwechslung und wurde auch geschickt im Mittelfeld positioniert. Die geringe Spielzeit von nur 35 Minuten mag manch einen zum Meckern bringen, ich persönlich höre aber ein kurzes stimmiges Album lieber, als eines mit 70 Minuten mit zur Hälfte halbgarem Material. Für mich ist „Charred Walls Of The Damned“ zusammen mit dem WINTRERS BANE-Debüt das beste Album, auf dem Ripper bisher seine Stimmbänder geschwungen hat und man kann nur hoffen, dass es nicht bei diesem Debüt bleibt. Wer Metal mit Anspruch, einer gewissen Grundhärte und starken Refrains mag, kommt eigentlich nicht an „Charred Walls Of The Damned“ vorbei und sollte sich in keinem Fall von dem gar grässlichen Coverartwork mit dem noch schlimmeren Logo abschrecken lassen!

Veröffentlichungstermin: 29.01.2010

Spielzeit: ca. 35 Min.

Line-Up:
Tim Owens – vocals
Jason Suecof – guitars
Steve DiGiorgio – bass
Richard Christy – drums

Produziert von Jason Suecof
Label: Metal Blade
MySpace: http://www.myspace.com/charredwallsofthedamned

Tracklist:
01. Ghost Town
02. From The Abyss
03. Creating Our Machine
04. Blood On Wood
05. In A World So Cruel
06. Manifestations
07. Voices Within The Walls
08. The Darkest Eyes
09. Fear In The Sky

Ulle