CHARRED WALLS OF THE DAMNED: Cold Winds On Timeless Days

CHARRED WALLS OF THE DAMNED: Cold Winds On Timeless Days

Der Anspruch an das eigene Zweitwerk ist in der Regel klar definiert: Alles soll noch eine Ecke besser gemacht, dem Hörer von allem mehr geboten werden. Dieser Leitgedanke war Schlagzeuger Richard Christy ebenfalls im Hinterkopf, als er sich an das Songwriting für „Cold Winds On Timeless Days“ machte. Die Platte ist mit zwölf Songs nicht nur stärker bestückt als das selbstbetitelte Debüt, auch die individuellen Songlängen und damit die Gesamtspielzeit haben beträchtlich zugenommen. Bei knapp 60 Minuten neuen Materials dürfte sich aus quantitativem Gesichtspunkt wahrlich niemand um sein Geld betrogen fühlen.

Doch was bringt eine vollgepackte CD, wenn der Inhalt nichts taugt? Nun, das ist eine Sorge, die man getrost beiseite wischen kann. Richard Christy entpuppt sich auf „Cold Winds On Timeless Days“ abermals als ausgezeichneter Songschreiber, der es schafft, komplexe Schlagzeugpatterns mit mehrschichtigen Gitarrenspuren zu verknüpfen, so dass trotz des spieltechnischen Anspruchs ein homogenes und vor allem sehr zugängliches Endprodukt entsteht. Zwischen Heavy und Power Metal mit einer gelegentlichen Prise Thrash erbringen CHARRED WALLS OF THE DAMNED den Beweis, dass ein solches Genrewerk mit entsprechender Expertise auch vollständig kitschbefreit umgesetzt werden kann.

CHARRED WALLS OF THE DAMNED machen in allen Bereichen einen Schritt nach vorne

„Cold Winds On Timeless Days“ umfasst derweil Hymnen wie „Avoid The Light“ oder „Admire The Heroes“ genauso wie aggressiveres Material. „Zerospan“ lädt dank vergleichsweise hartem Riffing und treibendem Schlagzeugspiel zum Headbangen ein, während sich Sänger Tim Owens ein packendes Duell mit der Leadgitarre liefert. Überhaupt ist dessen Leistung über jeden Zweifel erhaben; Owens rundet die Stimmung der einzelnen Stücke mit seinem technisch brillanten Gesang perfekt ab und erinnert dabei ein ums andere Mal an Heavy Metal-Pilot Bruce Dickinson (IRON MAIDEN).

Kleinere Details wie der Bass im verschachtelten „Forever Marching On“ oder die Akustik-Gitarre in „Timeless Days“ sowie dem instrumental besonders begeisternden „The Beast Outside My Window“ lockern „Cold Winds On Timeless Days“ zusätzlich auf und verstärken im Kontrast zum nach vorne peitschenden Uptempotrack „Lead The Way“ das dynamische Profil des Albums. Verpackt ist das alles in eine transparente, doch gleichzeitig drückende Produktion, wodurch CHARRED WALLS OF THE DAMNED die Tatsache zementieren, dass sie 2011 in allen Bereichen einen Schritt nach vorne gemacht haben. Das beginnt beim Artwork und endet natürlich beim nahezu makellosen Songwriting. Gerade im anspruchsvollen Power Metal ist eine solche Evolution begrüßenswert. Nicht radikal, aber in jeder Hinsicht gewinnbringend.

Veröffentlichungstermin: 07.10.2011

Spielzeit: 58:01 Min.

Line-Up:
Tim Ripper Owens – Vocals
Jason Suecof – Guitars
Steve DiGiorgio – Bass
Richard Christy – Drums

Produziert von Jason Suecof, Mark Lewis (Mix) und Alan Douches (Mastering)
Label: Metal Blade

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/charredwallsofthedamned

CHARRED WALLS OF THE DAMNED „Cold Winds On Timeless Days“ Tracklist

01. Timeless Days
02. Ashes Falling Upon Us
03. Zerospan (Video bei YouTube)
04. Cold Winds
05. Lead The Way
06. Forever Marching On
07. Guiding Me
08. The Beast Outside My Window
09. On Unclean Ground
10. Bloodworm
11. Admire The Heroes
12. Avoid The Light

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.