BURNT BY THE SUN: Heart Of Darkness

BURNT BY THE SUN: Heart Of Darkness

Dass sich das Quintett BURNT BY THE SUN nochmals zusammen rauft, damit hätte noch vor drei Jahren niemand gerechnet. Damals haben wir alle gejammert, vor allem nach dem bärenstarkem The Perfect Is The Enemy Of The Good aus dem Jahr 2003, das immer noch für einen gelegentlichen Satz heiße Ohren gut ist. Aber nun stehen BURNT BY THE SUN wieder so stark und wütend da, wie in ihren besten Zeiten, denn ihr Abschiedswerk Heart Of Darkness kennt keine Gnade. In den letzten sechs Jahren ist in diesem Genre allerdings viel passiert, so dass der technische Metalcore der New Yorker fast schon antiquiert wirken könnte. BURNT BY THE SUN lassen sich von den aktuellen Strömungen in diesem Bereich allerdings nicht aus dem Konzept bringen und haben zehn gnadenlose Killersongs parat, die viele junge und hungrige Bands reichlich blass wirken lassen.

Mit einem mörderischen Groove führt Dave Witte seine Mannschaft an, die ihm in Sachen Versiertheit und Ideenreichtum in Nichts nachsteht. Die vertrackten Riffs von John Adubato und Nick Hale gehen gut ins Ohr, auch wenn es ein oder zwei Anläufe braucht um ihnen zu folgen. Ein wenig zurückhaltender als zuvor ist Bassist Ted Patterson, dessen pumpende Bassläufe rocken, aber nicht übermäßig technisch sind. BURNT BY THE SUN haben sich zum Glück mit ihrem stimmgewaltigen Sänger Mike Olender ausgesöhnt, so dass der entfesselten Wut nichts mehr im Wege steht. Heart Of Darkness ist somit die konsequente Weiterführung von The Perfect Is The Enemy Of The Good, allerdings sind der beißende Sarkasmus und der Galgenhumor größtenteils gewichen. Es ist geradezu ironisch, dass eine bitterernste Kampfansage wie Heart Of Darkness das Abschiedsalbum von BURNT BY THE SUN darstellen soll.

Denn ebenso wie auch The Perfect Is The Enemy Of The Good ist auch hier eigentlich eine Fortsetzung vorprogrammiert. Aber geben wir uns einfach mit den besten Songs der Karriere von BURNT BY THE SUN zufrieden. Mit dem brutalen Inner Station machen die New Yorker deutlich, wo es lang geht, danach gibt es das Beste aus Math-, Grind- und Hardcore vereint und mit einem Schuss Thrash verfeinert. Mit Killern wie F-Unit, A Party To The Unsound Method, Goliath, The Great American Dream Machine und dem bösen Schlusspunkt The Wolves Are Running, sowie dem Hit There Will Be Blood ist die Mission Denkmal fast vollständig geglückt, auch wenn es schön gewesen wäre, statt nur zehn tonnenschwer produzierte Mördersongs, ein mit Interludes ausarrangiertes Album mit schönem Gesamteindruck zu haben.

Aber beklagen gilt nicht, so eine durchgehende Qualität wie auf Heart of Darkness bieten nur wenige Bands. BURNT BY THE SUN verabschieden sich hiermit in Würde mit einem Abschiedswerk, das Lust auf mehr macht und wohl pausenlos bei Qualitätsbewussten Mathcore- und Metalcore-Fans rotieren wird. Und vielleicht gibt es ja doch noch eine Fortsetzung in der Geschichte von BURNT BY THE SUN. Sicher ist bei den New Yorkern noch nie etwas gewesen.

Veröffentlichungstermin: 21. August 2009

Spielzeit: 34:17 Min.

Line-Up:
Mike Olender – Vocals
John Adubato – Guitar
Nick Hale – Guitar
Ted Patterson – Bass
Dave Witte – Drums

Label: Relapse Records

MySpace: http://www.myspace.com/burntbythesun

Tracklist:
1. Inner Station
2. Cardiff Giant
3. F-Unit
4. A Party To The Unsound Method
5. There Will Be Blood
6. Goliath
7. Rust | Future Primitive
8. Beacon
9. The Great American Dream Machine
10. The Wolves Are Running

Captain Chaos
Ehemann, Vater, Musikenthusiast, Plattensammler, Trauerbegleiter, Logistiker, Autor, Wandergeselle