BLACK ANVIL: Triumvirate

Vom KILL YOUR IDOLS-Hardcore ist nichts mehr übrig. Unter dem Banner BLACK ANVIL spielen diese drei New Yorker altmodischen Black-Death Metal.

Lass dir gesagt sein, deine Puristenantennen kannst du gleich wieder einfahren. BLACK ANVIL waren zwar in ihrem früheren Leben alle bei KILL YOUR IDOLS, noch dazu stammen sie alle aus New York City, aber nach Hardcore klingt auf dem Zweitwerk Triumvirate gar nichts. BLACK ANVIL haben sich einem unheiligen Mix aus Black und Death Metal verschrieben und gehen zu allem Überfluss dabei auch noch sehr schnörkellos und urig vor. Hier gibt es nur sägende Gitarren und Basslinien, Geröchel und zerrissene Snaredrum-Felle, das reicht. Das Trio bewegt sich hauptsächlich im flotten Bereich, spart nicht mit Blast-Parts, schafft es aber relativ ausgewogenes Songmaterial darzubieten, das auch langsame Momente beinhaltet und nicht selten im Midtempo unterwegs ist. Das Riffing ist gelungen, nicht aufregend, nicht besonders raffiniert und technisch, aber eben bodenständig und erzeugt ordentliche Songs. Im direkten Vergleich mit dem zeitgleich erscheinenden Vultures At Dawn von THE FUNERAL PYRE, haben BLACK ANVIL einfach glattere, traditionellere Songs, denen es an Überraschungsmomenten und Atmosphäre mangelt. Triumvirate ist zwar garantiert kein schlechtes Album, es hat seine Momente mit What Is Life If Not Now!, The Evil Of All Roots, Scalping und dem altmodisch thrashenden With Transparent Blood, aber dank der leicht überwiegenden Death Metal-Schlagseite wirken BLACK ANVIL eben doch immer leicht antiquiert.

Genrefans werden in den drei New Yorkern nicht die Wiederkehr des Antimessias erkennen, aber zumindest gut unterhalten. Instrumental wird solide Arbeit geboten, die drei Musiker sind garantiert keine Virtuosen, aber um ihre, immerhin relativ detailreichen Songs darzubieten, haben BLACK ANVIL genau das richtige Können parat. Dennoch, ein paar Füller haben sich auf das eher unspektakulär produzierte Triumvirate geschlichen, wenig spannende Nummern wie Ultimate Reality und We Own You hätte es aber nicht gebraucht. Im Falle BLACK ANVIL ist noch viel Luft nach oben enthalten, aber in Anbetracht ihrer jungen Karriere in Personifizierung dieser Band und der Vita ihrer Musiker, kann und vor allem sollte noch einiges passieren. Wenn du gerne amerikanisch geprägten Black-Death Metal hörst und Originalität nicht zwingend erforderst, erlebst du hier eine nette, gut gemachte Zwischenmahlzeit. Für Wunder in diesem Genre sind jedoch andere zuständig.

Veröffentlichungstermin: 24. September 2010

Spielzeit: 41:15 Min.

Line-Up:

Gary Bennett – Guitar, Vocals
Paul Delaney – Bass, Vocals
Raeph Glicken – Drums, Vocals

Label: Relapse Records
MySpace: http://www.myspace.com/blackanvilny

Tracklist:

1. What Is Life If Not Now!
2. Crippling
3. The Evil Of All Roots
4. Ultimate Reality
5. Angels To Dust
6. We Own You
7. Scalping
8. Eliminate
9. Dead And Left
10. With Transparent Blood