BENEDICTION: Scriptures

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Dum.Dadadum.Dadadum.Dadadum. Schon die ersten Takte des BENEDICTION-Debütalbums „Subconscious Terror“ haben diesen fies-unwiderstehlichen Groove, durch den sich BENEDICTION immer ein wenig von britischen Death Metal-Kollegen wie BOLT THROWER abgehoben haben. Und genau dieser Groove zieht sich auch durch das neue BENEDICTION-Album „Scriptures“ – und sofort bin ich in den frühen Neunzigern, als man sich nicht Fragen wie „wann finden wieder Konzerte statt?“ stellen musste. Damals bestanden die Probleme eher darin, zum Konzert hin- und vor allem wieder heimzukommen. Damals diskutierte auch keiner darüber, ob man im öffentlichen Personennah-Verkehr, also im Bus, eine Maske tragen solle. Es gab weder Corona, noch Busse (auf dem Land fragt man sich bisweilen auch heute noch, was dieses „ÖPNV“ sein soll). Vielleicht packt mich „Scriptures“ ja deshalb so, gefühlt war damals alles einfacher und besser.

BENEDICTION zitieren sich selbst – das muss ja kein Fehler sein!

Einfach machen es sich auch BENEDICTION: Sie zitieren sich selbst. Dabei sind die Briten aber auch heute nie so stumpf-dumpf wie SIX FEET UNDER, die sich mit ihrem aktuellen Album „Nightmares of the Decomposed“ ihr eigenes Grab noch ein paar Schippen tiefer gegraben haben. BENEDICTION hatten schon immer eine gewisse Nähe zum britischen Crustpunk und haben vor zig Jahren auch nicht ohne Grund AMEBIX‘ „Largactyl“ gecovert. Für „Scriptures“ haben die beiden Gründungsmitglieder und Gitarristen Darren Brookes und Peter Rew Sänger Dave Ingram zurückgeholt. Dieses Trio war auch für die wahrscheinlich besten BENEDICTION-Alben „The Grand Leveller“ und „Transcend the Rubicon“ verantwortlich; auf dem Debüt „Subconscious Terror“ war noch Mark „Barney“ Greenway als Sänger zu hören. Zwischenzeitlich stand ANAAL NATHRAKH-Sänger Dave Hunt bei BENEDICTION am Mikro – ein guter Mann, aber zu BENEDICTION passte er für mich nie richtig.

„Scriptures“ hat einen Mördergroove und einen Mördersound

Mit Ingram wieder an Bord, verzichten BENEDICTION auf Experimente und tauschen tief in die eigene Vergangenheit: Mit „Tear Off These Wings“ holen sie den „Subconscious Terror“- Groove ins neue Jahrtausend, inklusive des diabolischen Lachens im Hintergrund. Das Riff von „The Crooked Man“ ist aus der Zeit gefallen und könnte auch von „Transcend The Rubicon“ sein. Macht nichts, denn damals wie heute ist es einfach ein verdammt gutes Riff. Bei „Scriptures In Scarlet“, „In Our Hands, The Scars“ und „Rabid Carnality“ setzt sich der kleine dreckige Punk der BENEDICTION-DNA durch, Uptempo-Parts und ein bisschen Hektik im Drumming treiben die Songs voran. Alles in allem ist „Scriptures“ ein unglaublich stimmiges, homogenes Album – mit durchgängig guten Songs, die das Maximum an Abwechslung und Eingängigkeit innerhalb des engen BENEDICTION-Kosmos bieten. Zwölf Jahre Pause liegen zwischen „Scriptures“ und dem letzten Album „Killing Music“. Das Warten hat sich gelohnt – zumindest für alle, die die alten BENEDICTION schätzen. „Scriptures“ ist Musik zum Weglaufen, zum Eintauchen ins Früher – und Gründe dafür gibt’s ja gerade einige.

Label: Nuclear Blast

Produzent: Scott Atkins

VÖ-Datum: 16.10.2020

BENEDICTION “Scriptures” Tracklist

1. Iterations Of I
2. Scriptures In Scarlet
3. The Crooked Man
4. Stormcrow (Video bei YouTube)
5. Progenitors Of A New Paradigm
6. Rabid Carnality (Stream)
7. In Our Hands, The Scars
8. Tear Off These Wings
9. Embrace The Kill
10. Neverwhen
11. The Blight At The End
12. We Are Legion

BENEDICTION Line-up 2020

Darren Brookes – guitar
Peter Rew – guitar
Dave Ingram – vocals
Dan Bate – bass
Giovanni Durst – drums

andrea
Kümmere mich seit 1999 um Reviews, Interviews und den größten Teil der *Verwaltung*, Telefon-Dienst, Beschwerdestelle, Versandabteilung, Ansprechpartner für alles, Redaktionskonferenz-Köchin...