BARREN EARTH: Curse Of The Red River

Viel besser kann man ausdrucksstarken, interessanten Heavy Metal, die Band nennt es Progessive Death-Metal, kaum machen.

Was die finnische Allstar-Band BARREN EARTH Ende letzten Jahres mit der EP Our Twilight präsentierte, das war ja schon mal ein ordentlicher Appetithappen. Den leichten Nachgeschmack eines weiteren Nebenprojektes unausgelasteter skandinavischer Musiker konnte man nicht vermeiden, mit dem Longplay-Debüt hingegen fegt man den locker beiseite. Was die EP versprochen hat, das hält Curse Of The Red River ohne wenn und aber.

 Bei alle den bunten Bands, in denen die beteiligten Musiker unterwegs sind und waren, sind es weiterhin vor allem viel SWALLOW THE SUN, etwas MOONSORROW und vor allem die frühen AMORPHIS, die in den Songs ihre Spuren hinterlassen haben. Einfallsreicher Doom-Death, viel melancholische Melodien, Elemente des 70er Psychedelic/Prog-Rock, abwechslungsreiche Songs mit Tiefgang und reichlich mal mehr, mal weniger versteckter Raffinesse ziehen einen schnell in ihren Bann. So findet man gleich im heavy groovenden Opener reichlich Elemente der genannten Bands, auch hier wird man zuerst an die ersten AMORPHIS-Sachen denken. Überraschend verlässt man dann diese Linie für einen genialen, epischen Gitarrenheldenpart, der wie eine Mischung aus MALMSTEEN, HEXENHAUS und MEMENTO MORI klingt. Ah, wow, was für eine Melodie im Song Our Twilight, was für ein fantastischer, packender Groove in Forlorn Waves. In die immer typisch finnisch klingenden Songs schmiegen sich ruhige bis psychedelische Parts ein, die mal an PINK FLOYD,  JETHRO TULL und auch mal an 70er Schmuse-Bands wie BARCLAY JAMES HARVEY erinnern. Es gibt schwere Melodien, wie man sie bei SWALLOW THE SUN liebt, erquickende Folklore-Elemente, die zum Schunkeln und Tanzen einladen. Aber auch überraschende MERCYFUL FATE/KING DIAMOND-Gitarren bei The Leer und einige derbe Ausbrüche, die zeigen, wo bei Ilmarinen der Hammer hängt.  

Mikko Kotamäki (SWALLOW THE SUN, ENTER MY SILENCE) sorgt mit tiefen Growls und einfühlsamen cleanen Vocals so manches Mal für Gänsehaut, es gibt starke Gitarren von Sami Yli-Sirniö (KREATOR, WALTARI) und Janne Perttilä (MOONSORROW, WIND OF PAIN), passende Keyboards und cooles Pianospiel von Kasper Mårtenson (AMORPHIS, MANNHAI), der scheint unüberhörbar großer Fan von ERIC SATIE zu sein. Marko Tarvonen (MOONSORROW, THY SERPENT, CHAOSBREED) an den Drums macht ebenso alles richtig wie Olli-Pekka Laine (AMORPHIS, MANNHAI, CHAOSBREED) am Bass, welcher 2007 den Grundstein für BARREN EARTH legte. Man bewegt sich durchaus in bekannten Gefilden, bringt mit den eingestreuten Elementen aber eine eigene Linie mit. Die Querverbindungen in den verschiedenen Bands hört man deutlich heraus, man bewegt sich auf einem hohen und schlüssigen Level, klingt nach Einheit und nicht nach Projekt und sorgt mit dem Mix von Dan Swanö (EDGE OF SANITY, NIGHTINGALE, PAN.THY.MONIUM) zudem für ein kraftvolles Klangerlebnis.

Viel besser kann man ausdrucksstarken, interessanten Heavy Metal, die Band nennt es Progessive Death-Metal, kaum machen. Ein Pflichtkauf, nicht nur für die Fans genannter Bands.

Veröffentlichungstermin: 12.03.2010

Spielzeit: 54:23 Min.

Line-Up:
Mikko Kotamäki – Vocals
Olli-Pekka Laine – Bass
Janne Perttilä – Guitar
Sami Yli-Sirniö – Guitar
Kasper Mårtenson – Keyboards
Marko Tarvonen – Drums

Produziert von Jukka Varmo und Barren Earth
Label: Peaceville Records/Edel

Homepage: http://barrenearth.com

MySpace: http://www.myspace.com/officialbarrenearth

Tracklist:
1. Curse Of The Red River
2. Our Twilight
3. Forlorn Waves
4. Flicker
5. The Leer
6. The Ritual Of Dawn
7. Ere All Perish
8. Cold Earth Chamber
9. Deserted Morrows