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AS EVERYTHING UNFOLDS: Did You Ask To Be Set Free?

AS EVERYTHING UNFOLDS beugen sich nun gänzlich den Trends des Markts, um mit „Did You Ask To Be Set Free?“ ein ganz bestimmtes Publikum ins Visier zu nehmen.

Das verflixte dritte Album: der „Make it or break it“-Moment, wie man so schön sagt. Einige Bands sind an diesem Druck schon gescheitert, anderen konnte der Aberglaube rein gar nichts anhaben. Dass AS EVERYTHING UNFOLDS eher zur zweitgenannten Kategorie zählen, ist schon deswegen erstaunlich, weil die Band eine harte Zeit durchleben musste: Als im Sommer 2024 Schlagzeuger Jamie Gowers verstarb, war noch gar nicht klar, ob es mit dem Projekt überhaupt weitergehen würde.

„Did You Ask To Be Set Free?” ist die deutliche Antwort, welche die Briten geradezu routiniert nach vorne blicken lässt. Der Haken an der Sache: Die Entwicklung des Vorgängers „Ultraviolet“ (2023) setzt das Gespann konsequent fort, was zu einer weiteren Verschiebung des Schwerpunkts in Richtung braven Alternative Rocks bedeutet.

AS EVERYTHING UNFOLDS beugen sich nun gänzlich den Trends des Markts

Die rotzige Seite des Debüts fehlt dem Drittwerk vollkommen: Gelegentliche Screams und härtere Gitarren wirken eher kalkuliert denn authentisch, während sich die Arrangements vorwiegend um moderne Synthesizer, Drumcomputer („Set In Flow“) und Charlie Rolfes Klargesang herum aufbauen. Leider fehlt Letzterem zusehends der Charme, da sich AS EVERYTHING UNFOLDS nun den Trends des Markts beugen und die Stimme ihrer Sängerin durch mehrere Instanzen von Postproduktion schicken (u.a. „Denial“, „Cut The Lies“).

Dass von Rolfes natürlicher Ausstrahlung dadurch nicht mehr viel übrigbleibt, ist bedauerlich, passt aber zum Songmaterial, das sich mit der Kreativität auch seiner verbleibenden Kanten entledigt. Die letzten Spuren von Post Hardcore hat das Quartett geflissentlich ausgemerzt und durch Pop-Anleihen ersetzt – deutlich zu hören in „Reverie“. Airplay-Fokus heißt der neue Gott im Hause AS EVERYTHING UNFOLDS, der sich bis in die simpel gestrickten Texte voller einsilbiger Reime und erschöpfter Metaphern („Gasoline“) ergießt.

„Did You Ask To Be Set Free?“ nimmt ein ganz bestimmtes Publikum ins Visier

In dieser Schnittmenge vermag es nicht einmal BURY TOMORROW-Shouter Dani Winter-Bates Akzente zu setzen, dessen Gastauftritt in „What You Wanted“ eben nur an der Leine stattfinden darf. Deutlich wird das im treibenden „Idols“, wo Sängerin Charlie Rolfe zumindest kurzzeitig richtig gallig wird. Immerhin endet „Did You Ask To Be Set Free?“ auf uenrwartet versöhnliche Weise: “Setting Sun” ist als getragen-melancholische Rock-Nummer ein schöner Abschluss inklusive kleinem Gitarrensolo.

Nichtsdestotrotz: Für das verflixte dritte Album ist das zumindest aus unserer Sicht zu wenig, wobei wir nicht ausklammern dürfen, dass AS EVERYTHING UNFOLDS mit dieser Platte ein ganz bestimmtes Publikum ins Visier nehmen. In der Peripherie von FUTURE PALACE und Co. dürften sich diese zwölf Stücke schlussendlich pudelwohl fühlen und sich darüber hinaus über die entsprechende Resonanz freuen. Keine Bruchlandung im eigentlichen Sinn also, aber gemessen am Debütalbum mit viel verschenktem Potenzial.

Veröffentlichungstermin: 10.04.2026

Spielzeit: 41:31

Line-Up

Charlie Rolfe – Vocals
Adam Kerr – Guitar
George Hunt – Bass
Jon Cassidy – Synths/Programming

Produziert von Adam Kerr und Jon Cassidy

Label: Century Media

Homepage: https://www.aseverythingunfolds.com/
Facebook: https://www.facebook.com/AsEverythingUnfolds/
Instagram: https://www.instagram.com/aseverythingunfolds/
Bandcamp: https://centurymedia.bandcamp.com/album/did-you-ask-to-be-set-free-24-bit-hd-audio

AS EVERYTHING UNFOLDS “Did You Ask To Be Set Free?” Tracklist

  1. Denial (Video bei YouTube)
  2. Gasoline (Video bei YouTube)
  3. Point Of View (Video bei YouTube)
  4. Find Another Way
  5. Cut The Lies
  6. Break It Away
  7. Set In Flow (Video bei YouTube)
  8. What You Wanted (Video bei YouTube)
  9. Idols
  10. Reverie
  11. Edge Of Forever
  12. Setting Sun