ARCANA XXII: This burning Darkness

Die erste Metal-Band aus Namibia? Möglich, zum internationalen Act fehlt allerdings noch einiges. Gemisch aus traditionellem Metal, leichten Thrasheinsprengeln und Gothic Rock.

Eigentlich kennt das doch jeder irgendwie, oder? Da gibt es diese Underground-Band im engeren oder weiteren Bekanntenkreis, die sich über eine gewisse Zeit einen beachtlichen lokalen Erfolg erspielt hat und bei der sich jeder im klaren drüber ist, dass diese Band was besonderes hat – sie ist einfach besser, als all die anderen lokalen Acts, vielfältiger, individueller, einfallsreicher. Man unterhält sich mit anderen Leuten darüber, dass es die doch mal weit bringen könnten und eigentlich doch schon längst einen Plattenvertrag verdient hätten, wenn man so schaut, was da sonst so alles bei einem Label unterkommt….

ARCANE XXII passt irgendwie gut in diese Kategorie von Bands. Mit einem Gemisch aus traditionellem Metal, leichten Thrasheinsprengeln und Gothic Rock muss man dieser Truppe durchaus musikalische Offenheit als auch Vielfältigkeit zugestehen und davon, sich in irgend einer Form einschränken zu lassen, scheint die Band weit entfernt. Der Opener Ramses geht jedenfalls recht flott los, erinnert im Gesangsbereich etwas an die Schweden CRYSTAL EYES und kommt passend zum Thema mit orientalischen Gitarrenläufen daher. Bei Like a God wird aber dann spätestens die Liebe zu den FIELDS OF THE NEPHILIM eindeutig, vor allem was den Gesang von Johann Smit angeht. Carl McCoy hat ganz eindeutig seine tiefen Spuren hinterlassen. Dass bei einer so offenen Band im Laufe der CD dann auch der Einsatz von eher genrefremden Instrumenten wie einer Violine oder dem Vibraphon nicht fehlen darf, ist da ja eigentlich selbstverständlich.

….um aber wieder auf die einleitenden Sätze dieses Reviews zurück zu kommen, muss man auch feststellen, dass es nur ganz wenige Bands sind, die wirklich so besonders sind, wie sie gerne gesehen werden. Denn trotz all der Bemühungen darf man sich der Realität nicht verschließen und muss objektiv sehen, dass zu einem wirklich großen Act noch seehr viel fehlt, Die instrumentalen Fertigkeiten, die Fähigkeit, die mannigfaltigen Einflüsse mit dem Streben nach eigener Identität so zu verbinden, dass dabei auch wirklich etwas Eigenständiges entsteht und vor allem das richtige kompositorische Feingefühl und Können. Ja und genau an dem Punkt scheitern auch ARCAND XXII, die es allerdings geschafft haben, sich einen Plattenvertrag an Land zu ziehen und dabei nochmals voll mit einem Exotenbonuszuschlag beworben werden, denn der Fünfer stammt aus Namibia und sorgt somit schon von Haus aus für ein Aha-Erlebnis. Das setzt sich in der Musik aber leider nicht fort, denn trotz einer ganz interessanten musikalischen Mischung wird doch zu viel Durchschnitt und Unausgegorenes geboten. Die weiblichen Backings, die sich auch gerne mal in den Leadbereich vorwagen sind mal wieder mehr nervig als bezaubernd, die einzelnen Zutaten wollen nicht so richtig ein Ganzes ergeben und die Songs schlichtweg nicht zünden. Für den lokalen Achtungserfolg gerade genug, für einen weltweiten Plattenvertrag eindeutig zu wenig.

Veröffentlichungstermin: 19.05.03

Spielzeit: 58:48 Min.

Line-Up:
Johann Smit – Voice

Johan de Jager – Strings

Sven Heussen – Strings

Sigi Müller – Bottom End

Thomas Hoffman – Drums and Percussion

Produziert von Arcana XXII & Burton Reid
Label: TTS / Alive

Hompage: http://www.arcana22.de

Tracklist:
1. Ramses

2. White Light & Black Spaces

3. Remember Forever

4. Like a God

5. Burning Darkness

6. Out of the Dust

7. Breathing in me

8. Lobonian Rhapsody

9. Imago Mundi

10. Afterburner

11. Hallwed Ground