AKPHAEZYA: Anthology IV

AKPHAEZYA: Anthology IV

Frankreich hat viel zu bieten… alleine, wenn man  – den Zeitfaktor vorausgesetzt – die gesamte Tour de France mitverfolgt und sich von den unterschiedlichsten Landschaften und kulturellen Einflüssen während der Übertragung in Beschlag nehmen lässt, erahnt man, was dieses kunterbunte Land zu bieten hat. Und mit den musikalischen Oeuvres verhält es sich oftmals ähnlich. Die Experimentierfreude der Musiker mit französischem Pass lässt nicht nur bei GOJIRA, PIN-UP WENT DOWN, WORMFOOD, 10 RUE D´LA MADELEINE, ULTRA VOMIT und Co. aufhorchen, sondern verschafft sich auch bei AKPHAEZYA Gehör.

Das zweite Album der Band rund um Frontfrau Nehl Aelin verspricht all das, was der unaussprechliche Bandname schon vorauszusagen vermag: Ein verschachtelter Stil- und Emotionsmix als Spielwiese kreativer Musik. Dabei gelingt es AKPHAEZYA trotz der experimentell avantgardistischen Ausrichtung dennoch hörbar und melodisch zu bleiben. So kann man im maghrebinisch angehauchten Cabaret-Song Utopia durchaus das Tanzbein schwingen, während anderswo jazzige Einsprengseln das Kommando übernehmen oder metallische Klänge für heftiges Kopfkreisen sorgen.

Das abwechslungsreiche Material wird von den Musikern ebenso kompetent zum Besten gegeben wie es von der Sängerin intoniert wird. Nehl Aelin hat ihre Gesangslinien jeweils bestens im Griff – ob sanft und balladesk säuselnd, rockig aus der Kehle singend wie beim Stoner Rock-Track Genesis oder sich pittoresk ins Jazz-Setting einbettend.

Abwechslung ist demnach Trumpf bei den Franzosen, die sich trotz des Variantenreichtums immer wieder auch auf eingänginge Hooklines verstehen wie etwa bei Nemesis, zu dem auch ein (Cartoon-)Video produziert wurde. Somit bleibt von Anthology IV, das vom Aufbau her die klassische griechische Tragödie zum Vorbild hat, immer wieder etwas hängen, ohne dass das Album jedoch gewisse Überraschungseffekte verliert.

Veröffentlichungstermin: 30.03.2012

Spielzeit: 51:53 Min.

Line-Up:
Stephan H. – Gitarre
Nehl Aëlin – Gesang, Akkordeon, Keyboards
Loïc Moussaoui – Schlagzeug
Stephane Béguier – Bass

Produziert von Brian Gardner (Mastered) und Sylvain Biguet (Mixed)
Label: Code666

Homepage: http://www.akphaezya.com

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/akphaezya

Tracklist:
Πρόλογος / Prologos

Act I : Spring
Scene I : A slow vertigo…
Scene II : Σωφροσύνη / Sophrosyne

Act II : Summer
Scene I : Utopia (5)
Scene II : Υβρις / Húbris

Transe H.L. 2

Act III : Autumn
Scene I : Genesis
Scene II : Dystopia

Act IV : Winter
Scene I : Nemesis
Scene II : …The harsh verdict

Επίλογος / Epilogos

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.