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Arlette Huguenin Dumittan

4830 Beiträge
Arlette ist seit 1999 bei vampster und unsere Schweizer Fachfrau für schwarze Musik und vegane Backrezepte. Lieblingsbands: DARKTHRONE, NECROPHOBIC, ASPHYX. Genres: Black Metal, Death Metal, Dark Metal/Rock.

LORD AGHEROS: Of Beauty And Sadness [ausgemustert]

Ambient Black Metal aus Italien bedeutet im Fall von LORD AGHEROS` dritten Album viel Keyboardgedudel und einiges an tiefem Heisergekreische. Furchterregend ist das Ganze nie, eher nah an der Kitsch-Klimper-Grenze à la FINNUGOR. Schleppend die Songs, zu oft gehört die Soundeinstellungen, zu belanglos die Riffs, Langeweile macht sich schon nach wenigen Minuten breit und die 45 Minuten fühlen sich bald wie drei Stunden an. Gerade in diesem Bereich gibts Besseres aus Österreich und Skandinavien - an LORD AGHEROS kann man ohne Kulturverlust beherzt vorübergehen.

EVIG NATT: Darkland [ausgemustert]

Das zweite Album der Norweger EVIG NATT mag zwar 2010 erschienen sein, doch es wäre wohl schon zehn Jahre vorher als altbackener Gothic Metal rübergekommen. Ein unberührendes Frauenstimmchen trifft auf einen ach-so-bösen Grunzitroll, zusammen grasen sie höhepunktsfrei die uralten Zeiten von THE GATHERING, THEATRE OF TRAGEDY und SINS OF THY BELOVED ab und lassen sich dabei von einem grausig künstlichen Drumsound und zahnlosen Gitarren begleiten. Zum Abgähnen, zum Ausmustern.

BLOOD I BLEED / MASSGRAV: Split [ausgemustert]

23 Songs in 20 Minuten auf Schwedisch und Englisch, ein einziger Song jenseits der 2-Minutengrenze, Kritik an Politik ("“Mona Sahlin - fy fan!"), Humor ("Fuck the 80s") , derbe Sprüche ("24 inch fuck-face") - klare Sache, die beiden Splitpartner BLOOD I BLEED aus Holland und MASSGRAV aus Schweden fühlen sich dem Grindcore verbunden. Trotz ordentlichem Handwerk bleibt von beiden Bands absolut nix hängen, und wenn man sich an den kläffenden Gesang von BLOOD I BLEED gewöhnt hat, setzen MASSGRAV hysterisch-punkig noch einen drauf. Für die Hard-Crust-Grinder ein nett zu habender Durchschnittshappen, für den Grossteil der Welt jedoch ein komplett irrelevantes Lärmstück.

ZORNICH: Zornige alte Männer [ausgemustert]

Punkig, prollig und FC St. Pauli - ZORNICH rotzen sich durch 13 Punk/HC-Songs, mal ernst, mal weniger und mal auf den Barrikaden gegen Rasur und Geld auf der Bank. Rauer als die ÄRZTE oder DIE TOTEN HOSEN sind ZORNICH auf jeden Fall, aber leider fehlt es ihren Texten bisweilen arg an Klasse. Dies betrifft insbesondere die Ausflüge in die englische Sprache… Die Songs ähneln sich zudem sehr und der Muss-Haben-Effekt will sich nicht einstellen. Durchschnittssaufmucke, wenn es mal nur zum Feldschlössli-Bier reicht und nicht für was Leckereres.

SPIRITUAL FRONT: Rotten Roma Casino (DVD+CD) [ausgemustert]

Ultraseichter Wave-Pop (i.e. "Suicide Pop") mit italienischem Schmalzhaar, Soft Gay und Bibi Porn von glattgewaxten Hedonisten, die sich fälschlicherweise "Nihilist" tätowieren lassen, von Darkroom-Liebe und "German Boys" säuseln und dann durch die Nennung Fassbinders als Inspirationsquelle pseudointellektuell erscheinen wollen. Schlimmer gehts nimmer. Rom mag mit Nero und Orgien eine grossartige Vergangenheit haben, SPIRITUAL FRONT sind trotz Professionalität und einiger World Music-Einflüsse sowohl akustisch wie auch visuell nur grausig oberflächlicher und überflüssiger Mainstream. Ganz im Gegensatz zu Kondomen...

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ULVER: neues Album `Critical Geography` 2011

"UlverliveinBerlin_vonArletteHuguenin"ULVER haben angekündigt, 2011 ihr neues Album "Critical Geography" zu veröffentlichen. Desweiteren wird die ehemals so bühnenscheue norwegische Band im März auf Europatour gehen und unter anderem am  29.3.2011 in Bochum-Landendreer, am 30.3.2011 in Karlsruhe, am 31.3.2011 im schweizerischen Basel, am 3.4.2011 in Wien, am 6.4.2011 in Berlin und am 8.4.2011 in Dresden auftreten.

AMBERIAN DAWN: End Of Eden [ausgemustert]

Wäre TARJA TURUNEN ein Teebeutel, so wäre Heidi Parviainen der Aufguss, den man nach einem Monat Gebrauch bekommt. Im Ernst, so schwacher Weibergesang wie bei AMBERIAN DAWN ist selten. Die Töne treffen AMBERIAN DAWN zwar allesamt, die Instrumentalfraktion ist kompetent, der Bombastfaktor gegeben - aber die Songs sind so belanglos, dass ich hoffe, die Band sieht gut aus. Opernsänger Markus Nieminen kann die Sache am Schluss auch nicht mehr retten, schlimmer noch, man sucht sich Glaubhaftigkeit durch Klassikaffinität zu erschleichen. Schauderhaft.

RABENHOLZ: Akt 1 – Auf welken Schwingen [ausgemustert]

Ein stimmiges Cover, ein verheißungsvoller Name, ein atmosphärisch-gelungenes Cello-Intro - RABENHOLZ machen in der sekundenlangen Kennenlernphase Lust auf deutschen Black Metal. Doch dann folgt die herbe Enttäuschung. Der drölfzigste Aufguss aus dem Hause 08/15-roher-Black Metal lärmt in einer unausgewogenen Produktion aus den Boxen. Nerviger Gesang, stümperhafte Cleanparts, gähnend-langweiliges Riffing. An die Wand hängen ja, musikalisch gehts jedoch in die Ausmusterungstonne.