FURZE: Reaper Subconscious Guide

FURZE: Reaper Subconscious Guide

FURZE haben mit Trident Autocrat, Necromanzee Cogent und letztens UTD bewiesen, dass sie eine wahrlich okkulte Perle in der aktuellen norwegischen Black Metal-Arena sind. Wohin führt uns also des Reapers Subconscious Guide anno 2010?

Zum einen sicherlich hin zum Alten, zum Kultigen. FURZE verzichten auf geschönte Produktionslandschaften, setzen auf im Computerzeitalter archaisch anmutendes Equipment und bieten dem geneigten Fan sogar eine zweite Albumausgabe mit extra altertümlicher Produktion an. Der Kultfaktor bleibt produktionstechnisch gewahrt, doch musikalisch schlagen FURZE andere Wege ein und brechen mit dem Black Metal.

Exakt, FURZE brechen mit dem Black Metal-Genre. Ganz im Sinne der Provokation und der Radikalität nehmen FURZE mit Reaper Subconscious Guide nämlich kurzerhand ein mehrheitlich dem BLACK SABBATH-artigen Doom zugewandtes Album auf. Klarer, teils nasaler Doomgesang statt krankes Black Metal-Kreischen, schleppende Melancholie statt schnelles Schwarzmetallgeschepper, bizarres Glockenspiel statt Satansanrufungen. Bezüglich dem Stilbruch reüssieren FURZE eindeutig auf Reaper Subconscious Guide, doch herausragende Doomsongs lassen sich auf dem neuesten Werk des Norwegers dennoch nicht ausmachen, obgleich nicht ohne Abwechslung vorgegangen wird.

Am Ende bleibt ein durchwachsener Eindruck von Reaper Subconscious Guide. Zum einen war Doom schon immer ein lebendiger Bestandteil des FURZE-Sounds, doch die gezeigte Radikalität zu Ungunsten des Black Metals lässt Anhänger der schwarzmetallischen FURZE-Vergangenheit auf eine Rückkehr zum Stil der alten Alben hoffen. Denn irgendwie war mir der kreischende UTD-Satansbote lieber…

Veröffentlichungstermin: 29.11.2010
Spielzeit: 48:08 Min.

Line-Up:
Woe J. Reaper – Vocals, alle Instrumente

Label: Agonia Records

Homepage: http://www.furze.net

Tracklist:
1. Earlier than the third might of the cosmos
2. It leads…
3. Immortal lecture
4. The bonedrum
5. Essential wait