FIFTH ANGEL: Fifth Angel / Time Will Tell (Re-Releases)

FIFTH ANGEL: Fifth Angel / Time Will Tell (Re-Releases)

Metal Blade sind weiter in Re-Release-Stimmung. Zeitgleich mit dem ARMORED SAINT-Meisterwerk “Symbol Of Salvation” gibt es Wiederveröffentlichungen der beiden FIFTH ANGEL-ALben “Fifth Angel” und “Time Will Tell” von 1986 sowie 1989. FIFTH ANGEL sind eine dieser Bands, die in bestimmten Szene-Kreisen einen verdammt guten Ruf haben, denen der große Durchbruch aber leider versagt blieb. An der Mucke kann es eigentlich nicht gelegen haben, denn die Truppe aus Bellevue hat mit ihren beiden Alben zwei erstklassige Werke in der Schnittmenge von melodischem US Power Metal und Hard Rock abgeliefert.

Top Musiker und auf den Punkt komponierte Songs – FIFTH ANGEL hätten groß werden können

FIFTH ANGEL hatten weder die riffige Urgewalt von METAL CHURCH oder ICED EARTH, noch die verspielte Progressivität von QUEENSRYCHE oder CRIMSON GLORY oder den puren Metal-Spirit einer Band wie JAG PANZER. Dafür strotzen beide Alben nur so vor knackigen, auf den Punkt komponierten Hits. Sowohl “Fifth Angel” als auch “Time Will Tell” sind durchgehend unglaublich eingängig und die Zeit mit diesen Alben vergeht wie im Flug. Eigentlich gute Voraussetzungen für kommerziellen Erfolg. Mit Ted Pilot hatte die Band einen hervorragenden, ausdrucksstarken Sänger, der sowohl die kraftvollen Passagen als auch die Schlüpferstürmer perfekt intoniert. Schade, dass der Mann im aktuellen Line Up wohl nicht mehr am Start ist. Die Gitarrenarbeit ist ebenfalls große Klasse, typische 80er Jahre Schule mit ordentlich Gegniedel und Gitarrenhelden-Soli.

Das Debüt “Fifth Angel” erschien 1986. Der Opener “In The Fallout” oder “Call Out The Warning” sind Musterbeispiele für melodischen US Metal mit herausragender Gitarrenarbeit. Ein Song wie “Shout It Out” hätte auch einer Band wie MÖTLEY CRÜE nicht schlecht zu Gesicht gestanden. Mit “Call Out The Warning” und vor allem “The Night”, dem wohl härtesten und agressivsten Stück auf “Fifth Angel” hat die Band weitere schnelle Stücke in petto, aber auch Mid Tempo Stampfer und Hymnen wie den Titelsong oder das grandiose “Cry Out The Fools”. Mit “Wings Of Destiny” gibt es außerdem eine gelungene Power-Ballade. Insgesamt stimmt die Mischung auf dem Debütalbum. Als Vergleich kamen mir härtetechnisch noch SAVATAGE zwischen “Power Of The Night” und “Fight For The Rock“ (nur in gut) in den Sinn.

Vom melodischen Power Metal zum Hard Rock-Schlüpferstürmer

Auf dem drei Jahre später veröffentlichten “Time Will Tell” wurde der Sound der Band noch ein Stück kommerzieller, mehr Hard Rock, etwas weniger Power Metal, dafür hier und da auch mal Keyboards. Aber auch auf dem Zweitwerk gibt es mit Songs wie “Midnight Love”, “Lights Out” oder “We Rule” noch melodische Power Metal-Perlen zu entdecken. Dafür ist die Balladen-Dichte etwas höher und schon nach weniger als einer halben Minute des Openers “Cathedral” schmettert Ted Pilot uns den ersten Fire/Desire-Reim entgegen. Mit “Broken Dreams” und “So Long” gibt es dieses Mal gleich zwei Balladen mit ordentlich Plüschfaktor. Aber Plüsch mit Niveau, Freunde! Dazu gesellen sich diverse Hard Rock-Hymnen wie  “Cathedral”, der Titelsong oder die beiden Schlüpferstürmer “Wait For Me” und “Feel The Heat”. Besonders “Time Will Tell” hat einen ganz großen, fast schon poppigen Refrain.

FIFTH ANGEL haben damals definitiv gewusst, wie man hochklassige und super eingängigen Hard Rock und Power Metal-Songs schreibt. Für nur ein paar solcher Songs würden diverse Genre-Kollegen heutzutage Dinge tun, über die man in diesen Teilen des Internets besser nicht spricht. Und FIFTH ANGEL hatten tatsächlich zwei ganze Alben voll damit. Ich kann Fans von melodischem Metal beide Alben nur ans Herz legen. Das ist einfach verdammt gut gespielte, eingängige Musik, mit der die Band eigentlich auf großer Ebene durchstarten hätte müssen. Hätte, hätte, Mofakette – auf jeden Fall ist es gut, dass die FIFTH ANGEL-Alben nun durch Metal Blade wieder problemlos auf CD und Vinyl erhältlich sind.

Veröffentlichungsdatum: 18.05.2018

Spielzeit: 37:44 / 48:33

Line Up:
„Fifth Angel“:
Ted Pilot – vocals
Ed Archer – bass, guitars, backing vocals
James Byrd – guitars, backing vocals
John Macko – bass, backing vocals
Ken Mary – drums, backing vocals

„Time Will Tell“:
Ted Pilot – vocals
Ed Archer – guitars, keyboards
Kendall Bechtel – guitars
John Macko – bass, keyboards
Ken Mary – drums

Produziert von: „Fifth Angel: Terry Date, „Time Will Tell“: Terry Brown

Label: Metal Blade

Bandhomepage: http://www.fifthangel.com
Facebook: https://www.facebook.com/fifthangelofficial

FIFTH ANGEL  „Fifth Angel“ Tracklist

01. In The Fallout
02. Shout It Out
03. Call Out The Warning
04. Fifth Angel
05. Wings Of Destiny
06. The Night
07. Only The Strong Survive
08. Cry Out The Fools
09. Fade To Flames

FITH ANGEL  „Time Will Tell“ Tracklist

1. Cathedral
2. Midnight Love
3. Seven Hours
4. Broken Dreams
5. Time Will Tell
6. Lights Out
7. Wait For Me
8. Angel Of Mercy
9. We Rule
10. So Long
11. Feel The Heat

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