FLUCH DER KARIBIK [Filmkritik]

FLUCH DER KARIBIK [Filmkritik]

Leute, holt Euere RUNNING WILD-Scheiben raus: Der Piratenfilm ist zurück, und das mit jeder Menge Pulverdampf! Naturgemäß ist bei solch einem XXL-Spektakel die Verpackung das Maß der Dinge, dennoch wartet Regisseur Gore Verbinski (The Ring) mit feinem Humor und wohldosiertem Tempo, stimmigen Spezialeffekten, einem Augenschmaus an Bildern und nicht zuletzt einer famosen Besetzung auf. Johnny Depp als herrlich feminin-ausgebuffter Freibeuterkapitän mit Dachschaden empfiehlt sich einmal mehr als Qualitätsgarant, Legolas Orlando Bloom mimt tapfer den strahlenden Herzensbrecher, und bei Keira Knightley (Kick It Like Beckham) als beherzter Gouverneurstochter sitzt selbst im dichtesten Geschütznebel das Make-Up stets perfekt. So soll es sein!

Bei so viel versammeltem Bombast darf man für 135 Minuten wieder zwölf Jahre alt sein – und die Geschichte beherzt in die Tonne treten. Nur die letzte Goldmünze aus einem legendärem Piratenschatz kann den Fluch lösen, der Käpt´n Barbossa und seine untote Mannschaft zur ewigen Kaperfahrt verdammt. Das gesuchte Stück befindet sich im Besitz einer schönen Gouverneurstochter, deren Entführung prompt ein ungleiches Heldenpaar auf den Plan ruft – und natürlich die Royal Navy.

Fluch der Karibik hat alles, was das Genre ausmacht: Rasende Säbelduelle und fette Seeschlachten, üppige Kulissen, einen epischen Score, humorvolle Dialoge, latenten Geisterbahncharme und – naja, die obligatorische Lovestory. Mag da die Spannung nicht immer auf Kurs bleiben und auch die Logik mitunter mal kurz über Bord gehen – als Abenteuerfilm der Popcornklasse macht dieser Fluch der Karibik eine prima Figur! Und dank Disney als Produktionsfirma sind hier sogar die Zombiepiraten vergleichsweise familienfreundlich unterwegs.

gnadiator
Stef (aka “gnadiator”) steuert seit 2002 immer wieder Konzertberichte, Interviews, Reviews oder Filmkritiken bei.