SLAYER-Vorbericht oder: Das bedeuten SLAYER für mich…

SLAYER-Vorbericht oder: Das bedeuten SLAYER für mich…
 
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SLAYER sind eine lebende Legende. Und mit World Painted Blood zeigten die Amerikaner letztes Jahr, dass sich noch immer nicht müde sind. Noch immer harte Klänge von sich geben. Die sie dann mindestens so hart auch live auf ihre Fans niederprasseln lassen. Was kann man über SLAYER überhaupt noch sagen, was nicht schon längst gesagt wurde? Eine History? Schon etliche Male gemacht. Ein Special? Nun, das 20 Jahre Reign in Blood-Special befriedigt sämtliche Rufe in diese Richtung. Ein Interview? Kaum. Nicht nur das renomierte SWEDEN ROCK Magazin ist an der Interviewfrage jüngst gescheitert und publizierte anfang Oktober vergangenen Jahres ein langes Editorial, in welchem die Odyssee des Scheiterns geschildert wurde. Was also tun, um unter anderem darauf aufmerksam zu machen, dass SLAYER am 05. August im Zürcher Volkshaus auftreten?

Die Lösung liegt beim Legendenstatus von SLAYER eigentlich auf der Hand. Man fragt andere Musiker, was ihnen SLAYER eigentlich bedeuten. Denn es kann nicht sein, dass SLAYER an gestandenen Metalmusikern, die mit ASPHYX, NECROPHOBIC oder DISMEMBER ihren eigenen Klangabdruck in der Metalgeschichte hinterlassen haben, spurlos vorübergegangen ist… Und so ist es Zeit, das Spielchen Was bedeuten SLAYER für dich? auf die internationale Ebene auszudehnen. Die schnellste Antwort hierfür kommt aus Finnland, danach gilt es nur noch zu geniessen – bis zum Schlusswort aus den Niederlanden…

 

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Tuomas Saukkonen (BEFORE THE DAWN, BLACK SUN AEON)

Ich habe grossen Respekt für ihre Einstellung und ihre Handwerkskunst, auch wenn ich nie ein grosser Fan ihrer Musik gewesen bin.
Musikalisch haben SLAYER in meinem Leben keine grosse Rolle gespielt, aber man kann sich die Metalszene kaum ohne sie vorstellen.

 

 

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Flo (KLABAUTAMANN, WOBURN HOUSE, VALBORG)
Hmm… die Band an sich bedeutet mir nicht viel, habe die nie so vergöttert wie viele andere Leute. Allerdings finde ich das Seasons in the Abyss-Album großartig, das erinnert mich immer schön an früher. Mit dem Album habe ich die Band kennen gelernt, speziell das Drumming hat mich damals sehr begeistert. Alles was danach kam brauche ich nicht! Die Alben davor irgendwie auch nicht – auch wenn die ebenfalls sehr gut sind. Hail Dave Lombardo! Hail 1990!

 

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Martin van Drunen (ASPHYX, HAIL OF BULLETS)
Bis zu Reign in Blood war es eine der extremsten Bands überhaupt. Die Geschwindigkeit, wie Araya die Texte singt – das war ein grosser Einfluss für mich. Er macht das einfach phänomenal. Ich habe mich zwar auch von VENOM und MOTÖRHEAD beeinflussen lassen und singe mit mehr Kraft als Araya, aber SLAYER waren auf jeden Fall eine wichtige Inspirationsquelle für mich.

SLAYER sind zudem SLAYER geblieben und haben sich nie ausverkauft. Und live sind sie eine Wucht. Wenn ich hingegen METALLICA heute sehe, könnte ich nur weinen. Im Gegensatz zu ihnen oder VENOM haben SLAYER ihre Fans auch live nie im Stich gelassen.

 

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Fredrik Widigs (KRAANIUM)
SLAYER haben mir definitiv die Augen geöffnet für extreme Metalmusik. Reign in Blood war eine der ersten extremeren Metal CDs, die ich hatte und ich war absolut begeistert davon. So schnelle und verrückte Musik, die dennoch eingängig und groovig ist – das war viel cooler als METALLICA!
Die extreme Metalszene wäre heute niemals das, was sie ist, wenn es SLAYER nicht gegeben hätte. Sie haben so viele Leute beeinflusst – egal ob man nun Thrash, Black oder Death Metal-Bands anschaut. Noch erstaunlicher ist, dass sie das seit über 20 Jahren tun – und immer weitermachen!

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V.O. Pulver (GURD)
Ein riesiger Einfluss für meinen musikalischen Werdegang! Um es mit Mike Pattons Worten zu sagen:
If you don`t like Slayer, I don`t trust you…

 

 

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Ralph (DISPARAGED
SLAYER bedeuten für mich den Inbegriff von Härte und Brutalität! Hätte es SLAYER nicht gegeben, würde ich sicher keine Musik machen.

 

 

 

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Sebastian Ramstedt (NECROPHOBIC, NIFELHEIM, BAJEN DEATH CULT)
SLAYER waren vermutlich die einflussreichste Band für mich in der Mitte der 80er. Der Hell Awaits-Clip, der auf dem schwedischen Sky Channel lief, war wohl der Grund, weswegen ich weggekommen bin vom Speed/Thrash Metal und mehr in die Tiefen des Black Metals gezogen wurde (ja, ich betrachte das erste und das zweite SLAYER-Album als Black Metal).
METALLICA bedeuteten mir nicht viel, aber SLAYER zeigten mir eine andere Dimension der extremen Musik. Die Atmosphäre der beiden ersten (Studio-)Alben inspiriert mich noch immer dazu, Musik zu kreieren. Die Brutalität des dritten Albums ist noch immer unerreicht.
Und wenn man in einer Band namens NECROPHOBIC spielt, ist der Eindruck von SLAYER wohl offensichtlich…

 

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Joakim Sterner (NECROPHOBIC)
SLAYER (die frühe Ära) bedeuteten mir viel, als ich und David NECROPHOBIC gründeten. Es war mehr als nur ihre Musik.
Es waren auch ihre visuellen Effekte, ihre Lyrics, ihr Auftreten und ihre Attitüde, die uns inspirierten…

 

 

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Kalle (HELLSONGS)
SLAYER haben mehrere Scheiben gemacht, die ich klasse finde und mein Lieblingsalbum – Seasons in the Abyss – ist wahnsinnig gut und wohl für immer auf meiner Liste der Besten Alben aller Zeiten. Vor allem ist es verdammt schnell und brutal hart – und SLAYER machen das, was ihnen zu dem Status verhilft, den sie heute haben: Sie schreiben gute Songs.

Ich erinnere mich daran, dass ein Mitschüler im Gymnasium mich mal fragte, ob ich auch noch Metal hören würde, wenn ich älter wäre. Die Frage erstaunte mich etwas. Ich dachte ein Weilchen nach und antwortete, dass ich glaubte, dass ich das tun würde – auf jeden Fall würde ich mir die besten Alben weiterhin anhören. Ein Album, das ich mir just zu dieser Zeit oft anhörte, war eben Seasons in the Abyss. Ich hatte zwar nur eine kopierte Kassette davon, aber ich spielte das Tape trotzdem fast zu Tode. Aber am Ende kann ich nur festhalten, dass ich Recht hatte damals: Die besten Metalplatten dieser Zeit höre ich mir noch immer gerne und oft an.

Eine weitere SLAYER-Erinnerung kommt ebenfalls aus meiner Gymnasiumszeit. Wir Metalheads in Partille (ein Vorort von Göteborg, wo ich aufwuchs) hatten eine Lieblingsbeschäftigung zu dieser Zeit: Wir versuchten, die lokalen kirchlichen Missionsleiter von der Vortrefflichkeit des Metals zu überzeugen. Einmal waren wir in einem Lager, das der Jugendmissionsleiter der Kirche organisiert hatte. Am Abend war es Zeit, mit einer Nummer aufzutreten. Ich und zwei Kumpel entschieden uns dazu, eine Luftgitarren-Performance zu Raining Blood vorzuführen. Wir schafften es sogar, einen der Leiter davon überzeugen, mit uns zusammen aufzutreten! Die meisten im Raum schrien vor Lachen, aber es gab auch einige, die fanden, es sei nervig, dass wir so schreckliche Musik spielten und mit satanischen Symbolen flirteten. Glücklicherweise dominierten die liberalen Leiter das Lager und ich werde mich wohl immer an den erinnern, der mit uns zusammen Luftgitarre spielte. Er nahm es einfach dafür, was es war: Musik, die wir mochten und eine lustige Zeit. Nichts Ernsteres als das.

 

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Hardy (PUNISH)
Obwohl SLAYER nie zu meinen favorisierten Bands zählten, zolle ich ihnen dennoch tiefen Respekt für ihre totale Kompromisslosigkeit und ihre nicht gerade wenigen Killersongs. Die Metalwelt wäre soviel ärmer ohne diese vier Amis, ich hoffe sie verärgern noch viele Jahre die sogenannten Gutmenschen unserer Zeit.

 

 

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Matti Kärki (DISMEMBER)
SLAYER bedeuten für mich totale verdammte Vernichtung, 100% seit ich sie zum ersten Mal hörte.
Gleichzeitig repräsentieren SLAYER für mich das, was ich absolut hasse bei Bands: Primadonnas, gute Musik, aber wertlose Menschen.

 

 

 

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Reto Ehrler (CARNAL DECAY, Organisator MOUNTAINS OF DEATH)
SLAYER ist für mich eine Band, die niemals am MOUNTAINS OF DEATH spielen wird, haha. Ne ernsthaft: Für mich ist SLAYER eine Band, die Geschichte geschrieben hat mit ihrer harten, aggressiven Musik. Einige Songs gefallen mir sehr gut, aber im Gesamten finde ich sie langweilig. Ich steh halt nicht so auf Thrash Metal (obwohl das eigentlich nicht so genau zu SLAYER passt). Mich hat SLAYER dadurch auch nicht in meinem musikalischen Werdegang beeinflusst. Ich denke aber, dass sich so einige Musiker von ihnen beeinflussen liessen und auch noch beeinflussen werden lassen. Ich finde es beachtlich, was SLAYER mit ihrer Musik erreicht haben. Für gewisse Leute ist SLAYER etwas vom wichtigsten in ihrem Leben. Wenn eine Band solche Fans hat, ist das etwas vom geilsten was man erreichen kann, finde ich.

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Mats Fox Skinner (BAJEN DEATH CULT, GRAND MAGUS)
Das erste, woran ich beim Namen SLAYER denke, ist, dass sie so perfekte Partykracher gemacht haben. Songs, die ein Fest so richtig in Fahrt bringen. Als wir vor ein paar Jahren mit ORANGE GOBLIN auf Tour waren, gab es immer einen Spontan-Mosh Pit im Tourbus, wenn SLAYER auf der Anlage gespielt wurden. JB hat während einem dieser Mosh Pits eine Socke verloren. Sie wurde nie wieder gefunden.

 

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Paul Baayens (ASPHYX, HAIL OF BULLETS, THANATOS)
SLAYER sind noch immer die brutalste Thrashband aller Zeiten. Die Band hat den Standard in der Geschichte des Metals hoch angesetzt. Für mich hat Reign in Blood die perfekte Kombination aus provokativen Texten, extrem aggressiven Songs, unerbittlichen Solos und dazu noch ein obskures Coverartwork. Deswegen ist das Album für immer in meiner Top 5-Liste. Unglaublich, dass die Band noch immer Killeralben abliefert – wie das aktuelle Album World Painted Blood beweist. SLAYER haben ihre Aggressivität noch immer – und das nach über 20 Jahren!

Für mich waren SLAYER ein Grund dafür mit dem Gitarrespielen anzufangen. Sie inspirieren mich noch immer, wenn ich spiele oder neue Songs für eine meiner Bands komponiere. Ich liebe dieses Rein-in-die-Fresse-Riffing, die ultimative Aggression in den Songs, die Vocals, die klingen, als wären sie aus der Hölle und dazu die extremen Tremolo-Solos von King und Hanneman. SLAYER are definitely still reigning!

Arlette Huguenin Dumittan
Arlette ist seit 2000 bei vampster und unsere Schweizer Fachfrau für schwarze Musik und vegane Backrezepte. Lieblingsbands: DARKTHRONE, MAYHEM, HAIL OF BULLETS. Genres: Black Metal, Death Metal, Dark Metal/Rock.