COLARIS: Das Leben & seine Umstände [Brainstorming]

COLARIS: Das Leben & seine Umstände [Brainstorming]

Wir bitten die Post-Rocker COLARIS zum Gehirnsturm und erfahren so, wo die musikalischen Wurzeln der Band liegen, was arme Studenten noch ärmer macht und woher der bandeigene Begriff Brachialromantik eigentlich stammt. Wenn ihr es lest, erfahrt ihr´s auch.

 

 

1. Brachialromantik
Jessie: Das Wort fiel mal in unseren Anfangstagen bei einer durchzechten Nacht im Proberaum. Fand ich damals so passend das es für mich einfach immer zu der Band gehört.

2. Songtexte
Philip: Kann man haben muss, man aber nicht

Julian: Können auch sinnvoll sein. Meine Lieblings-Songtexte aus der letzten Zeit sind die von Mike Armine zum aktuellen ROSETTA-Album. Ansonsten stand ich auch immer sehr auf die Lyrik von Black Metal-Bands wie LUNAR AURORA. Allgemein finde ich die Texte von Bands mit Gesang schon wichtig, ich achte aber z.B. bei Hardcore mehr darauf als bei Death Metal oder so… Was jetzt nicht heißen soll, dass sie mir da egal sind!

Jessie: Sollten eine gute Message haben. Man kann viel damit ausdrücken und bewegen. Für mich sind sie ein sehr wichtiger Bestandteil in der Musik, auch wenn ich in den letzten Jahren immer mehr Instrumentalbands höre, weil ich dabei meinen Gedanken freien Lauf lassen kann.

3. SU2-Studios
Julian: Sehr empfehlenswertes Studio!

Philip: Das Album aufzunehmen hat dort sehr viel Spass gemacht, und Phil Hillen hat eine super Arbeit abgeliefert.

Jessie: Dort hab ich jetzt schon vier Alben aufgenommen und immer eine super Zeit gehabt. Phil, der das Studio betreibt, ist echt ein super netter Kerl, editiert schnell und hat ein gutes Gehör für Feinheiten. Auch wenn wir schon einige Male lange an meinem Gitarrensound feilen mussten … Im Sommer 2012 werden wir dort auch wieder unsere Split aufnehmen!

4. The Disclosure
Julian: Im Nachhinein gibt’s vieles, was wir auf der EP hätten besser machen können, und was uns stört. Trotzdem war es meiner Meinung nach richtig, das Ding genau so aufzunehmen, weil uns die Veröffentlichung als Band deutlich weiter gebracht hat und wir vor den Albumaufnahmen genau wussten, was wir anders machen wollten!

Jessie: Es war sehr anstrengend, in zwei Tagen alles aufzunehmen. Und soundtechnisch sicher auch ein gutes Stück weg von unseren Vorstellungen. Aber es war wichtig, eine Demo zu haben, und neue Ziele damit zu bekommen.

Philip: Da war ich leider noch nicht dabei. War aber vorher schon großer Fan der Band.

5. Lampenfieber
Jessie: Hab ich leider immer. Ein sehr leidiges Thema. Ich bin oft sehr angespannt vor den Konzerten, was auch nicht davon abhängt, wie viel Leute da sind. Das kann schon bei zehn Leuten sein. Aber meistens legt es sich im Laufe des Sets.

Julian: Leider vor den meisten Auftritten mehr oder weniger vorhanden.

Philip: Vor jedem Auftritt.

6. Artwork
Julian: Ist mir/uns sehr wichtig. Zu einem guten Album gehört nun mal ein stimmiges Artwork!

Jessie: Ist ein wichtiger Bestandteil der Platte. Bei Instrumentalbands noch essentieller, da das Konzept und die Message der Platte damit zu einer Einheit wird.

Philip: Ist noch in der Mache, wird aber sehr stimmig.

7. Kaffee
Julian: Die anderen saufen das literweise, vor allem im Studio oder auf Festivals, ich trinke so gut wie keinen Kaffee.

Jessie: Ohne Kaffee geht bei mir gar nichts!!!

Philip: Im Studio ausschließlich, im Proberaum NUR Bier.

8. TEPHRA
Jessie: Als wir unser erstes Konzert mit ihnen gespielt hatten, war ich echt platt von der Wucht, mit der sie ihre Songs auf einem los lassen. Ich hoffe, dass wir irgendwann nochmal zusammen spielen können.

Philip: Sehr geile Band. Hat dazu beigetragen, diese Musikrichtung weiter zu verfolgen und auszuüben.

Julian: Super Band und sehr nette Typen. Wir haben unser allererstes Konzert mit ihnen gespielt. Keine Ahnung, ob sie sich noch dran erinnern.

9. unerfüllte Träume
Jessie: Gibt es jede Menge! Aber die brauch man auch als Ansporn.

Philip: Oh je…

Julian: Ein Sleeve!

10. Label
Philip: Wenn ein Label uns unterstützt, wäre das eine super Sache.

Jessie: Wäre super für uns, um die neue Scheibe auf Vinyl zu veröffentlichen. Aber generell steh ich eher auf das DIY Ding. Was alleine auf die Beine zu stellen und glücklich darüber zu sein. Aber natürlich würden wir uns riesig freuen, irgendwann mal mit einem kleinen Label zusammen zu arbeiten.

Julian: Es gibt einen Haufen Labels, die wirklich eine super Arbeit machen, fern von Profitgier und Abzocke. Wäre Klasse für unser Album, einen sympathischen Labelpartner zu finden!

11. Guiding Lights for Drowning Souls
Jessie: Spielen wir leider nicht mehr oft live. Aber wir haben zu viel neues Material, das wir gerne spielen wollen.

Julian: Ist ein maßgeblicher Song für uns als Band, da in ihm einige unserer frühesten Riffs verbaut sind!

12. CRIPPLED BLACK PHOENIX
Jessie: Hab ich schon so oft von gelesen und noch nie gehört. Ich werde es aber bald nachholen.

Julian: Sind bis jetzt leider immer an mir vorbeigegangen, obwohl der Name doch schon öfter fällt.

13. Vinyl
Jessie: LIEBE!!! Ich sammele schon immer Platten und kaufe auch in der Regel wenn möglich nur noch Vinyl. Es ist schön zu sehen. dass es immer mehr Leute gibt, die wieder anfangen, Vinyl zu kaufen.

Philip: Es wird auf jeden Fall eine erscheinen.

Julian: Ist einfach viel befriedigender als eine CD! Leider macht einen armen Studenten wie mich die Leidenschaft fürs Vinyl noch ärmer …

14. Merchandise
Philip: Hat bei uns sehr hohen Stellenwert, im Bezug auf Qualität und Design.

Jessie: Für viele Bands leider die einzige Möglichkeit, Geld zu einzunehmen. Durch Eintritt wird meistens nur noch die Anlage und das Catering bezahlt. Ich kann auch leider nicht verstehen, warum Leute immer auf die Gästeliste oder für Umme rein wollen. Ich gehe regelmäßig auf kleine Local Shows in unserem Raum. Da bezahle ich doch gerne den Eintritt, um die Bands zu supporten!

Julian: Hat viele Aspekte: Auf der einen Seite scheint es ein mehr oder weniger notwendiges Übel geworden zu sein, da es bekannt sein dürfte, dass viele Bands nur durch ihr Merch zu etwas Geld kommen. Andererseits ist es eine Art Statement. Du siehst auf der Straße jemanden mit einem Shirt einer coolen Band, und er ist dir auf Anhieb sympathisch. Es ist ein Weg, seine Leidenschaft öffentlich zu machen und dazu zu stehen!

15. Jonas Renkse
Julian: Einer meiner absoluten Lieblingssänger. Wenn ich mich unter allen Bands, die ich liebe, für eine entscheiden müsste, wären es wohl KATATONIA!

Jessie: Sehr außergewöhnliche Stimme und ein wunderbares Gespür für gute Hooklines. Und die werden mit jeder Platte besser.

16. größter Einfluss
Philip: Gibt es nicht wirklich. Einflüsse entstehen unterbewusst, wenn man sich im Songwriting treiben lässt.

Jessie: In musikalischer Hinsicht ist das gar nicht so einfach. Ich höre viel Psychedelic, Krautrock und Progressive-Zeug aus den 70ies. Aber auch genug Geknüppel! Irgendwie findet aber immer irgendwas neues seinen Weg in unseren Sound. Wir entwickeln uns einfach immer weiter. Ich bin sehr gespannt wie unsere Sachen in ein paar Jahren klingen. Ansonsten bietet das Leben und seine Umstände genug Inspiration fürs Songwriting.

Julian: Ich bleibe jetzt mal nur beim Musikalischen, sonst würde das wohl hier den Rahmen sprengen: Meiner Meinung nach vollziehen sich musikalische Einflüsse nicht einfach durch musikalische Vorlieben für Bands, Genres oder was auch immer. Musik wird erst durch bestimmte Erlebnisse und Ereignisse zu einen wirkliche Einfluss auf mich als Person. Man hört ein Album in einer bestimmten Stimmung und Situation, und plötzlich macht es klick. Man geht auf ein Konzert und die Band bläst einen völlig weg, interagiert auf irgendeine Weise mit einem, sodass man sich plötzlich als Teil eines Ganzen begreift. So nimmt Musik wirklich Einfluss auf mich und mein Leben. So etwas kommt dann vielleicht im Proberaum wieder hoch und wird dann in etwas Kreatives umgesetzt.

17. die Welt braucht…
Julian: Mehr Paul Watsons!

Jessie: Frieden!

Philip: Doofe Frage!

18. bester Auftritt
Julian: Hmmm, vielleicht der im Juli diesen Jahres im Crazy Kong Karlsruhe! Kommt aber auch darauf an, ob man nur die eigene Performance oder den ganzen Konzertabend betrachtet. Da waren eigentlich alle super.

Jessie: Vielleicht unser Konzert mit TRAEOS im Modul in Saarbrücken. Ich fand da alles sehr stimmig. Bin da aber eigentlich immer zu selbstkritisch.

Philip: … im Modul SB. CD Releaseparty von In the event of fire.

19. Urlaub
Julian: Ist ne feine Sache! Habe gerade dieses Jahr die Normandie als Urlaubsziel entdeckt. Definitiv ein Reise wert.

Jessie: Sind für mich die Festivals, die wir im Sommer so besuchen.

Philip: Keine Lust, keine Zeit, kein Geld.

20. Downloads
Julian: Kostenlose Downloads sind für unbekanntere Bands eine super Sache, um ihre Musik zu verbreiten und auf sich aufmerksam zu machen. Das wird ja auch von immer mehr Bands benutzt, und deshalb haben auch wir uns dazu entschieden. Die ganze Diskussion um illegale Downloads etc. geht mir aber tierisch auf die Nerven. In dem Genre, in dem wir uns bewegen, gibt es sowieso sehr viele Musikliebhaber, die sich vielleicht mal ein Album saugen, es dann aber auch unbedingt auf Vinyl oder CD haben wollen, und das wird meiner Meinung nach auch in Zukunft so bleiben. Es gibt wichtigere Probleme auf der Welt, als die Diskussion um illegale Musik-Downloads!

Jessie: METALLICA´s Lars Ullrich fällt mir da spontan ein. Aber Spaß beiseite: Für so kleine Bands wie uns kann es nur von Vorteil sein, da viele Menschen aus aller Welt auf unsere Musik aufmerksam werden. Und es gibt ja auch genug Leute, die im Nachhinein das Original kaufen. Natürlich ist es schade, wenn Leute nur Mp3 hören und dabei so manche super Band irgendwo in einem Ordner verschwindet und nie wieder gehört wird, weil man einfach zu viel Musik auf dem PC hat.

Philip: Ein gutes Mittel um Leuten zu zeigen, welche Musik man macht.

21. OPETH
Julian: Ganz tolle Band, hatte riesigen Einfluss auf meine musikalische Entwicklung. Nur die vielen Besetzungswechsel in letzter Zeit nerven mich etwas.

Jessie: Super abwechslungsreiche Band. Da kommt immer was Neues. Und es wird von den Fans akzeptiert.

22. Woodstock
Jessie: Wäre ich gerne dabei gewesen. In der Zeit wurde so viel gute Musik geschrieben.

Philip: War mit Sicherheit ein cooles Festival.

Julian: Wäre ich zu gerne dabei gewesen, obwohl das ganze ja in den Jahrzehnten danach, wie auch die ganze Gegenkultur Amerikas und ihre Symbole, extrem ausgeschlachtet und vermarktet wurde. Musikalisch und stimmungsmäßig war es aber bestimmt der Hammer!

23. Vorurteile
Julian: Sind fürn Arsch!

Jessie: Hat man viel zu schnell!

Philip: Wir haben keine Vorurteile!

24. Albumaufnahmen
Philip: Hat sehr gut geklappt, waren in 5 Tagen durch.

Julian: Sind mit einem Haufen Stress und Arbeit verbunden. Aber wenn man dann am Ende ein gutes Resultat hört, hat sich doch alles gelohnt!

Jessie: Sind für mich immer sehr stressig. Man versucht immer, den besten Sound zu finden, und oft reicht dafür einfach nicht die Zeit. Also muss man immer Kompromisse eingehen. Ich würde zu gerne einmal ein Album unter den Bedingungen von großen Bands aufnehmen. Mit Bandmaschine und Monaten Zeit, um zu experimentieren!

25. WOBURN HOUSE
Julian: Sehr interessante Band, bin leider nie dazu gekommen, mich intensiv mit ihnen auseinanderzusetzen.

Jessie: Auch eine von den Bands, mit denen ich mich unbedingt mehr beschäftigen muss.

26. Lieblingsalbum deiner Kindheit
Julian: Keine Ahnung, gibt’s kein Bestimmtes. Bis 11 hab ich Kinderlieder, Hörspiele und Chartmucke gehört. Dann ging es los mit 70er Rock, Hardrock, Rap, Punkrock …

Jessie: Bestimmt Dark Side of the Moon von PINK FLOYD. Ich wurde da sehr früh mit angesteckt.

Philip: Da gibt es zu viele, um mich eindeutig festzulegen. Irgendwas zwischen ANTI-FLAG, RANDY, RANCID und MILLENCOLIN.

27. rotes Tuch
Philip: Welches rote Tuch?

Julian: Muss ich jetzt spontan an Stierkämpfe denken. In Katalonien sind die ja zum Glück ab 2012 verboten. Hoffe, dass sich das noch in weiteren Regionen durchsetzen wird.

Jessie: Karate Kids im Moshpit & Fashioncore

28. Weihnachten
Julian: Juhu, Geschenke!!

Philip: Hasse ich!

Jessie: Nicht meine Baustelle.

29. letztes Wort
Philip: Danke für das Interview.

Jessie: Danke.

Julian: Danke für das Interview und die Unterstützung!