BEHEMOTH: Mythen, Götter, Rituale

Brutal, kompromisslos und erstklassig produziert, selten strahlte Musik solche Macht aus, wie BEHEMOTH im Jahr 2004. Doch nicht nur musikalisch, sondern auch künstlerisch und textlich haben BEHEMOTH was zu bieten. Bandkopf Nergal stand mir Rede und Antwort.

Mit “Demigod” haben BEHEMOTH einen Streich vorgelegt, der jedem Fan von harter Musik was zu knabbern geben dürfte. Brutal, kompromisslos und erstklassig produziert, selten strahlte Musik solche Macht aus, wie BEHEMOTH im Jahr 2004. Doch nicht nur musikalisch, sondern auch künstlerisch und textlich haben BEHEMOTH was zu bieten. Bandkopf Nergal stand mir Rede und Antwort.


Hallo Nergal, lass uns mal mit ein paar ganz allgemeinen Fragen beginnen: Was bedeutet extreme Musik für dich? Glaubst du es ist eine Form der Aggression oder findest du, dass es eine wilde und rebellische Form der Kunst ist?

Für mich persönlich ist extreme Musik eine pure Form der Energie. Und diese Art von Sound und diese Art der Arrangements lassen mich meine Aggressionen transportieren und nach außen tragen. Es hat natürlich viel mit meinen Gefühlen zu tun, ich drücke mich über meine Musik aus, aber es ist auch eine Art der Unterhaltung. Ich liebe es diese Art von Musik zu schreiben, ich liebe es solche Songs zu schreiben. Das merkt man der Musik an und das macht sie unterhaltsam.

BEHEMOTH ist deine Band. Kannst du dir eine Welt ohne BEHEMOTH vorstellen?

Haha, im Moment nicht! Ich bin süchtig nach dem, was ich mache. Ich mache das nun schon viele Jahre, aber es gibt immer noch Fortschritt und Entwicklung. Ich mache nichts anderes, ich lebe für diese Band und das 24 Stunden am Tag. Ich wache auf und beschäftige mich mit der Band, ich gehe ins Bett und beschäftige mich mit der Band. Ein persönliches Leben habe ich eigentlich nicht, BEHEMOTH ist nicht nur ein Teil meines Lebens, sondern mein ganzes Leben. Es ist manchmal hart, aber ich bin glücklich mit dem, was ich tue, und das sollte ich wohl auch, denn es gibt viele Menschen, die im Leben nicht machen können, was sie gern möchten. Also sollte ich wohl den Metal-Göttern danken, dass ich diese Möglichkeit habe (lacht).

Wenn du nur drei Wörter hättest, um BEHEMOTH zu beschreiben, welche würdest du aussuchen?

Das Rad, Auflösung und Beharrlichkeit.

Gut, lass uns über das neue Album reden. Wer oder was ist der “Demigod”?

Der “Demigod” ist halb Mensch, halb Gott. Es ist eine Aussage, ein Manifest. Es ist ein ausdrucksstarkes und mächtiges Wort. Es ist eine Herausforderung gegen Gott, gegen jeden Gott und gegen jede Religion der Welt. Es handelt vom Menschen, vom Potential und der Macht des Menschen. Es handelt von der Natur, vom Universum und vom Menschen im Universum. Es ist ein Wort über alles und jeden. Ich denke, dass alle aufgeschlossenen Individuen sich großteils mit dem identifizieren können, über was wir singen. Sicher gibt es auch engstirnige Menschen, die das alles nicht hören wollen, aber Leute sind eben verschieden. Im Grunde ist der Titel also ein universales Konzept und eine umfassende Bedeutung. Es ist ein starkes Wort, das ist das Wichtigste daran.

BEHEMOTH - 'Demigod' Cover
Das ‘Demigod’ Cover

Das Cover besteht aus einer zusammengenähten, vernarbten Person in einer ägyptischen Pose und aus vielen Symbolen, was ist die Bedeutung des Bildes?

Ich würde nicht sagen, dass es eine ägyptische Pose ist…

Diese erhobene Hand mit den zwei Fingern…

Tatsächlich wollten wir eine christliche Pose darstellen. Es ist eine Segnung.

Stimmt, richtig, wie kam ich auf Ägypten…

In der linken Hand hält der “Demigod” einen Phönix-Stab, welcher das Symbol für die Macht ist. Man wird hier schon mit dem biblischen Konzept konfrontiert, aber wir haben das natürlich verändert, denn es ist sicherlich nicht Christus, den wir hier vor uns haben, haha. Es steckt eine verborgene, intelligente Blasphemie hinter dem ganzen Konzept. Es ist auch ein Symbol dafür, dass wir tun können, was wir wollen und natürlich sieht es auch einfach gut aus.

Auf vergangenen Releases warst du ja auch auf den Artworks zu sehen, oder Teile von dir. Zum Beispiel auf “Satanica”, mit diesem Stachel auf der Stirn…

Ja. Es ist gut eine Verbindung zu haben. Man bemerkt es sofort, das ist BEHEMOTH. Nicht viele Bands machen das, weil sie nicht diese Verbindung haben. Wir haben aber auf jedem Album die Verbindung zu dem Konzept und das macht es zu etwas Besonderem. Es sieht aus, wie aus einem Guss. Es ist nicht nur ein anderes Album, mit einem anderen Cover, es ist etwas ganz anderes, ein ganz anderes Konzept, das aber den Kern gemeinsam hat.

Auf “Zos Kia Cultus” hat die ziegenköpfige Gestalt zum Beispiel deine Tattoos auf den Armen…

Ja, es ist mein Körper. Nun haben wir praktisch so etwas wie einen Zombie aus Teilen von mir, Orion und Infernal – unserem Drummer – gemacht. Es ist eine organische Verbindung aus allen von uns.

Erzähl mir etwas über die Aufnahmen zu “Demigod”. Habt ihr etwas verändert?

Wir verändern uns ständig. Wir versuchen immer die Dinge etwas anders zu machen. Das ist es auch, was ich daran so mag, wir steigern uns immer weiter und fordern uns selbst heraus. Ich war sehr wütend, weshalb es kein Problem für mich war die Lieder zu schreiben. Außerdem habe ich mich sehr stark an der Gitarre entwickelt, ich habe neue Dinge gelernt, die man nun auf dem Album hören kann. Sie klingen auch sehr gut. Wir haben diesmal im Studio doppelt soviel Zeit verbracht, wie bei den Aufnahmen zu “Zos Kia Cultus”. Ich habe mich dann nach Schweden begeben, um mit Daniel Bergstrand in seinem Studio zu arbeiten. Im August haben wir das Mastering in den Cutting Room Studios in Stockholm fertig gestellt.

Du sagtest, das neue Album ist das beste BEHEMOTH-Album überhaupt…

Ja, aber jedes neue Album ist meistens das Beste.

Glaubst du ihr könnt das in der Zukunft nochmal toppen?

Diese Frage wird mir immer wieder gestellt, seit wir “”Pandemonic Incantations” herausgebracht haben. Viele meinten, dass wir das nicht toppen können. Dann haben wir “Satanica” veröffentlicht und wieder hieß es, es wäre die maximale Leistung, die wir bringen können. Nun, lasst uns warten und sehen. Jeder sagt, es ist unser bestes Album. Stimmt, es ist unser bestes Album – bis heute. Nach “Zos Kia…” haben sich auch die meisten gefragt, was wir als nächstes machen. Und nun sind wir da – mit “Demigod”. Natürlich bin ich jetzt wieder im Erwartungsdruck, eben, weil es mein bestes Album ist. Es ist sehr schwer für mich, mir vorzustellen, dass es besser sein könnte, aber ich bin mir sicher, dass ich in ein paar Monaten ganz anders denke, wenn ich sehe, was man an “Demigod” alles hätte besser machen können. Natürlich braucht man keine Veränderung unserer Ausrichtung erwarten. Wir werden definitiv weiterhin extreme und intensive Musik machen. Die Betonung liegt hierbei auf Musik. Es ist musikalisch, was wir machen. Es ist nicht nur Chaos. Gleichzeitig versuchen wir die Tempo- und Härtelimits zu brechen. Wir machen beides: Sehr harte Songs und sehr schnelle Songs. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Deine Vocals sind auf “Demigod” viel brutaler ausgefallen…

In der Tat. Ich wollte eine Art unmenschliche Art des Sounds erzeugen. Diese Vocals klingen brutal, sie klingen massiv und sie klingen total verrückt. Das wollte ich mit dem Album erreichen. Es sollte nicht nur das “normale Growlen” sein, sondern etwas besonderes und ich bin mir sehr sicher, das ich das erreicht habe.

“Demigod” ist sehr schnell und komplex. Ist es das technischste, was ihr je gemacht habt?

Ja und nein. Ich denke auch, dass es sehr catchy und melodisch ist, im Gegensatz zu den Vorgängern. Das Album soll nicht zeigen, was wir technisch drauf haben, es soll das intelligenteste darstellen, was wir machen können. Wir müssen heutzutage nicht mehr beweisen, dass wir unsere Instrumente beherrschen. Und die Leute wissen auch, dass wir immer für beste Qualität sorgen werden. Das ist ein Fakt. Wir haben uns gesagt, wir wollen Songs schreiben, die wir im Auto hören und dazu bangen können.

Die Produktion könnte kaum besser sein…

(sofort) Sie kann!

Warum ist sie es dann nicht?

Ohne Herausforderungen wäre das Leben einfach langweilig. Deshalb denke ich: Das klingt großartig, aber wir müssen es toppen.

Die nächste wird also besser sein?

Ja, haha. Wenn es besser geht, dann wird es auch besser werden. Aber ich freue mich, dass sie dir gefällt, weil wir viel Zeit reingesteckt haben. Und viel Geld natürlich auch (lacht).

Ihr habt ja mit Daniel Bergstrand zusammen gearbeitet, erzähl mal, wie das war.

Wir haben in den Dogout-Studios den Mix gemacht und das Album in den Cuttingroom-Studios gemastert. Vom ersten Tag an lief alles sehr gut. Es war allerdings auch von Beginn an ein Full-Time Job und sehr viel Arbeit.

Karl Sanders von NILE hat auf dem Album ja ein paar Lead-Gitarren für “XUL” eingespielt. Was genau stammt dort von ihm?

Es ist das abschließende Solo. Wir sind seit Jahren Freunde, deshalb haben wir daran gedacht, ihn etwas für das neue Album einspielen zu lassen. Er war von der Idee auch begeistert. Er ist ein großartiger Musiker und hat dieses sehr emotionale Lead eingespielt. Ich liebe diesem Part sehr.

BEHEMOTH - 2004
BEHEMOTH von links nach rechts: Orion (Bass), Nergal (Rhytmus-, Lead- und Akustik-Gitarre, Gesang) und Inferno (Drums und Percussion)

Ich denke mal du hast das schon öfters gehört, aber auf “Demigod” hört man NILE-Einflüsse sehr deutlich heraus.

Ich kann das nicht wirklich sagen, weil ich das aus einer ganz anderen Perspektive sehe. Vielleicht ist das richtig, was auch nicht schlimm wäre, denn NILE ist eine großartige Band, deshalb nehme ich das als Kompliment auf.

Ich denke trotzdem, dass man merkt, ob man eine NILE oder eine BEHEMOTH-Platte hört, sie klingen schon verschieden. Wir benutzen ähnliche Systeme, zum Beispiel die arabischen Stilelemente. Aber unser Konzept ist komplizierter, wir machen viele verschiedene Dinge, nicht nur Ägypten.

Ich denke du kümmerst dich wenig um Musik-Kategorien, richtig?

Richtig. Überhaupt nicht.

Was denkst du von Leuten, die die neueren BEHEMOTH-Alben nicht mögen, weil sie “nicht mehr Black Metal genug” sind?

Ich bin mir nicht sicher. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll, ich kann nicht jeden zufriedenstellen. Ich bin mit dem Album zufrieden, das ist das wichtigste.

Die “Black Metal-Parts” sind ja fast komplett verschwunden…

Ja, aber was ist Black Metal und was ist Death Metal? Ich weiß es nicht, und will es nicht wissen, für mich ist es einfach extreme Musik. Ich versuche einfach das bestmögliche dabei rauszuholen.

Das war es, was ich mit Musik-Kategorien meinte.

Exakt. Es ist wirklich nicht meine Sorge. Das überlasse ich Journalisten und Fans. Sie sollen das diskutieren, wenn sie wollen.

Die Szene wäre besser, wenn mehr Leute so denken würden…

Ja, genau, man sollte denken: Du magst die Musik: hör sie, du magst die Musik nicht: hör sie nicht. So einfach ist das.

Um mal zurück auf “XUL” zu kommen: Was bedeutet das Wort?

“XUL” heißt “böse” in sumerisch. Es ist ein reines und simples Wort, ich liebe es einfach. Ich habe es zum ersten Mal gesehen und habe mir sofort gedacht: Das ist gut. Dann hatte ich die Idee zu diesem Song und deshalb heißt er nun so.

Es wird einen Video-Clip zu “Conquer All” geben.

Wir haben ihn gerade abgedreht. Es ist praktisch unser erstes wirklich professionelles Video. Wir hatten ein großes Budget von Century Media, Regain Records und Mystic aus Polen, deshalb konnten wir einiges investieren, um ein wirklich gutes und professionelles Video zu machen. Ich bin sehr glücklich mit dem Video, es sieht brilliant aus, viele gute Szenen und Eindrücke. Ich denke, die Fans werden es auch lieben.

Was kommt darin vor?

Haha, genaugenommen passiert nicht viel darin. Es sieht einfach super aus. Die Band spielt und es kommt viel Symbolik darin vor und eine wirklich sehr hübsche Frau. Frauen und Metal gehören einfach zusammen (lacht).

Eure DVD “CRush.fUKK.CReate” ist erst kürzlich erschienen, eine sehr intensive DVD mit großartigen Shows.

Hast du sie gesehen?

Ja, habe ich.

Und, was denkst du darüber?

Sie ist sehr gut. Ich mag sie sehr.

Danke sehr. Wir wollten eine DVD herausbringen, die das Gesamtbild der Band darstellt. Nicht nur die Band, die spielt, weil das sehr gewöhnlich ist. Es ist so einfach nur eine Show zu filmen und zu veröffentlichen. Das macht jeder. Wir wollten eine richtige Dokumentation, die fast alles zeigt, was auf und hinter der Bühne stattfindet. Und ich denke, das ist uns gelungen, es ist eine sehr gute DVD geworden.

Gut, lass uns über den lyrischen Inhalt von “Demigod” sprechen. Ich denke, ihr seid sehr von Aleister Crowley beeinflusst.

Ich finde, Crowley war ein sehr gewitzter Mensch. Er hat sehr viele brilliante Ideen gehabt. Insofern hat er auch Einfluss auf mein Songwriting. Das ist nicht nur bei Crowley so, es gibt auch andere Menschen, bei denen das so ist, Friedrich Nietzsche, zum Beispiel. Aber wir schreiben nicht “über” diese Leute, wir sind lediglich teilweise davon inspiriert. Daraus machen wir unser eigenes Ding. Das wichtige an “Demigod” ist zum Beispiel auch, dass es sehr multikulturell ist. Es mischt viele Stile und Denkarten zu einer Einheit. Es gibt hebräische Einflüsse, es gibt Bibel-Einflüsse und es gibt ägyptische oder babylonische Referenzen. Gleichzeitig wollten wir es aber sehr modern klingen lassen. Es geht deshalb auch oft um das Leben an sich. Es kommt also sehr viel darin vor, letztendlich bleibt es den Leuten überlassen, wie sie es interpretieren. Und das ist gut so, ich will, dass sie ihre Vorstellungskraft einsetzen.

Crowleys Werk selbst war ja von vielen Kulturen beeinflusst.

Das ist es, was ich meine. Wir wollen nicht nur eine Sache behandeln. Das mag ich nicht.

Beschäftigst du dich richtig mit Crowleys Arbeit oder ist es mehr eine Faszination?

Ich sage es mal so: Ich habe so manches von ihm gelesen. Ich habe einiges von seinen Werken zu Hause. Aber ein Freund von mir – Krzysztof – schreibt sehr viele Lyrics für meine Platten. Er ist praktisch der Crowley-Experte. Er überhäuft mich sozusagen mit solchen Themen. Er hat mich auch überhaupt erst damit angesteckt und ich habe es auf gewisse Weise in meine Lebensphilosophie aufgenommen.

Es gab ja immerhin ein Album, dass “Thelema.6” hieß. Würdet du dich selbst als Thelemit bezeichnen?

(kurze Pause) Ich weiß nicht. Ich mag keine Kategorien. Ich spiele mit vielen Dingen. Ich benutze sie als Werkzeug.

Der Songtitel “Slaves Shall Serve” ist zum Beispiel ein Zitat aus Crowleys “Buch des Gesetzes”.

Exakt. Der Song wurde von Krzysztof geschrieben, als er Anfang diesen Jahres in Kairo war. Er hat ein Ritual gemacht und er war erfolgreich. “Slaves Shall Serve” war praktisch das Resultat dieses Rituals.

Am Anfang von “Zos Kia Cultus” kann man Crowleys Stimme hören, richtig?

Ja. Außerdem kann man auch in “XUL” eine Passage mit seiner Stimme hören, nach dem ersten Refrain. Man muss aber sehr, sehr genau hinhören, da es stark im Hintergrund ist.

Hast du das “Buch des Gesetzes” gelesen?

Natürlich, ich besitze es.

Ihr habt ja dieses BEHEMOTH-Logo. Dieser zweiköpfige Adler mit dem umgekehrten Kreuz, dem Chaosstern und dem Untertitel “New Aeon Musick”, was ist die Interpretation dieses Logos?

Ich würde sagen, es liegt an dir, wie du es interpretierst (lacht).

Ja, diese Antwort habe ich erwartet, haha, wie interpretierst du es?

Nun, bei dem Kreuz ist es sehr offensichtlich, ebenso bei dem Chaosstern. Der Adler basiert sehr auf dem Gedanken des Zaren. Weißt du, was ein russischer Zar war?

Ja, natürlich.

Alte russische Symbolik, das ist es, worauf es basiert. Ich interpretiere es mehr in meinen Gedanken, das kann man schwer beschreiben. Es sieht sehr militant aus und mir gefällt einfach das Aussehen. Es sieht einfach cool aus. Diese Art des Symbols erinnert mich außerdem an das alte Rom. Und es sieht auch sehr “metallisch” aus (lacht) und das ist der Grund, warum es zu BEHEMOTH passt.

Kennst du Crowleys kabbalistische Zahlentheorie?

Ja.

Was ist die Nummer von BEHEMOTH?

Wie ist sie?

Ich frage dich!

Ich habe das nie analysiert. Krzysztof beschäftig sich sehr mit Kabbala.

Dann frag ihn demnächst mal.

Wir haben dieses Gebiet auch erforscht, aber wenn jemand sagt, BEHEMOTH handelt von Kabbala, dann ist das definitiv falsch. Wir haben dieses Thema zwar behandelt, aber es ist keines unserer Hauptthemen.

Es gab ja diesen Song “Of Sephirothic Transformation And Carnility”.

Ja, auf “Satanica”. Ein Text von Krzysztof.

Schreibt er viele Lyrics für dich?

Ich habe die meisten auf “Demigod” geschrieben. Einige sind von Krzysztof. Und einer, “Before Aeons Came”, ist von Charles Swinburne, ein englischer Schriftsteller, der bereits nicht mehr lebt.

An was glaubst du persönlich? Hast du eine Lebensphilosophie?

Ja, aber sie ist sehr komplex. Das ist sehr schwer zu beschreiben. Ich bin jeden Tag eine andere Person. Es gibt viele verschiedene Ziele und Einsichten. Manchmal kommt es mir vor, als weiß ich weniger, je mehr ich weiß. Es ist sehr schwer für mich klare Lebensziele zu definieren. Und je älter man wird, desto schwerer wird das. Ich genieße mein Leben und ich glaube an mich selbst, soviel ist sicher, aber insgesamt ist es sehr komplex.

Was ist mit dem “Tu, was du willst”?

Das ist Kodex, den ich wirklich sehr schätze und befolge, aber es ist auch sehr natürlich für mich. Ich sehe eigentlich keine Grenzen, ich überschreite alle Grenzen. Das lässt mich für viele häretisch erscheinen, weil sie alle sehr auf gewissen Themen versteift sind. Crowley sagt ja auch: “Das Wort der Sünde ist Einschränkung”. Ich sage: Scheiß darauf, ich werde mich nicht limitieren, für nichts auf der Welt. Ich tue auch sehr viel improvisieren, im Leben.

Okay, genug “mystische” Dinge, ihr habt ein Killer-Album am Start, nun steht euch nichts mehr im Weg, was habt ihr für Tour-Pläne?

Oh, es sieht einfach verrückt aus. Seht auf unsere Homepage, ich glaube es sind schon 80 Gigs bestätigt – bis jetzt. In Deutschland werden wir mit KRISIUN und INCANTATION touren, dann werden wir mit PUNGENT STENCH in Tschechien und der Slowakei touren, dann werden wir nach Mexiko fliegen und eine Headliner-Tour machen und nach Südamerika, wo wir auch eine Headliner-Tour machen. Dann machen wir eine Amerika-Tour als Support für SUFFOCATION. Und wir haben vor eine Russland-Tour zu machen, aber das steht noch nicht fest. Dann werden wir wahrscheinlich zurück nach Amerika fliegen und mit NILE touren. Wir werden also praktisch das ganze nächste Jahr beschäftigt sein. Ich bin sehr glücklich darüber.

Gut, mir gehen die Fragen aus…

Ich muss sagen, es war sehr cool. Das Interview hat mir wirklich Spaß gemacht!

Danke, ich wünsche euch viel Erfolg mit “Demigod”. Danke für das Interview. Irgendwelche letzten Worte?

Keep it Metal! Stay Strong! Never fucking give up!

Layout: Uwe