WALDGEFLÜSTER: Ruinen

WALDGEFLÜSTER: Ruinen

Es wird wieder einmal düster-romantisch – und das unter dem Deckmantel des Black Metals. Doch WALDGEFLÜSTER haben schon seit Anbeginn ihrer Karriere keinen Hehl daraus gemacht, sich eher der gemäßigten Form des Schwarzmetalls zugehörig zu fühlen. Und Ruinen, das vierte Album der Münchner, macht da keine Ausnahme.

Die Black Metal-Basis von WALDGEFLÜSTER äußert sich (nur mehr) in etwaigen flotteren Passagen, wo es gut zur Sache geht und in Gitarren-Flächen, die aber auch ihre Post Black Metal-Ausläufer haben. Dazwischen gibt es Folk und Gothic Metal-Elemente, die in ihrer Ruhe, Verträumtheit und Melodie fast den Großteil des Albums bilden. Und das ist von der Spielzeit dann auch ganz schön viel, als dass Ruinen nicht binnen einer Stunde abgetan ist. Die Überlänge der einzelnen Tracks darf dabei durchaus kritisch beäugt werden, als dass die Songs für ihre Dauer teilweise zu wenig an Abwechslung hergeben.

Musikalisch erweisen sich die Bayern gefestigt und zeigen vor allem mit (allzu) melodischen Leads auf, die einen leicht erhabenen Charakter haben, ohne aber mit dem Element der Dramatik zu spielen. Generell versprüht die Atmosphäre auf dem Album nichts Bedrohliches, sondern nistet sich in einer gewissen (Dunkel-)Romantik ein. Passend dazu auch der fleißig zum Einsatz gebrachte und gute Clean-Gesang, der klagend und in der Aussprache schön deutlich zur Geltung gebracht wird.

Ruinen ist demnach ein wohlklingendes, aber nicht allzu forderndes Album, das seine Zielgruppe sicherlich finden wird. Black Metal-Puristen werden damit allerdings keine allzu große Freude haben, als dass WALDGEFLÜSTER sich nur mehr in bescheidenem Ausmaß mit diesem Genre auseinander setzen.

Veröffentlichungstermin: 14.10.2016

Spielzeit: 63:47 Min.

Line-Up:
Jan van Berlekom (Winterherz) – Gesang, Gitarre, Mandoline & Electronics
Arvagr – Bass, & Backing Vocals
Thomas Birkmaier – Schlagzeug
Dominik Frank – Gitarre & Backing Vocals
Markus Frey – Gitarre

Gast-Musiker:
Benjamin Seuche Feddern (FÄULNIS) – Gesang (Track 6)
Austin Lunn (PANOPTICON) – Finnish Drum
John Becker (AUSTARAS, Ex-VUKARI) – Violine
Helge Stang (ARAFEL, Ex-EQUILIBRIUM) – Gesang (Track 4)

Label: Nordvis Produktion

Homepage: http://www.waldgefluester.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/BlackMetalWaldgefluester

Tracklist:
1. Die Ruine als Schmuck
2. Weltenwanderer
3. Trümmerfestung
4. Und immer wieder Schnee
5. Ruinenfelder
6. Graustufen Novembertage
7. Aschephönix
8. Susitaival

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.